Diese Big-Tech-Aktie zeigt erste Risse

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Michael Burry warnt vor einer Abschreibungswelle wie nach dem Jahr 2000. Drei Billionen US-Dollar an Verpflichtungen türmen sich bei den Tech-Riesen.
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Michael Burry schlägt Alarm. Die gewaltigen Investitionen der großen Technologiekonzerne in Rechenzentren für künstliche Intelligenz könnten in einigen Jahren in massiven Abschreibungen enden. Das schreibt der aus "The Big Short" bekannte Investor in einem neuen Beitrag auf der Plattform Substack. Burry zieht Parallelen zum Technologieboom der späten 1990er Jahre.

Investitionen auf Rekordniveau

Die Nettoinvestitionen der Unternehmen im S&P 500 erreichten Ende Juni 2,07 Prozent der US-Wirtschaftsleistung. Höher lagen sie in fast vier Jahrzehnten nur nach dem Höhepunkt der Nasdaq im März 2000. Burry hat kaum Zweifel, dass die Quote in den kommenden Quartalen weiter steigt und sogar die Werte von damals übertreffen könnte.

Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta und Oracle hätten rund drei Billionen US-Dollar an Verpflichtungen aufgetürmt, rechnet Burry vor. Dazu zählen Kaufzusagen, künftige Mietverträge, Garantien und Projekte im Bau. Kommt es 2028 oder 2029 zu Abschreibungen, könnte schon ein kleiner Teil davon größere Folgen haben, "als wir uns derzeit vorstellen können". "Die profitabelsten Unternehmen der Welt, mit Ausnahme von Apple, setzen alles darauf, während ihr freier Cashflow ins Minus rutscht und das Tempo der Kreditaufnahme zunimmt", schreibt Burry.

Werte aus dem Artikel:
Amazon Aktie 250,14 $ +0,30%
Apple Aktie 340,065 $ +1,23%
Meta Platforms Aktie 750,98 $ -3,42%
Microsoft Aktie 516,28 $ +3,69%
Oracle Aktie 138,27 $ -0,91%

Die Lehre aus dem Jahr 2000

Hinter der Warnung steht das Modell des Kapitalzyklus. Auf Jahre hoher Investitionen folgen Überkapazitäten, sinkende Renditen und Abschreibungen. Nach dem Boom der Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche waren die Wertberichtigungen so hoch, dass die Nettoinvestitionen im S&P 500 von Mitte 2003 bis Mitte 2006 zwölf Quartale in Folge negativ blieben.

Oracle gerät ins Visier

Besonders kritisch sieht Burry Oracle. Er stellt die Bilanzierung von Kundenvorauszahlungen in Frage. Die künftigen Cloud-Umsätze seien um fast 20 Prozent gestiegen, geschaffen allein "durch die Vertragsstruktur".

Auch der Kreditmarkt wird nervös. Die Preise für Kreditausfallversicherungen auf Oracle kletterten zuletzt auf ein Rekordhoch. Zudem berief sich der Konzern laut der Nachrichtenagentur Bloomberg bei seinem Rechenzentrum "Project Jupiter" in New Mexico auf höhere Gewalt, um sich vor steigenden Kosten zu schützen. Die Aktie verlor am Donnerstag 3,5 Prozent auf 139,54 US-Dollar.

Anleihemarkt wird wählerisch

Goldman Sachs geht bereits auf Abstand. "Für diesen Sektor insgesamt sind wir untergewichtet, da wir wissen, dass weitere Emissionen folgen werden", sagte Lindsay Rosner von Goldman Sachs Asset Management gegenüber Bloomberg. Das sei kein Misstrauensvotum gegen künstliche Intelligenz, an die ihr Team glaube. Mehr Schulden könnten aber zu einer Neubewertung führen. Die Denkfabrik Brookings Institution schätzt den Investitionsbedarf für die Infrastruktur bis 2032 auf 10,3 Billionen US-Dollar.

Fazit

Nicht jede Warnung von Burry traf ein. Sein Blick auf die Bilanzen verdient aber Beachtung. Analysten bleiben gelassen. Die 43 von Stockanalysis erfassten Experten trauen Oracle im Schnitt 238 US-Dollar zu, rund 70 Prozent mehr als heute.

Der Kreditmarkt sendet jedoch andere Signale. Anlegerinnen und Anleger sollten bei den Technologieriesen neben dem Umsatzwachstum den freien Cashflow und die Verschuldung im Blick behalten. Am verwundbarsten wirkt Oracle mit seiner hohen Schuldenlast.


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