Darum stufen Analysten Cisco trotz starker Zahlen ab

Julian Schick Julian Schick
Julian Schick Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Das Logo von Cisco auf dem Firmenschild vor der Unternehmenszentrale in San Jose, Kalifornien.
©iStock
Cisco übertrifft im vierten Quartal die Erwartungen deutlich, doch HSBC senkt trotzdem das Kursziel und stuft die Aktie herunter. Grund ist nicht das Geschäft, sondern die inzwischen sportliche Bewertung.
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Cisco Systems hat im vierten Quartal die Erwartungen übertroffen, dennoch stuft die Investmentbank HSBC die Aktie von Buy auf Hold herab. Das Kursziel sinkt von 137 auf 120 US-Dollar. Grund ist nicht die operative Entwicklung, sondern die ambitionierte Bewertung. Die Aktie notierte zuletzt bei 113,47 US-Dollar.

Cisco verdiente operativ bereinigt sechs Prozent mehr als erwartet, der Gewinn je Aktie kletterte auf 1,22 Dollar, ein Plus von 23,2 Prozent zum Vorjahr. Für das laufende Geschäftsjahr stellt der Konzern einen Umsatz von 72,8 Milliarden Dollar (Dollarkurs) in Aussicht, ein Plus von 15 Prozent und mehr als die zuvor erwarteten 68,8 Milliarden. Auch die Gewinnprognose von 5,08 US-Dollar je Aktie liegt über dem Marktkonsens von 4,78 Dollar.

Treiber ist das Netzwerkgeschäft, das im vergangenen Geschäftsjahr um 22,5 Prozent auf rund 34,7 Milliarden US-Dollar zulegte. Vor allem die Nachfrage großer Cloud-Anbieter zieht an: Die Erlöse mit diesen Hyperscalern stiegen laut Schätzung der Analysten um 273 Prozent auf 3,8 Milliarden US-Dollar. Cisco erhielt Hyperscaler-Bestellungen von 9,3 Milliarden Dollar, davon vier Milliarden im letzten Quartal. Der Hyperscaler-Umsatz soll sich 2027 auf 7,5 Milliarden US-Dollar nahezu verdoppeln.

Die HSBC-Analysten um Abhishek Shukla, der die Coverage nun übernimmt, erhöhen ihre Gewinnschätzungen für die kommenden zwei Jahre um zwei bis sechs Prozent, rechnen aber mit Wachstumsabschwächung ab dem zweiten Quartal des neuen Geschäftsjahres. Beim Netzwerkumsatz erwarten sie für 2028 nur noch ein Plus von 12 Prozent, 2029 von 8 Prozent, da das Cloud-Wachstum nachlässt und der Rückenwind durch Bauteilpreise wegfällt.

Langfristig kalkuliert die Bank mit einem jährlichen Gewinnwachstum von rund 8 Prozent, nach 5,1 Prozent im Schnitt zwischen 2020 und 2026. Mit einem KGV von 20,9 für 2027 ist Cisco nur leicht günstiger bewertet als der Sektor-Durchschnitt von 21,4, gerechtfertigt durch Konkurrenten wie Microsoft, Meta, Alphabet, Amazon und ServiceNow, die bei ähnlichen Multiplikatoren höheres Gewinnwachstum zutrauen.

Das neue Kursziel basiert auf einem Ziel-KGV von 23 statt zuvor 29 und entspricht einem Kurspotenzial von 5,8 Prozent. Für die Herabstufung sprechen fehlende positive Impulse und attraktivere Bewertungen anderswo im Techsektor.



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