Bundeswehr-Milliarden: Darum ist die Secunet-Aktie momentan nicht zu stoppen
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Der Haushaltsausschuss gibt 1,7 Milliarden Euro für sichere Bundeswehr-Netze frei. Berenberg sieht Secunet als Profiteur und hebt Kursziel und Schätzungen an. Parallel steht im Vorstand ein Wechsel beim Finanzressort an.
Für dich zusammengefasst:
Bundestag genehmigte 1,7 Milliarden Euro für die Bundeswehr.
Secunet-Aktie stieg im letzten Monat um rund ein Drittel.
Analyst prognostiziert 620 Millionen Euro Umsatz für 2027.
Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat am 23. September grünes Licht für ein Modernisierungsprogramm über 1,7 Milliarden Euro gegeben. Damit sollen die Kommunikationsnetze der Bundeswehr sicherer werden. Für Berenberg ist klar, wer davon profitieren dürfte: Secunet. Analyst Andreas Wolf bestätigt seine Kaufempfehlung und hebt das Kursziel von 254 auf 260 Euro an.
Die Secunet-Aktie ist im vergangenen Monat bereits rund ein Drittel gestiegen. Zum Wochenstart geht es für den SDAX-Wert wieder einmal kräftig aufwärts, das Plus steht gegen Mittag bei über 4 Prozent.
Laut Medienberichten könnte Secunet einen Auftrag über etwa 100 Millionen Euro an Land ziehen, womöglich schon im vierten Quartal. Als etablierter Verschlüsselungspartner des Bundes sei das Unternehmen dafür gut aufgestellt. Das Verteidigungsgeschäft steht bereits für rund 30 Prozent des Konzernumsatzes. Wolf rechnet damit, dass sich die Order vor allem 2027 in den Büchern niederschlägt, und geht davon aus, dass etwa die Hälfte zusätzliches Geschäft bringt.
Entsprechend kräftig fallen die neuen Schätzungen aus. Für 2027 erwartet der Analyst nun 620 statt 570 Millionen Euro Umsatz, ein Plus von fast 22 Prozent zum Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie soll auf 8,53 Euro klettern, bisher waren 7,62 Euro angesetzt.
Rückenwind sieht Berenberg auch jenseits der Bundesbehörden. Viele Kommunen arbeiten ohne ausreichenden Schutz, zugleich verschärfen KI-gestützte Angriffe die Bedrohungslage. Auch Betreiber kritischer Infrastruktur haben laut Wolf größere Lücken als gedacht. Ab 2027 greifen zudem die Cyberpflichten der EU-Richtlinie NIS2, was dem Segment Business Sector neues Wachstum bescheren dürfte.
Ein Risiko bleibt die starke Abhängigkeit vom öffentlichen Sektor als größtem Kunden. Zudem macht der geringe Anteil wiederkehrender Erlöse die Jahreszahlen schwerer planbar.
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