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AWSX der Telegram-Trader.de: Almonty Ind.: Wolfram-Produktion startet - wird Sangdong zum China-Gegengewicht?

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Bei Almonty Industries wird es konkret: In der Sangdong-Mine in Südkorea wurde erstmals seit 1993 wieder Wolfram produziert. Nach Jahren der Entwicklung beginnt damit eine neue Phase für den kanadischen Rohstoffkonzern.

Vom Bergbauprojekt zum Produzenten

Die entscheidende Nachricht kam Ende September: Almonty Industries hat in seiner Sangdong-Mine erstmals seit 1993 wieder Wolfram produziert. Damit wurde ein jahrelanges Entwicklungs- und Bauprojekt in eine tatsächliche Produktionsphase überführt.

Bereits im Juni hatte Almonty begonnen, Erz durch die neu errichtete Verarbeitungsanlage zu führen. Am 17. September folgte schließlich die behördliche Zertifizierung der Aufbereitungs- und Brechanlagen. Damit erhielt das Unternehmen die notwendige Genehmigung, Wolframerz kommerziell zu Konzentrat zu verarbeiten und dieses in Südkorea sowie auf Exportmärkten zu verkaufen.

Das ist ein wichtiger Unterschied: Almonty befindet sich damit nicht mehr ausschließlich in der Entwicklungs- oder Inbetriebnahmephase. Der nächste entscheidende Schritt ist nun der kontrollierte Hochlauf der Produktion.

Ein großer Teil der Produktion ist bereits verkauft

Für Anleger besonders interessant ist die langfristige Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders, einem Unternehmen der österreichischen Plansee-Gruppe.

Im Juli wurde der Vertrag auf 21 Jahre ab der ersten Lieferung verlängert. Das vertraglich vereinbarte Gesamtvolumen wurde um 40 Prozent auf 4,41 Millionen MTU Wolframkonzentrat erhöht. Nach dem Hochlauf sind mindestens 210.000 MTU pro Jahr vereinbart. Nach Unternehmensangaben sind damit mehr als 90 Prozent der Phase-I-Produktion aus Sangdong abgedeckt.

Almonty beziffert die erwarteten jährlichen Vertragserlöse bei den zum Zeitpunkt der Vereinbarung geltenden Preisen auf rund 490 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig soll die verbesserte Preisformel gegenüber den bisherigen Konditionen mindestens rund 30 Millionen US-Dollar zusätzlichen Jahresumsatz ermöglichen. Diese Angaben sind Unternehmensprognosen und hängen unter anderem von den tatsächlich erzielten Preisen und dem Produktionshochlauf ab.

Für Almonty reduziert die Abnahmevereinbarung damit ein wesentliches Risiko eines neuen Bergbauprojekts: Ein erheblicher Teil der geplanten Produktion verfügt bereits über einen vertraglich definierten Absatzkanal.

Warum Wolfram strategisch immer wichtiger wird

Der zweite Teil der Geschichte spielt außerhalb der Mine.

Wolfram ist ein wichtiger Industriemetall-Rohstoff und wird unter anderem für Hartmetalle, Werkzeuganwendungen und verschiedene Hochleistungsanwendungen benötigt. Gleichzeitig ist die westliche Lieferkette stark von China geprägt.

Almonty positioniert Sangdong deshalb als Bestandteil einer stärker diversifizierten westlichen Wolframversorgung. Das Unternehmen verweist dabei insbesondere auf die zunehmenden chinesischen Exportbeschränkungen und die Bedeutung von Lieferquellen außerhalb Chinas.

Auch die USA verschärfen ihre Anforderungen an die Herkunft bestimmter kritischer Rohstoffe für Verteidigungsbeschaffungen. Für Almonty ist der Standort Südkorea deshalb strategisch interessant. Allerdings sollte man daraus nicht automatisch schließen, dass sämtliche künftige Sangdong-Produktion unmittelbar für das US-Militär bestimmt ist.

Zusätzliche Perspektive durch Los Santos

Almonty baut gleichzeitig sein europäisches Geschäft weiter aus. Im September wurde eine langfristige Vereinbarung mit Wolfram Bergbau und Hütten, einer Tochtergesellschaft der Sandvik-Gruppe, für die Verwertung von Wolfram aus bestehenden Rückständen der Los-Santos-Mine in Spanien bekanntgegeben.

Der Vertrag sieht nach Unternehmensangaben eine Take-or-Pay-Komponente und eine indexierte Preisgestaltung vor. Damit soll für die Wiederaufnahme beziehungsweise Nutzung des vorhandenen Materials ein definierter Absatzweg geschaffen werden.

Hinzu kommt eine strategische Vereinbarung mit der Regierung von Ruanda zur Entwicklung eines Wolframprojekts. Damit versucht Almonty, seine Rohstoffbasis über Südkorea und Europa hinaus weiter auszubauen.


Meine Meinung

Bei Almonty Industries hat sich die Ausgangslage fundamental verändert. Sangdong produziert wieder Wolfram – erstmals seit 1993. Die entscheidende Entwicklungsphase ist damit weitgehend abgeschlossen, nun beginnt die Phase, in der das Unternehmen beweisen muss, dass die geplante Produktion auch wirtschaftlich umgesetzt werden kann.

Die langfristige Abnahmevereinbarung mit der Plansee-Tochter schafft dabei eine ungewöhnlich hohe Absatzsicherheit für einen großen Teil der Phase-I-Produktion. Gleichzeitig spielt Almonty eine Rolle in einem Markt, in dem die westlichen Abnehmer ihre Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten reduzieren wollen.

Das macht die Aktie interessant – aber nicht risikolos. Der nächste große Beweis muss aus der Mine kommen: ein stabiler Produktionshochlauf, steigende Verkaufsmengen und entsprechend wachsende operative Cashflows. Für Almonty beginnt damit möglicherweise die spannendste Phase der Unternehmensgeschichte: Aus der Wolfram-Wette wird ein Produzent.

Die Aktie legt am Freitag zu und geht über der EMA 50 Wochenlinie ins Wochenende.

In den USA notierte die Aktie unter dem Kürzel ALM zuletzt bei rund 13,41 US-Dollar.

Technische Lage: Tageschart

Im Tageschart notiert Almonty noch unter den gleitenden 200 Tagedurchschnitten.
 

In den letzten Handelstagen stabilisierte sich Almonty über der Marke von 11,50 Dollar und schaffte es am Freitag sogar hinauf bis über die 12,40-Dollar-Marke. Jetzt kommt es darauf an, ob ein erneuter Angriff auf die Widerstandszone GD200 beziehungsweise 12,74 Dollar erfolgen kann nächste Woche. Die Chart-Parameter im Tageschart, die Stochastik und der MACD haben gut abgekühlt und würden einen solchen Angriff unterstützen. Ob er von Erfolg gekrönt wäre, ist jetzt schwer auszumachen. Aber die Chance dazu besteht.

Wochenkerzen

 

Beim Blick auf den Wochenkerzenchart konnte in der letzten Woche ein Durchrutschen unter die 50-Tages-Linie nach exponentieller Berechnung aktuell verhindert werden. Die letzte Woche bildete ein Doji aus. Dieses könnte für eine mögliche Trendwende beziehungsweise für einen unteren Tiefpunkt stehen. Das heißt, in der nächsten Woche könnte es also technisch durchaus Aufwärtstendenzen bei Almonty geben, die einen Ausbruch aus dem Konsolidierungsbereich versuchen.

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