Alibaba dreht den Nvidia-Spieß um: Vom Kunden zum KI-Konkurrenten

Markus Weingran Markus Weingran
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Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.

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Alibabas neuer Angriff auf Nvidia
KI-generiert mit DALL-E
Alibaba bläst zum Angriff auf Nvidia: Mit einem neuen KI-Chip, riesigen Rechenzentren und eigenen Modellen will der chinesische Tech-Konzern vom Kunden zum Konkurrenten werden. Doch kann T-Head wirklich mit Nvidia mithalten?
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Alibaba will nicht länger nur Nvidia-Chips kaufen – der chinesische Tech-Gigant baut seine eigene KI-Chip-Offensive auf. Mit einem neuen Hochleistungsprozessor und Milliardeninvestitionen in Rechenzentren fordert der Konzern die Dominanz des US-Chipriesen heraus.

Die Vorstellung der neuen Pläne und KI-Chips übernahm Alibaba-Chef Eddie Wu höchst persönlich. Auf der hauseigenen Konferenzt präsentiert er den Zhenwu V900, einen neuen KI-Chip aus der eigenen Halbleiterschmiede T-Head. Laut Wu liefert der Prozessor die dreifache Leistung des erst im Mai vorgestellten Vorgängers M890 und soll künftig für Training und Inferenz von KI-Modellen eingesetzt werden.

Die Botschaft an den Markt ist klar: China will seine Abhängigkeit von Nvidia reduzieren. Wegen der US-Exportbeschränkungen ist der Zugang chinesischer Unternehmen zu den leistungsfähigsten Nvidia-Prozessoren eingeschränkt. Alibaba positioniert sich deshalb zunehmend als heimische Alternative.

Eigene Chips und riesige Rechenzentren

Werte aus dem Artikel:
Alibaba Aktie (ADR) 97,00 € +2,86%
Nvidia Aktie 208,90 € +1,61%

Der V900 soll ab dem ersten Quartal 2027 in die Massenproduktion gehen. Nach Angaben des Konzerns können bis zu 500.000 Chips zu einem einzigen KI-Cluster verbunden werden. Damit sollen auch die nächsten Generationen der hauseigenen Qwen-KI-Modelle trainiert werden.

Alibaba arbeitet bereits an Qwen 4 sowie den Nachfolgern Qwen 4.5 und Qwen 5. Die Modelle sollen laut Konzern deutlich größer werden und künftig mit bis zu 10 Billionen Parametern arbeiten können.

Parallel baut Alibaba Cloud seine Infrastruktur massiv aus. Die weltweite Rechenzentrumskapazität soll bis 2032 auf mehr als 20 Gigawatt steigen – eine Größenordnung, die mit der Leistung von rund 20 großen Kraftwerksblöcken vergleichbar ist.

T-Head wird zum strategischen Schlüssel

Die 2018 gegründete Chip-Tochter T-Head entwickelt inzwischen ein eigenes Portfolio für KI-Rechenzentren. Dazu gehören neben der Zhenwu-GPU-Serie auch Yitian-CPUs, Panmai-Smart-NICs und ICN-Interconnect-Chips.

Damit deckt Alibaba immer größere Teile der Wertschöpfungskette ab: von Prozessoren über Netzwerkkomponenten bis hin zur kompletten KI-Infrastruktur. Die Chips werden von Auftragsfertigern produziert und kommen bereits bei Kunden aus Bereichen wie Autoindustrie, Finanzwesen und Energie zum Einsatz.

Angriff auf Nvidia – aber noch mit Fragezeichen

Alibaba versucht damit, die Rollen im KI-Markt zu verändern: Aus dem Nvidia-Kunden soll ein eigener Konkurrent werden. Während Nvidia weltweit mit seinen GPUs den Markt für KI-Rechenzentren dominiert, setzt Alibaba auf eine Kombination aus eigenen Chips, Cloud-Infrastruktur und KI-Modellen.

Allerdings stammen die Leistungsangaben zum V900 bislang ausschließlich von Alibaba selbst. Unabhängige Vergleichstests mit Nvidia-Systemen gibt es noch nicht. Der Abstand zu den führenden KI-Beschleunigern aus den USA bleibt daher schwer einzuschätzen.

Alibaba startet die nächste Phase im KI-Wettlauf

Mit dem Zhenwu V900 zeigt Alibaba, dass China nicht nur bei KI-Anwendungen, sondern zunehmend auch bei der Hardware unabhängiger werden will. Der Konzern verbindet eigene Chips, Cloud-Kapazitäten und große Sprachmodelle zu einem integrierten KI-Ökosystem.

Ob Alibaba tatsächlich zum ernsthaften Nvidia-Herausforderer wird, muss sich erst noch zeigen. Der strategische Schritt ist jedoch klar: Der Konzern will nicht mehr nur Infrastruktur einkaufen – er will selbst zum Anbieter der nächsten KI-Generation werden.

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Redaktion Arive/MW


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