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Die Welt 23.05.12
"Die Politik unterschätzt, wie viel Energie die Welt braucht"
Was der US-Multi ExxonMobil über die deutsche Energiewende denkt - und warum er in Deutschland künftig Erdgas mit der umstrittenen "Fracking"-Methode fördern will
Von Birger Nicolai und Daniel Wetzel
Auszug:
Zur Kernbotschaft des ExxonMobil-Berichts gehört: Auch 2040 wird die Welt noch 80 Prozent ihrer Energie aus fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas und Kohle gewinnen. Deutschlands Versuch, fossile Brennstoffe fast komplett durch erneuerbare Energien zu ersetzen, ist aus seiner Sicht ein gewagtes Unterfangen. "Es wird darauf ankommen, dass Deutschland die richtige Balance wählt", sagt Colton. "Die Frage ist, ob Deutschland genug auf seine Wettbewerbsfähigkeit achtet."
Nach Einschätzung des Managers könnte die Energieerzeugung aus Wind- und Sonnenkraft für die größte europäische Volkswirtschaft noch sehr kostspielig werden. Ein Grund dafür sei, dass beide Energiearten noch auf lange Zeit Kraftwerke nicht ersetzen könnten. Ein kompletter weiterer Kraftwerkspark mit Gas- oder Kohle-Befeuerung müsse bereitgehalten werden, um die Versorgung zu jedem Zeitpunkt garantieren zu können. "Wenn allein der Umweltschutz im Vordergrund stünde, wäre in Deutschland der Wechsel von Kohle- zu Gaskraftwerken viel effizienter und kostengünstiger", glaubt Colton.