Die Ergebnisse von Walmart waren nicht schlecht, enttäuschten den Markt aber leicht: Das vergleichbare US-Umsatzwachstum lag mit 2,6 % unter den erwarteten 3,8 %, während das Wachstum des durchschnittlichen Einkaufswerts auf 1,1 % zurückging. Ohne den Einfluss der Änderungen bei den Apothekenpreisen hätte das Wachstum 3,4 % betragen. Gleichzeitig zeigt sich, dass Verbraucher wegen hoher Benzin- und Lebenshaltungskosten bei nicht notwendigen Ausgaben sparen. Auch der EPS-Ausblick für Q3 von 0,62–0,64 US-Dollar lag unter den erwarteten etwa 0,68 US-Dollar. Trotz der Abschwächung bei den Filialumsätzen bleibt die langfristige Walmart-Story intakt: E-Commerce, Werbung, Mitgliedschaften und Marktanteilsgewinne entwickeln sich weiterhin positiv. Die Bewertung ist zwar hoch, doch Qualitätsunternehmen dieser Art werden häufig über längere Zeit mit einem Bewertungsaufschlag gehandelt. Makroökonomisch gingen die US-Einzelhandelsumsätze im Juli um 0,6 % gegenüber dem Vormonat zurück – der erste Rückgang seit neun Monaten. Auch die für das BIP relevante „Control Group“ sank um rund 0,4 %. Charttechnisch liegt der monatliche EMA21 bei 105 US-Dollar. Walmart notiert nur selten dauerhaft darunter, könnte sich aber zunächst weiter seitwärts bewegen. 2015 fiel die Aktie zeitweise weitere 23 % unter diesen Durchschnitt, allerdings war die Situation damals anders: Das Management hatte wegen geplanter Investitionen einen Gewinnrückgang von 6–12 % angekündigt. Heute erhöht Walmart dagegen seine Prognosen für Umsatz, operatives Ergebnis und EPS für das Gesamtjahr.
Zusammenfassend zeigt Walmart eine leichte operative Abschwächung und der Ausblick enttäuschte den Markt. Hohe Lebenshaltungskosten belasten den Konsum. Die langfristigen Wachstumstreiber bleiben jedoch intakt, und Walmart erhöht sogar seine Jahresprognosen. Die hohe Bewertung sowie die mögliche Schwäche unter dem EMA21 sprechen kurzfristig für Vorsicht, ändern aber wenig an der langfristig positiven Investmentstory.
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