Wie hoch werden die Zinszahlungen im Jahr 2027 sein?
Laut den jüngsten Prognosen der Vonovia SE für 2027 wird das anhaltend hohe Zinsniveau weiterhin einen erheblichen Druck auf die Finanzergebnisse des Unternehmens ausüben. Basierend auf dem Kreditrating und dem Analystenkonsensmodell wird die Entwicklung der Zinsaufwendungen voraussichtlich wie folgt aussehen:
Erwartete Zinsaufwendungen im Jahr 2027: rund 993 Millionen Euro.
Der Trend: Dies entspricht praktisch dem Niveau von rund 999 Millionen Euro im Jahr 2026 (ein geringfügiger Rückgang von lediglich 0,6 %).
Um die gestiegene Belastung auszugleichen, werden Entwicklungsprojekte reduziert und Immobilienkäufe eingeschränkt, um den Cashflow des Unternehmens zu sichern.
Neue Schulden werden 2027 fällig, warum steigen die Zinsaufwendungen im Vergleich zu diesem Jahr nicht?
Trotz der im Jahr 2027 fälligen Schulden (rund 5 Milliarden Euro) wird erwartet, dass die Zinskosten von Vonovia im Vergleich zu 2026 nicht weiter steigen werden. Diese scheinbar widersprüchliche Situation ist auf drei strategische Hauptfaktoren zurückzuführen:
Schuldenabbau: Vonovia wird nicht den gesamten fälligen Betrag refinanzieren. Das Management hat eine strenge Kapitaldisziplin eingeführt und setzt ein umfangreiches Immobilienverkaufsprogramm um, um die Mittelzuflüsse zur teilweisen Tilgung (und nicht Verlängerung) der fälligen Kredite zu nutzen. Durch die Reduzierung des Gesamtschuldenbestands können die Zinsaufwendungen trotz höherer Zinssätze aufrechterhalten werden.
Sicherheitsnetz (96 % Deckung): 96 % des Gesamtschuldenbestands des Unternehmens sind festverzinslich oder durch Finanztransaktionen (Hedging-Geschäfte) abgesichert. Die Zinssätze für bestehende langfristige Kredite und Anleihen bleiben daher vollständig unverändert. Die Schuldenverlängerungen im Jahr 2027 werden nur einen kleinen Teil des Gesamtportfolios betreffen, deren Auswirkungen das Unternehmen bereits in seine Prognosen einbezogen hat.
Drastische Reduzierung der Investitionen: In ihrem kürzlich veröffentlichten Plan für 2027 kündigte Vonovia an, den Eigenbau von Immobilienprojekten (Development-to-Hold) nahezu vollständig einzustellen und die Investitionen in die „Manage-to-Green“-Modernisierung (grüne Modernisierung) auszusetzen. Da sie keine neuen Kredite für Bauvorhaben aufnehmen, entstehen ihnen auch keine neuen, hochverzinsten Schulden.
Insgesamt war der Großteil des durch das Zinsumfeld bedingten Schocks bereits eingepreist und in den Zahlen für 2025/26 berücksichtigt (als die Zinsaufwendungen von 915 Millionen auf fast 1 Milliarde Euro stiegen).
Bis 2027 wird das Management diesen Posten durch Schuldenabbau und das Einfrieren von Wachstumsprojekten stabilisieren können.
Im nächsten Jahr müssen Schulden in Höhe von rund 4 Milliarden Euro zu einem höheren Zinssatz refinanziert werden!
Genau dieser Punkt veranlasste Markt und Analysten, Vonovias offizielle Prognose für 2027, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde, genau zu verfolgen.
Die Refinanzierung der von Ihnen erwähnten fälligen Schulden in Höhe von rund 4–5 Milliarden Euro wird in der Tat deutlich teurer sein als die der alten Kredite. Die Zinsbelastung wird sich im Vergleich zu 2026 jedoch nicht dramatisch erhöhen. Dies ist auf folgende Finanzmechanismen und mathematische Gegebenheiten zurückzuführen:
Der „teure“ Umtausch hat bereits begonnen (nicht alle Kredite sind 0 %): Einige der 2027 fälligen Anleihen stammen nicht aus der Ära der Negativzinsen. Zudem gibt es eine ältere Emission mit einem Kupon von 4,75 %. Wenn das Unternehmen diese zum aktuellen Marktniveau (mit Euro-Zinssätzen zwischen ca. 3,5 % und 3,9 %) erneuert, könnte die Zinsbelastung dieser Tranche sogar sinken, was den Anstieg sehr günstiger Kredite (z. B. 0,6 %) teilweise kompensiert.
Die Kreditsumme wird geringer ausfallen (Schuldenabbau): Vonovia wird die vollen 4 Milliarden Euro bewusst nicht erneuern. Die Erlöse aus dem Verkauf von Immobilien (Wohnungsverkäufe, Portfoliobereinigung) werden direkt zur Tilgung der Kredite verwendet. Durch die Reduzierung des Gesamtschuldenbestands kann der gezahlte Eurobetrag trotz des höheren durchschnittlichen Zinssatzes konstant gehalten werden.
Der Basiseffekt (der Sprung 2026): Der Großteil des Zinsschocks ist bereits in den Zahlen für 2026 eingepreist. Das Unternehmen hat seinen Zinsaufwand in diesem Jahr bereits von 915 Millionen Euro auf rund 999 Millionen Euro gesteigert. Die Prognose von 993 Millionen Euro für 2027 zeigt, dass das Unternehmen ein Plateau bei den Zinsaufwendungen erreicht hat.
Steigen die Mieteinnahmen also im nächsten Jahr, die Zinsen aber nicht?
Ja, genau das ist der Punkt. Laut den kürzlich von der Vonovia-Geschäftsleitung veröffentlichten offiziellen Prognosen entwickeln sich die beiden Indikatoren in entgegengesetzte Richtungen: Die Mieteinnahmen steigen: Aufgrund der Wohnungsnot und der indexierten Mieten werden die Mieteinnahmen von rund 3,45–3,55 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf 3,55–3,65 Milliarden Euro im Jahr 2027 steigen. Die Zinsaufwendungen stagnieren (steigen nicht): Die Geschäftsleitung kompensiert die Auswirkungen teurerer Kreditverlängerungen durch die teilweise Tilgung von Krediten (aus Immobilienverkäufen) und das Einfrieren von Investitionen. Somit wird sich die Zinsbelastung bis 2027 bei rund 993 Millionen Euro stabilisieren, nach einem Höchststand von rund 999 Millionen Euro im Jahr 2026.