Gropius, meinst Du denn, dass diese Flächen an der polnischen Grenze so einfach zu vermarkten sind, nachdem zu früher erläutert hast, dass sie von der Sparkasse Langenfeld hätten vermarktet werden müssen? Da bin ich mir nicht so sicher.
Die Groundlease 1 und 2 Verbriefungen (A0GPTZ - 62 Mio, 4.74 % Coupon,
A0G3P7 - 76,4 Mio, 3-Monats-Euribor plus 0,33% Coupon) sollen mehr wert sein, als der Preis indiziert. Nunja. Da schaue ich lieber bei Moody's und lese "Moody's Note-to-Value ("NTV") of the Class A1 Notes is 91% and 119% for the Class B1 Notes. Given the volatility of the Swap MtM we expect this number to remain volatile." Da komme ich auf 56.42 Mio für
A0GPTZ und auf 90.916 Mio für
A0G3P7. Es bleiben 8.936 Mio stille Reserve plus eventuelle bereits erfolgte Tilgungen, die ich nicht recherchiert habe. Das wiederholte downgrade hat nach Moody's den Grund:
"The rating downgrades are mainly due to Moody's concerns about the increased refinancing default risk and the uncertainty around the recovery value attached to the combined portfolio of ground rents and interest and inflation swaps. Moody's believes that the debt service capability of the total cash flow received from ground rents and swaps will materially impact the refinancing of the REF Notes in 2017."
Ein Käufer, der das letztgenannte Risiko im Griff hat, bewertet diese Cash-flows mit AA+. Einer, der es nicht im Griff hat, mit C. Aber warum sollte der starke Investor jemand anderen an dieser Befähigung teilhaben lassen?
Der starke Investor, nennen wir ihn nach seinem Logo mal "O" (damit niemand auf die Idee kommt, ihn "M" zu nennen und mit dem Vorstand zu verwechseln), hat das im Griff. Er kann das natürlich bezahlen und günstig refinanzieren. Er kann das sicher auch durchhandeln. Aber hätte er ein Interesse mit Meyer in seiner Eigenschaft als Vorstand zu verhandeln, nachdem die Insolvenz aufgehoben ist? Würde er nicht viel weniger bezahlen, wenn er alles vom Verwalter kauft und dann dasselbe (eventuell sogar mit einigen, eventuell sogar denselben Leuten) aufbaut? Ein vorsichtiger Kaufmann würde da Interessenskonfliktpotenzial wittern.
Verbriefungen haben nur einen Sinn (klug in: Die Welt vom 17.02.2006):
"Die Bewertung der Erbpacht-Grundstücke (nach Trennung von Gebäude und Grund) verläuft nicht immer ohne Unstimmigkeiten. Um dem abzuhelfen will Vivacon den "Erbbauzinsstrom" künftig verbriefen. Neben einer dann marktüblichen Bewertung der Grundstücke ist ein zusätzlicher Vorteil damit verknüpft: Analysten gehen davon aus, daß mit der Verbriefung auch ein Buch-Gewinn anfällt. Erbbauzinsen gelten als sichere Zahlungsströme, deshalb werden Bewertungen vom bis zu 25-fachen des jährlichen Volumens erzielt. Bei einer Verbriefung von 50 bis 60 Mio. Euro summieren sich so Buchgewinne von fünf bis zehn Mio. Euro. "
www.welt.de/print-welt/article198580/...acon-Buch-Gewinne.html
Das ist eine hübsche Summe. Wer würde die ohne Not teilen wollen? Da merkt man erst, was für eine Katastrophe Meyer zusammen mit dem hoffentlich integren? Aufsichtsrat verursacht hat, indem es ihm nicht gelang, die Vivacon zu sanieren. All diese Werte sind verloren. Für den Aktionär - auch für Meyer, frage ich mich?
Immobilieninvestoren dieser Klasse (zu der allerdings Vivacon nicht gehört) haben einen obszönen Ruf. Falls sich jemand die Mühe machen möchte, empfehle ich statt vieler Quellen nur eine Lektüre:
www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_I/I.1/EK/...24.02.2013....pdf
Als Aktionär dieser Gesellschaft muss man nicht über irgendwelche Cents im Bid reden. Man muss genau aufpassen, an welcher Stelle man betrogen wird und darf eines nie aus den Augen verlieren: wem nützt es? Cui bono?