• Marktberichte und Ausblick (Stand: 08:22 Uhr)
DEUTSCHLAND
Kaum veränderte Tendenz erwartet
Der Deutsche Aktienindex DAX wird am Montag voraussichtlich kaum verändert in den Handel starten.
Die US-Vorgaben seien zwar gemischt ausgefallen, allerdings dürften die neuerlichen
Kursgewinne an der Tokioter Börse etwas Halt geben, hieß es am Markt. An der Frankfurter Börse
dürften Bankentitel und Einzelhandelswerte in den Fokus rücken. Das kalte Winterwetter in weiten
Teilen Deutschlands bescherte dem Handel am zweiten Adventswochenende gut gefüllte Kassen.
"Das Stimmungsbild ist sehr fröhlich. Es wurde nicht nur geschaut, sondern auch gekauft", berichtete
der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr. Aktien
von METRO, KarstadtQuelle oder Douglas dürften damit das Interesse auf sich ziehen.
Die Commerzbank und die Eurohypo ollen nach ihrem Zusammenschluss in Deutschland den
Marktführer Deutsche Bank überflügeln und selbst den Spitzenplatz im inländischen Bankgewerbe
erobern. Das sagte der Vorstandschef der Eurohypo, Bernd Knobloch, in einem Interview des
Magazins "Focus". "Die neue Verbindung ermöglicht es der Commerzbank, dieses Ziel ernsthaft anzuvisieren",
sagte Knobloch. Aktien von MAN und DaimlerChrysler sollten Händlern zufolge ebenfalls
im Auge behalten werden. Der Milliardenpoker um MTU Friedrichshafen ist nach einem Bericht der
"Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" entschieden: Demnach verkauft DaimlerChrysler die
Tochtergesellschaft an die schwedische Investorengruppe EQT. Ein Sprecher von DaimlerChrysler in
Stuttgart wollte den Bericht nicht kommentieren. Drei Interessenten hatten sich in einer monatelangen
Bieterschlacht um den Motorenhersteller beworben: die Münchner MAN als einziger Industriekonzern
sowie die Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und die Beteiligungsgesellschaft EQT.
• Wochenausblick
Die deutschen Aktienmärkte dürften sich in der kommenden Woche auf hohem Niveau stabilisieren. "Es riecht nach einer
Konsolidierung", sagte Marktstratege Frank Schallenberger der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Seit Ende Oktober habe der
Markt fast 500 Punkte zulegen können - ohne merkliche Rücksetzer. Diese Gewinne müssten nun zunächst einmal verdaut werden.
"Bis Ende Dezember sehen wir den DAX allerdings bei 5.400 Punkten". Hierfür spreche insbesondere die historische saisonale Stärke:
Im Dezember und Januar sei der an die Aktienmärkte drängende Liquiditätszufluss traditionell besonders stark. Zudem stimme der
nach wie vor zurückhaltende Optimismus der Anleger positiv.
Ähnlich argumentiert Marktbeobachterin Christin Stock von cognitrend. Sie sieht den DAX in der kommenden Woche "recht widerstandsfähig".
Bei niedrigeren Kursen könnten die derzeit unentschlossenen Marktteilnehmer nochmals für neue Nachfrage sorgen und
dem DAX-Index zu einem weiteren Anlauf auf Jahreshöchststände verhelfen.
VERÄNDERUNGEN IN DAX UND TECDAX
Am Montag wird der Arbeitskreis Aktienindizes die Umstellungen für die Indizes der Deutschen Börse bekannt geben. Die wichtigste
Veränderung dürfte Analysten zufolge der Abstieg der HypoVereinsbank (HVB) in den MDAX darstellen. Ihren Platz im DAX dürfte
noch im Dezember die ehemalige Tochter Hypo Real Estate (HRE) einnehmen. "Die HVB ist durch Reduktion des Freefloats
(Streubesitz) in der Marktkapitalisierung nach Streubesitz auf etwa 1,1 Milliarden Euro abgeschmolzen", argumentiert Experte Klaus
Stabel von der ICF Kursmakler AG in Frankfurt. Dadurch fiele die Aktie in diesem Kriterium noch hinter Rang 50 zurück, was automatisch
einen so genannten "Fast Exit" auslöse.
Neben der HRE kämen als Nachfolger auch der Pharmawert Merck KGaA und der Sportartikelhersteller PUMA in Frage. Die besten
Voraussetzungen aber habe auf Grund der Marktkapitalsierung, die als ausschlaggebendes Kriterium gilt, der Immobilienfinanzierer.
Aus dem TecDAX werden in jedem Fall die Aktien des Schweizer Chipherstellers MICRONAS SEMICONDUCTOR herausgenommen,
da diese auf Wunsch des Unternehmens nicht mehr in Deutschland notiert sein werden. Einig sind sich die Experten aber auch, dass
ELMOS Semiconductor den Technologie-Index verlassen muss. Einen Platz der beiden Halbleiterwerte dürfte die am 5. Oktober 2005
erstmals gelistete Q-Cells einnehmen, so Stabel. Offen sei jedoch nach Einschätzung des Experten noch, welcher der beiden anderen
Solarwerte - Solon oder ErSol - in den Index aufsteigt und den zweiten freien Platz besetzt. Das werde ein "spannendes Kopf-an-
Kopf-Rennen".
TERMINKALENDER SEHR ÜBERSICHTLICH
Abgesehen von der Indexumstellung deutet die Agenda nach dem Ende der Berichtssaison in der kommenden Woche auf einen nachrichtenarmen
Verlauf hin. Hervorzuheben ist der Einkaufsmanagerindex des Dienstleistungssektors für Deutschland und die EU, der
am Montag zur Veröffentlichung ansteht. Volkswirte sehen ihn als wichtigen Frühindikator für das Vertrauen der Unternehmen in die
Wirtschaft. Berichte über die Auftragseingänge in Deutschland und den USA folgen dann am Dienstag.
Auf der Unternehmensseite steht am Mittwochvormittag die Bilanz-Pressekonferenz von Porsche auf dem Plan.
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Dax kaum verändert erwartet - Steigender Ölpreis belastet
Mo Dez 5, 2005 8:39 MEZ
Frankfurt (Reuters) - Der deutsche Aktienmarkt wird nach Einschätzung von Börsianern belastet vom wieder steigenden Ölpreis kaum verändert in die neue Handelswoche starten.
Nach Berechnungen von Banken und Handelshäusern wird der Deutsche Aktienindex (Dax) am Montag knapp 0,1 Prozent tiefer bei 5304 Punkten eröffnen. Nach zwei Handelstagen mit deutlichen Kursgewinnen dürfte der Dax eine Erholung einlegen. "Die Vorgaben aus den USA waren nicht sonderlich positiv", sagte ein Händler. "Zudem ist der Ölpreis den dritten Tag in Folge gestiegen." Die US-Börsen hatten den Handel am Freitag ohne klaren Trend verlassen. Während der Dow-Jones-Index 0,32 Prozent tiefer geschlossen hatte, war der Nasdaq-Index mit einem Plus von 0,24 Prozent ins Wochenende gegangen.
Die Deutsche Telekom bekommt mit dem Lebensmittel-Discounter Aldi einen neuen Konkurrenten im Mobilfunk. Ab Mitte der Woche sind in mehr als 4000 Aldi-Läden Handykarten für den Tarif "Aldi Talk" erhältlich, wie die Aldi-Partner E-Plus und Medion mitteilten. "Das geht klar gegen den Marktführer Deutsche Telekom", sagte ein Händler.
Im Bieterwettbewerb um die DaimlerChrysler-Tochter MTU Friedrichshafen läuft Finanzkreisen zufolge alles auf den schwedischen Finanzinvestor der Wallenberg-Gruppe hinaus. "EQT ist sehr kurz davor, den Zuschlag zu erhalten", sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person Reuters.
Der Energieversorger RWE kommt wegen des Stromchaos Ende November nicht aus den Schlagzeilen. Der RWE-Vorstand ist dem "Spiegel" zufolge seit Jahren über gravierende Mängel in seinem Stromnetz informiert gewesen.
Mit hohen Verlusten im dritten Quartal hatte am Freitag nach Börsenschluss der Chiphändler CE Consumer die Anleger aufgeschreckt. Wegen der angespannten Finanzlage sollen die CE-Aktionäre auf einer Hauptversammlung am Mittwoch über einen Kapitalschnitt entscheiden.
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