| FRÜHAUFSTEHER - Der tägliche Ausblick auf die Börse |
| | Frühaufsteher Dax gut behauptet erwartet
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17. November 2005 Gut behauptet wird der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag zu Handelsbeginn erwartet. Zwar könnte ein höherer Ölpreis die Urse belasten, doch seien die Vorgaben aus Wall Street und von den asiatischen Märkten überwiegend positiv.

Nachdem die Inflationsdaten am Mittwoch den Markt nicht über Gebühr belasteten, wird für den Donnerstag nachmittag ein deutlicher Anstige der amerikanischen Industrieproduktion erwartet. Das könnte die Kurse beflügeln.
Rentenmarkt freundlicher erwartet
Nach nunmehr zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit starken Kursgewinnen wird der Rentenmarkt auch am Donnerstag freundlicher erwartet. Am Mittwoch legte der Bund-Future um nicht weniger als 67 Basispunkte auf 120,26 Prozent zu. Der Bobl-Future gewann 34 Basispunkte auf 112,67 Prozent.
Viele Marktteilnehmer hätten mit schlechteren amerikanischen Inflationsdaten gerechnet, sagte ein Händler. Durch die Aufwärtsbewegung sei der Bund-Future aus seinem kurzfristigen Abwärtstrend nach oben ausgebrochen, so daß nunmehr ein Anstieg bis zum Widerstand bei 120,48 Prozent als möglich gilt.
Euro im fernöstlichen Handel fester
Nach seinen jüngsten Kursverlusten hat sich der Euro am Donnerstag im fernöstlichen Handel wieder etwas fester präsentiert. Mit 1,1680 Dollar bewegte sich die Gemeinschaftswährung allerdings weiter in der Nähe des Zwei-Jahres-Tiefs von 1,1638 Dollar, das sie am Dienstag markiert hatte. Die amerikanische Währung belasteten Gewinnmitnahmen. „Der Dollar hatte einen sehr guten Lauf und einige Investoren haben dies genutzt, um Gewinne einzustreichen”, sagte Mitsuru Sahara von der UFJ Bank in Tokio. Da viele Anleger jedoch noch höhere Renditen anpeilten, werde sich am Aufwärtstrend der amerikanische Währung zunächst nichts ändern, fügte er hinzu. Der Dollar wurde bei rund 119,00 Yen gehandelt nach 119,20 Yen im späten amerikanischen Handel. Der Schweizer Franken notierte bei rund 1,3253 Franken je Dollar und etwa 1,5468 Franken je Euro.
Asiens Aktienmärkte uneinheitlich - Tokio im Höhenflug
Exportwerte und die Titel großer Energieunternehmen haben dem Tokioter Aktienmarkt am Donnerstag zu deutlichen Gewinnen verholfen. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte schloß 1,7 Prozent fester bei 14.411 Punkten auf dem höchsten Stand seit Mai 2001. Der Index hatte in diesem Monat die psychologisch wichtige Marke von 14.000 Punkten durchbrochen und war seitdem nicht mehr darunter zurückgefallen. Der breiter gefaßte Topix-Index legte um 1,6 Prozent auf 1510 Stellen zu. Auch die Börse in Seoul verbuchte Gewinne, während die Aktienmärkte in Taiwan, Singapur und Hongkong nachgaben.
„Es sieht so aus, als ob die Anleger in einer sehr freudigen Stimmung sind”, sagte Analyst Tsuyoshi Nomaguchi von Daiwa Securities. Die Investoren erwarteten angesichts des stabilen Wachstums der amerikanischen Wirtschaft offenbar, daß auch die amerikanischen Aktienmärkte bald wieder deutlich zulegten, und das treibe die asiatischen Märkte an, fügte er hinzu.
Zu den größten Gewinnern in Tokio gehörten die Titel des Ölkonzerns Teikoku Oil, die von den wieder gestiegenen Ölpreisen profitierten und um fast vier Prozent kletterten. Die Aktien des Konkurrenten Inpex legten 0,3 Prozent zu. Der Ölpreis war im New Yorker Handel nach unerwartet niedrigen Lagerbeständen noch deutlich gestiegen, gab im asiatischen Handel aber wieder nach und lag bei etwa 57,80 Dollar pro Barrel (knapp 159 Liter). Auch Titel der Autohersteller waren wegen des etwas billigeren Yen gefragt. Papiere von Toyota verteuerten sich etwa um rund 2,6 Prozent.
Aktien in Hongkong kaum verändert
Mit einer kaum veränderten Tendenz zeigen sich die Kurse an der Börse in Hongkong am Donnerstagmittag (Ortszeit). Der Hang-Seng-Index gibt bis zum Ende der ersten Sitzungshälfte um einen Punkt auf 14.650 nach. Es fehle an neuen Impulsen für den Markt, so ein Händler. Die Umsätze seien entsprechend recht gering. Die Aufschläge bei China Mobile und CNOOC gleichen die leichten Verluste bei den Index-Schwergewichten HSBC und Hutchison Whampoa aus, so ein Beobachter. Für den weiteren Verlauf wird der Index in einer Spanne zwischen 14.600 und 14.700 Punkten gesehen.
Neuigkeiten und Meldungen nach Börsenschluß
Nachbörslich zeigten sich die Aktienkurse am Donnerstag an der Wall Street unverändert. Der Nasdaq 100 After Hours Indicator schloß mit einem Plus von 0,28 Punkten bei 1651,73 Zählern.
Die Aktien von Applied Materials haben am Mittwoch im nachbörslichen Handel um drei Prozent auf 17,24 Dollar nachgegeben. Zuvor hatte der Hersteller von Halbleitermaschinen Viertquartalszahlen ausgewiesen, die über den Erwartungen lagen. Der Umsatz fiel zwar um 22 Prozent auf 1,72 Milliarden Dollar, lag aber über der Erwartung von 1,63 Milliarden Dollar. Intuit stiegen um 0,7 Prozent auf 49,54 Dollar. Das Unternehmen hatte einen niedriger als befürchtetet ausgefallenen Verlust berichtet und zudem seine Prognosen leicht angehoben. Brocade Communications Systems stiegen um sieben Prozent auf 4,44 Dollar, nachdem das Unternehmen gemeldet hatte für das vierte Quartal voraussichtlich leicht über den Prognosen liegende Geschäftszahlen zu melden.
Steigender Ölpreis belastet amerikanische Börsen
Uneinheitlich haben die Aktienkurse an Wall Street am Mittwoch geschlossen. Im Mittelpunkt standen Nachrichten zu Titeln wie American Express, General Motors und Caterpillar. Der Dow-Jones-Index der 30 Industriewerte gab um 0,1 Prozent oder 12 Punkte auf 10.675 nach, der S&P-500 gewann 0,2 Prozent oder zwei Punkte auf 1.231 und der Nasdaq- Composite legte um 0,1 Prozent oder einen Punkt auf 2.188 zu.
Die Veröffentlichung der Daten zu den amerikanischen Verbraucherpreisen im Oktober stand ebenfalls auf der Agenda. Mit einem Plus von 0,2 Prozent stiegen die Preise zwar schneller als erwartet, jedoch nur aufgrund der Energieeinflüsse. Der Anstieg von 0,2 Prozent in der Kernrate war hingegen erwartet worden. „Die Inflationszahlen waren nicht schlecht, aber ich denke, der Markt verarbeitet noch die jüngsten Exzesse der dreiwöchigen Rally”, sagte Barry Hyman, Analyst bei Ehrenkrantz King Nussbaum. Zudem habe der Ölpreisanstieg die Gewinne begrenzt.
Im Fokus standen unter anderem die Titel von American Express. Der Finanzdienstleister hatte mitgeteilt, daß die höheren Abschreibungen aufgrund von Kundeninsolvenzen und höhere Marketingausgaben das Ergebnis im vierten Quartal belasten werden und die Analysten gemeinhin eine zu hohe Gewinnerwartung hätten. Die Aktien fielen daraufhin um 1,7 Prozent auf 50, 08 Dollar.
General Motors (GM) waren zum sechsten Mal in den vergangenen sieben Sitzungen Tagesverlierer im Dow. Die Aktie verbilligte sich um 5,8 Prozent auf 21,29 Dollar und blickt nunmehr auf einen Kursverlust von 22 Prozent innerhalb dieser Periode zurück. An Nachrichten bewegten hier die westeuropäischen ACEA-Zahlen zu den Neuzulassungen. GM hatte ebenso wie Ford im ohnehin schrumpfenden Markt noch Marktanteile eingebüßt. Zudem zeichnet sich in der Tarifauseinandersetzung bei Delphi, dem wichtigsten Zulieferer von GM, nach Gewerkschaftsaussagen keine Lösung ab.
Die Aktien des Flugzeugherstellers Boeing stiegen um 1,3 Prozent auf 67,89 Dollar, nachdem ein neues Arbeitsabkommen mit der Gewerkschaft geschlossen werden konnte. Damit werde die Gefahr neuer Streiks gesenkt, die zuvor deutlich auf die Gewinne gedrückt hatte.
Caterpillar waren mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent auf 56,73 Dollar Tagessieger im Dow und profitierten dabei von einem positiven Analystenkommentar von J.P. Morgan. Gilead Sciences sprangen an der Nasdaq um 7,7 Prozent auf 55,63 Dollar nach oben. Hier hatte die schweizerische Roche Holding eingewilligt, 62,5 Millionen Dollar an Gilead zu zahlen. Damit werde ein Streit über das Grippemittel Tamiflu beigelegt. Beide Unternehmen wollen Tamiflu nun gemeinsam global vermarkten. Apple Computer rückten um 4,3 Prozent auf 64,95 Dollar vor, nachdem Bear Stearns das Kursziel für die Titel auf 70 von zuvor 58 Dollar erhöht hatte.
Amerikanische Anleihen auf Drei-Wochen-Hoch
Die amerikanischen Anleihen haben am Mittwoch fest und auf dem höchsten Stand seit drei Wochen tendiert. Zweijährige Anleihen gewannen 0,11 Prozent auf 99,22 Punkte. Sie rentierten mit 4,392 Prozent. Fünfjährige Anleihen stiegen um 0,32 Prozent auf 100,096 Punkte. Sie rentierten mit 4,424 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen notierten 0,58 Prozent fester bei 100,035 Punkten und rentierten mit 4,482 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren verbesserten sich um 0,93 Prozent auf 110,085 Punkte. Sie rentierten mit 4,675 Prozent.
Auslöser der Aufwärtsbewegung waren Händlern zufolge die zum Handelsbeginn veröffentlichten Daten zu den Verbraucherpreisen, die die Inflationsbefürchtungen etwas dämpften. Gleichzeitig verflachte die Zinskurve immer mehr und näherte sich der inversen Struktur, in der die Renditen am langen Ende niedriger sind als am kurzen Ende. Diese deutet in der Regel darauf hin, daß die Investoren glauben, daß die Zinsen zu aggressiv stiegen. Der Spread zwischen der Zwei- und der Zehnjährigen verengte sich am Berichtstag auf zwei Basispunkte. „Einige Investoren befürchten, daß dies der Beginn eines richtigen Sturmes sein könnte, in dem die Fed weiter gegen die Inflation kämpft und dabei gleichzeitig dem Wachstum schadet”, sagte Mike Franzese, Händler bei Zions First National.
Die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten sind im Oktober um 0,2 Prozent gestiegen. Ökonomen hatten im Vorfeld mit einem unveränderten Preisniveau gerechnet. Für die um die häufig volatilen Bestandteile Energie und Nahrungsmittel bereinigte Kernrate wurde für Oktober ein Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gemeldet, was Volkswirte exakt prognostiziert hatten. Bill Healey, Händler bei GE Asset Management, sagte, daß sich die Investoren angesichts der jüngst extrem volatilen Energiepreise auf die Kernrate konzentrierten.
Ebenfalls stützend wirkte das offensichtlich anhaltende Interesse ausländischer Investoren an amerikanischen Wertpapieren, was sich in deren Wertpapierkäufen (TIC) im September im Wert von 101,9 Milliarden Dollar widerspiegele. Diese Zahl, die deutlich über den 66,1 Milliarden Dollar im August lag, stützte den Dollar und milderte Sorgen, daß die Vereinigten Staaten ihr hohes Handelsbilanzdefizit nicht finanzieren könnte. Ein „starker Dollar, niedrige Inflation, Shorteindeckungen und hohe TIC-Daten” stützen den Bondmarkt, sagte Andy Brenner, Händler bei Investec.
Gruß Moya