Eutelsat Communications hat am 29. Oktober 2026 frische Geschäftszahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 vorgelegt. Das Zahlenwerk zeigt ein zweigeteiltes Bild aus verfehlten kurzfristigen Erwartungen und einem massiven Zukunfts-Boom durch das EU-Satellitenprojekt IRIS².
Die aktuellen Quartalszahlen (Q1 2026/27)
• Umsatz knapp verfehlt: Der Umsatz der vier operativen Kerngeschäftsfelder sank auf vergleichbarer Basis um 2,1 % auf 278,3 Millionen Euro. Damit blieb Eutelsat hinter den Analystenschätzungen zurück, die im Schnitt mit 291 Millionen Euro gerechnet hatten. Der Gesamtaußenumsatz lag bei 286 Millionen Euro (-0,9 %).
• Wachstumstreiber LEO (OneWeb): Während das klassische TV-Übertragungsgeschäft (Video) strukturell schwächelt (-17,8 % wegen auslaufender Verträge), boomt die weltraumgestützte Internetkonnektivität. Die LEO-Aktivitäten (Low Earth Orbit) legten im Quartal um 30,1 % zu.
• Jahresprognose bestätigt: Trotz des durchwachsenen Quartals hält das Management an seinen Finanzzielen für das Gesamtjahr 2026/27 sowie für 2028/29 fest. Für das laufende Jahr wird weiterhin ein leichtes Umsatzwachstum im Kerngeschäft sowie eine stabile EBITDA-Marge erwartet.
Der IRIS²-Milliarden-Boom
Der eigentliche Paukenschlag in den aktuellen Berichten betrifft die langfristige Auftragslage. Als Konsortialführer für das europäische Satellitennetzwerk IRIS² (Europas geplantes Gegenstück zu Elon Musks Starlink) verzeichnet Eutelsat einen historischen Zuwachs:
• Auftragsbestand explodiert: Die Orderbücher des Satellitenbetreibers sprangen von 3,4 Milliarden Euro im Juni schlagartig auf 12,1 Milliarden Euro.
• Milliardenumsätze gesichert: Allein 8,9 Milliarden Euro fließen Eutelsat aus dem Design und Bau des Netzwerks zu – dieser Umsatz soll vorwiegend zwischen 2027 und 2031 verbucht werden. Für den Zeitraum 2032 bis 2040 prognostiziert das Unternehmen weitere über 10 Milliarden Euro an rein kommerziellen Dienstleistungserlösen durch das 330 Satelliten umfassende IRIS²-Netzwerk.