Rhein-Neckar
Pfälzerwaldverein gegen Windräder im Biossphärenreservat
12.12.2011 - NEUSTADT
(spe). Der Pfälzerwald-Verein läuft Sturm: „Keine Windkraftanlagen im Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald“ - das fordert die Organisation mit ihren rund 50 000 Mitgliedern und widerspricht „nachdrücklich allen Plänen, die dem Pfälzerwald die Eigenschaft als Ausschlussfläche für den Bau von Windkraftanlagen aberkennen und das Waldgebiet dafür freigeben wollen“. In einer vom Vorsitzenden Dr. Klaus Weichel, Oberbürgermeister von Kaiserslautern, unterzeichneten Erklärung wendet sich der Verein auch dagegen, dass einzelne Kommunen allein über den Bau von Windrädern entscheiden dürfen.
Der Pfälzerwald stelle als größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands „eine herausragende natur- und geschichtsträchtige Kulturlandschaft von europäischem Rang“ dar. Die landschaftliche Schönheit seiner Mischwälder mit den wertvollsten Eichenbeständen Deutschlands mache ihn für den Biotop- und Artenschutz, den Schutz von Boden und Wasser, die menschliche Erholung, den Wandertourismus, aber auch für die Holzversorgung der Bevölkerung zu einem Waldgebiet von hohem Wert, „wie ihn wenige andere Wälder bieten können“.
Bis zu zwei Hektar Flächenverbrauch
Dies erkläre auch, warum der Pfälzerwald mit Prädikaten wie Biosphärenreservat, Naturpark, Landschaftsschutzgebiet und mit Schutzkategorien wie Vogelschutzgebiet, Natura 2000-Fläche, Naturschutzgebiet und anderen überhäuft wurde. Für die Errichtung einer Windkraftanlage mit einer Nabenhöhe von 150 und einer Höhe der Rotorblätter von 200 Metern werde eine Fläche von 1,5 bis zwei Hektar Wald benötigt. Was ebenso schwer wiege: Es müssten für Schwertransporte ausgebaute Schneisen quer durch intakte Waldbestände zu den hochgelegenen Standorten gebaut werden. Die Topographie werfe auch Fragen auf, wie der Strom gespeichert oder weiter transportiert werden soll. Ein wichtiges Argument sei die Ästhetik in einer reinen Erholungslandschaft. Ein schon durch wenige, weithin sichtbare Windrad-Monster „verspargelter“ Naturpark verliere erheblich von seiner einzigartigen Attraktivität für Wanderer und Erholungsuchende. Damit würden jahrzehntelange Bemühungen und große Kosten für Entwicklung und Vermarktung einer einzigartigen Erholungs- und Urlaubslandschaft konterkariert werden.
Nur geringe Auslastung wird befürchtet
„Bemerkenswert ist, dass der Pfälzerwald in die Planungen einbezogen werden soll, obwohl man genau weiß, dass der Pfälzerwald selbst auf seinen Höhen nach den Windkartierungen nur eine geringe Windhöffigkeit aufweist, wie es die Experten nennen - die Windstärke also nur eine mäßige Eignung zum Bau der Anlagen ergibt“, schreibt Weichel.
Der Bau von Anlagen im Naturpark sei „absolut nicht erforderlich“, weil die Planungsgemeinschaften bereits außerhalb des Pfälzerwaldes weit mehr als die vom Land geforderten zwei Prozent Vorrangflächen für Windräder ausgewiesen hätten, „die gar nicht genutzt werden“. Außerdem stehe die Landesverordnung über den Naturpark Pfälzerwald der Aufstellung von Windrädern rechtlich klar entgegen, weil sie eine bauliche Nutzung darstellen.
www.lampertheimer-zeitung.de/region/.../meldungen/11468581.htm
Semperaugustus ID Sperre für immer
Erneutes Anliegen von Doppel-IDs. Untragbar für das Forum