WKN 786740 NET AG Vor Neubewertung
Mit den jüngsten Geschäftszahlen zeigte das Koblenzer IT-Unternehmen, dass die neue Wachstumsstrategie aufgeht. Im
Aktienkurs spiegeln sich die hervorragenden Zahlen noch nicht wider.
Nach Konsolidierung wieder auf Wachstumskurs
Die net AG hat eine harte Zeit hinter sich. Nach dem Börsengang im Jahr 2000 ging es sowohl mit dem Aktienkurs als auch geschäftlich abwärts. Doch mit dem Verkauf der ehemaligen Tochter net mobile gelang Vorstandschef Stefan Immes Mitte vergangenen Jahres der
Befreiungsschlag. Seither gliedert sich der Konzern in die beiden Teilbereiche e-systems und e-publishing. Im ersteren plant, realisiert und wartet die net AG ITProjekte für Großkonzerne in den Bereichen IP-Kommunikation, Storage und Security. Größter Kunde ist hier die Metro. Die Zahlen für das erste Quartal (zum
31. Dezember) des Geschäftsjahres 2006/07 belegen, dass in diesem Bereich derzeit mächtig Musik drinsteckt. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um knapp 30% auf 10,15 Mio. Euro zu, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 63% auf 0,73 Mio. Euro.
Zukauf stärkt Softwaregeschäft
Im Segment e-Publishing agieren die Koblenzer als „Verleger“ für preiswerte Software (PC-Tools, Spiele, Multimedia), das heißt, sie lizenzieren interessante Software ein und vertreiben sie dann.
Hier war das Wachstum in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres noch stärker. Der Umsatz lag bei 3,7 Mio. Euro (+174%) und das Ebit bei 0,61 Mio. Euro (+159%). Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass die im August vergangenen Jahres gekaufte bhv erstmals konsolidiert und erfolgreich integriert wurde.
Insgesamt legte im ersten Quartal der Konzernumsatz um 51% auf 13,9 Mio. Euro und das Ebit auf 1,24 Mio. Euro zu. Damit hat Immes bereits mehr als 40% des für das Geschäftsjahr 2006/07 angepeilten Ebit von 2,8 Mio. Euro in der Tasche. Die Prognosen für das Gesamtjahr will er dennoch nicht anheben, da das erste Halbjahr generell stärker ist als das zweite.
Aktie dürfte Schattendasein bald beenden
Damit steckt noch viel positives Überraschungspotenzial in der Aktie. Mit den guten Ergebnissen im Gepäck wird Immes in den nächsten Wochen auf Roadshow gehen und versuchen, die Investoren von seinem Unternehmen zu überzeugen. Das sollte kein Problem sein. Denn mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von mageren 8 auf Basis der erwarteten Gewinne des nächsten Jahres hat das Papier noch viel Luft nach oben, zumal er die Netto-Cash-Position von rund 5 Mio. Euro für weitere profitable Zukäufe im europäischen Ausland nutzen dürfte.
Aus SdK-AktionärsNews - Ausgabe 135