Debatte über E10
..in Deutschland haben wir momentan auch eine "wir sind gegen alles was die regierung macht" Opposition (auch wenn wir vorher dafür waren).
Die Medien haben sich auf diesen Stil leider auch eingeschossen......
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Franzosen tanken schon seit zwei Jahren Biosprit
Es geht auch reibungslos: In Frankreich ist der neue Treibstoff E10 schon im April 2009 eingeführt worden - von Problemen ist nichts bekannt. Von der Regierung gibt es Listen über die geeigneten Fahrzeugmodelle; auch die Ölkonzerne informierten früh.
Von Christian Schubert
Zapfen in FrankreichZapfen in Frankreich
08. März 2011
In Frankreich ist der neue Treibstoff E10 schon seit April 2009 auf dem Markt. Die Einführung erfolgte reibungslos, von technischen Problemen der Fahrzeuge ist wenig bekannt. Rund 70 Prozent der Autos können den neuen Treibstoff verwenden. Die Regierung hat Listen über die geeigneten Fahrzeugmodelle veröffentlicht, die sie regelmäßig aktualisiert. Zudem haben die Ölkonzerne früh Informationskampagnen für Verbraucher gestartet. „BP und Total beispielsweise haben sehr umfassend informiert, das ist wichtig, ansonsten fasst der Verbraucher kein Vertrauen“, sagt Sylvain Demoures, Generalsekretär der Produzenten von landwirtschaftlichen Alkoholen.
Frankreich hat ein Interesse an großem Absatz, weil es rund ein Drittel des europäischen Bioethanols herstellt. Mit einer Produktion von 12,5 Millionen Hektolitern waren die Franzosen 2009 der größte Produzent Europas vor Deutschland und Spanien. Frankreich hat in jüngerer Zeit fünf große Biosprit-Fabriken zu Gesamtkosten von fast einer Milliarde Euro errichtet. Die französische Landwirtschaft, ebenfalls die größte in Europa, freut sich über neue Absatzwege - vor allem die Zuckerrüben-Bauern. Dieser einst stark abgeschottete Landwirtschaftszweig ist heute mit schärferer Konkurrenz aus dem Ausland konfrontiert und produziert zunehmend für die Spritherstellung.
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„Das ist eine völlige Fehlallokation“, schimpft Jérôme Frignet von Greenpeace in Frankreich. Der Zuckerrübenanbau sei ökologisch sehr belastend. Der Anbau von Klee als Futtermittel sei die bessere Alternative. Im Vergleich der Kohlendioxidbilanz schneide E10 nicht vorteilhaft ab, denn bei der Herstellung entstünden Abgase, und der Sprit selbst habe einen geringeren Energiewert als das herkömmliche Benzin, man müsse also öfter tanken. Die Bioethanol-Branche streitet dies jedoch heftig ab und berichtet von einer Kohlendioxid-Verringerung von 50 Prozent - allerdings nur für den Fall, dass das klassische Benzin vollständig ersetzt würde.
Biotreibstoff verbreitet sich in kleinen Schritten
Der neue Biotreibstoff verbreitet sich in Frankreich in vergleichsweise kleinen Schritten. Die Spritsorte „SP 95-E10“, wie sie in Frankreich genannt wird, machte Ende 2010 rund 13 Prozent aller Benzinverkäufe aus. Im Jahr 2009 waren es noch 6,5 Prozent gewesen, berichtet die Vereinigung der französischen Biospritproduzenten. Dabei muss man aber wissen, dass die allgemeinen Benzinverkäufe in Frankreich nur einen Anteil von 20 Prozent am gesamten Kraftstoffabsatz darstellen. In Frankreich dominiert der Dieseltreibstoff, der steuerlich kräftig gefördert wird. Die E10-Verkäufe bewegen sich insgesamt also noch im einstelligen Bereich. Dies liegt weit hinter den ursprünglich gesetzten Zielen zurück.
Die Regierung macht jetzt kräftig Druck. Wenn Tankstellen nicht mindestens 7 Prozent ihres Kraftstoffes in Form von Biosprit verkaufen, droht eine Sondersteuer. Gerade Tankstellen an Supermärkten zögern mit der Einführung, denn häufig verfügen sie nur über drei Zapfsäulen: eine für Diesel, eine für Bleifrei-Benzin mit dem Oktangrad 95 und eine für den Oktangrad 98, was dem deutschen Super-Benzin entspricht. Wenn sie eine Zapfsäule durch Biosprit ersetzen, befürchten sie Kunden zu verlieren. 2400 Tankstellen führen heute E10, das ist etwa jede fünfte. Schon die Bleifrei-Sorten SP 95 und SP 98 enthalten 5 Prozent Bioethanol. Beim E10 steigt der Anteil auf bis zu 10 Prozent.
„Lebbe geht weiter"