Singapur definiert sich neu: Der Stadtstaat will nicht mehr nur als das Bankenviertel des südostasiatischen Raums wahrgenommen werden, sondern sich zur aufregenden Lifestyle-Destinatination mausern. Helfen soll ein neuer Kasino-Komplex mit spektakulärer Architektur.
Singapur - Über den Dächern der drei Hoteltürme, in schwindelerregender Höhe, spannt sich ein 12.000 Quadratmeter großer Garten - der "Skypark" im neuen Marina-Bay-Sands-Komplex in Singapur ist Bestandteil eines architektonischen Konzepts, das das am Dienstag eröffnete 5,5-Milliarden-Dollar-Projekt zur zweitteuersten Kasino-Anlage der Welt macht - nach dem MGM Mirage City Centre in Las Vegas.
Die ursprünglichen Baukosten der Anlage der Las Vegas Sands Group wurden um zwei Milliarden Dollar überschritten; ursprünglich hatte Marina Bay Sands schon Ende vergangenen Jahres eröffnet werden sollen. Sheldon G. Adelson, Chef der Sands Group, rechnet damit, die Investionen in fünf Jahren wieder hereinzuholen.
Der Komplex umfasst 2500 Hotelzimmer, ein Tagungszentrum mit Platz für 45.000 Teilnehmer und 300 Geschäfte für Luxusgüter. Allein die Bemusterung mit Bildern und anderen Kunstwerken hatte einen Etat von 50 Millionen Dollar.
Der Stadtstaat Singapur erlaubt Glücksspiel erst seit fünf Jahren; um Probleme mit Spielsüchtigen in Grenzen zu halten, müssen Einheimische eine Gebühr von 73 Dollar pro Tag zahlen, um ein Kasino überhaupt betreten zu dürfen. Das Marina Bay Sands ist bereits das zweite neue Großkasino in der Stadt - Mitte Februar hatte das 4,7 Milliarden teure Resort World Sentosa der malayischen Genting-Gruppe eröffnet. Adelson sieht die beiden Ressorts aber weniger als Konkurrenten, sondern setzt eher auf Synergieeffekte: "In Asien gibt es genug Platz für fünf bis zehn Las Vegas'", meint er.
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