Im Aufschwung von defensiven Aktien profitieren US


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Im Aufschwung von defensiven Aktien profitieren US

 
06.06.02 18:28
Im Aufschwung von defensiven Aktien profitieren
Von Hubert Beyerle, Frankfurt

Der gegenwärtige US-Aufschwung ist nach Ansicht von Fondsmanagern kein gewöhnlicher Aufschwung. Die Konjunkturerholung sei nur gedämpft und viel schwächer als erwartet, sagte Sheryl Hempel, die für Credit Suisse Asset Management (CSAM) den Equity Fund (Lux) USA verwaltet, am Donnerstag in Frankfurt.

Entsprechend würden von der Erholung nicht wie üblich die zyklischen Aktien profitieren. CSAM hat in seinem Equity Fund (Lux) USA daher einige defensive Werte übergewichtet, Technologietitel dagegen untergewichtet. Angesichts der jüngsten Skandale um Bilanzierungspraktiken legen die Vermögensverwalter besonderes Augenmerk auf Aktien gering kapitalisierter US-Unternehmen, die so genannten Small Caps.

Die US-Verbraucher hätten sich mit Konsumkrediten überschuldet, die steigende Arbeitslosigkeit verunsichere sie, sagte Hempel weiter. Die Unternehmen wiederum zögerten mit Technologieinvestitionen, viele Unternehmen würden ihre Budgets nicht einmal ausschöpfen. "Die Lebensdauer von Technologiegütern erweist sich plötzlich als wesentlich länger als bisher”, sagte die Fondsmanagerin. Die Untergewichtung von Technologie- und Finanztiteln erklärt sie auch mit der speziellen Situation der US-Wirtschaft. "Der Markt ist außerordentlich nervös, die Investoren haben ihr Vertrauen nach den Bilanz-Skandalen vollkommen verloren." Als Beispiele nennt Hempel die Fälle Enron, Xerox, Tyco und General Electric.



Rückflüsse aus Investitionen


Umso wichtiger sei es daher, sich nicht auf die ausgewiesenen Gewinne zu verlassen. CSAM lege daher schon seit einiger Zeit einen "Economic Profit"- Ansatz zu Grunde, auf der Basis von freiem Cash flow und der Rendite je Investition (Return on Investment). "Wir schauen uns an, wieviel die Unternehmen investieren und wie hoch die Rückflüsse aus diesen Investitionen sind", sagte Hempel.


Die Entwicklung des S&P-500-Index werde die Anleger daher in nächster Zeit eher enttäuschen. "Die Erwartungen sind hier weit überzogen", sagte Hempel weiter. Die Gewinnprognosen, die für das vierte Quartal 2002 laut First Call einen Anstieg um 27,7 Prozent gegenüber den Vorjahreszeitraum vorhersehen, würden sich nicht erfüllen, warnte die Fondsmanagerin.


Entscheidend sei daher eine Konzentration auf die richtigen Werte. Im Equity Fund (Lux) USA von CSAM sind daher einige defensive Werte übergewichtet: Das größte Gewicht liegt auf Gesundheit- und Pharma-Werten mit 17,6 Prozent gegenüber 14,2 Prozent im S&P-500. Übergewichtet sind ebenfalls Massenkonsumgüter mit 12,8 (S&P-500: 9,7) Prozent, Energie mit 8,0 (7,0) Prozent, Industriegüter mit 14,9 (10,7) Prozent und Rohstoffe mit 5,5 (2,9) Prozent. Größter Einzelwert ist der US-Pharma-Wert Pfizer mit allein 4,6 Prozent.


Besonderes Augenmerk richtet CSAM auf Small Caps. CSAM-Portfolio-Manager John Rhodes glaubt, dass sich Small-Cap-Fonds in den kommenden Jahren besser entwickeln werden als Fonds, die Indexschwergewichte ("Large Caps") enthalten. Kleine Unternehmen könnten besonders von den erwarteten Rationalisierungen profitieren, begründet Rhodes seine Zuversicht. Sie litten nicht so sehr unter den Kursabschlägen, mit denen der gesamte Markt quasi in Sippenhaft für intransparente Firmenstrukturen und Verschleierungsmöglichkeiten der Großunternehmen genommen werde. Allerdings, schränkt Rhodes ein, zeige der Vergleich von Small-Cap- und Large-Cap-Fonds, dass die Werte der zweiten Reihe nur in Rezessionszeiten - wie Ende der 70er Jahre und Anfang der 90er Jahre - im Vergleich besser gelaufen seien.



© 2002 Financial Times Deutschland

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