Von Matthias Schmitt
Noch hält sich der deutsche Aktienmarkt in einer relativ engen Range von wenigen Hundert Punkten um die Marke von 5000 Zählern. Doch die negativen Nachrichten nehmen scheinbar kein Ende.
Bilanztricksereien jenseits und schwache Finanztitel diesseits des Atlantiks drücken auf die Stimmung der Anleger. Während die Optimisten in diesem Stimmungsgemenge den Nährboden für eine neue Aufwärtsbewegung bei heimischen Blue Chips sehen, rechnen die Pessimisten damit, dass die Konjunktur später als erwartet drehen wird und der Dax die seit fast einem halben Jahr währende Seitwärtsrange nach unten verlassen wird. Wenn ein Durchbruch erfolgt, so könnte dieser, aus technischer Sicht, uns noch einmal auf die Tiefs vom Herbst des vergangenen Jahres zurückführen.
Vorsichtige Anleger sichern ihre Depotbestände in diesen rauen Börsenphase daher ab. Bei dieser Ausgangslage empfiehlt sich die statische Hedging-Methode. Im Gegensatz zur dynamischen Variante ist hier nicht jede kleine Bewegung, sondern nur das Worst-Case-Szenario abgesichert. Die Absicherung greift also erst ab einem gewissen Niveau, vergleichbar einer Versicherung mit Selbstbeteiligung. Die Kosten für das statische Hedging sind dementsprechend auch geringer als bei der dynamischen Methode.
Absicherung mit Optionsscheinen
Zur Absicherung eignen sich Verkaufsoptionsscheine mit einer etwas längeren Laufzeit und einem Basispreis, der leicht aus dem Geld liegt. Das bedeutet, dass der Basispreis des Warrants unter dem aktuellen Kurs der Aktie liegt. Ab diesem Basispreis greift später auch die Absicherung. Für den Deutschen Aktienindex Dax erscheint ein von der Dresdner Bank emittierter Put mit einem Basispreis bei 4600 Punkten attraktiv. Der Warrant läuft noch bis zum 19. Dezember 2002, und das Bezugsverhältnis liegt bei eins zu 100. Daher sind zur Absicherung von jeweils 4600 Euro Depotwert 100 Warrants notwendig.
Eine Wende der europäischen Konjunktur ist vor allem für BASF wichtig. Der Chemieriese gehört zu den deutschen Blue Chips, die eher zyklisch sind. Die Aktie dürfte entsprechend negativ reagieren, wenn die Wirtschaft wieder Erwarten im zweiten Halbjahr dieses Jahres nicht anspringen sollte. Zur Absicherung der BASF-Aktien empfiehlt sich ein Put mit Basis 42 Euro und einer Laufzeit bis zum 20. Dezember 2002. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 42,66 Euro kostet der Warrant derzeit 0,43 Euro. Das jährliche Aufgeld des Scheins ist mit 13 Prozent nicht gerade gering. Allerdings sollten Investoren eines beachten: BASF schüttet Anfang Mai eine attraktive Dividende von voraussichtlich 1,30 Euro aus. Dies führt am Tag des Dividendenabschlags zu einem Kursrückgang in etwa dieser Größenordnung und begünstigt Put-Besitzer. Diese können aber keinen Profit daraus ziehen, da in den Preisen für die BASF-Warrants diese Ausschüttung bereits enthalten ist.
So schnurstracks wie es bei Siemens nach dem Herbsttief aufwärts ging, fällt der Kurs auch seit einigen Wochen wieder. Ein Ende dieses Trends ist nicht abzusehen. Daher dürften Anleger auch mit dem von Sal. Oppenheim begebenen Put gut fahren. Auf Grund der stärkeren Schwankungsbreite des Siemens-Papiers ist die implizite Volatilität mit 41,1 Prozent nicht gerade gering. Das macht die Puts relativ teuer.
Die Probleme der Kirch-Gruppe hängen derzeit wie ein Damoklesschwert über der Aktie der HypoVereinsbank. Zum Hedging von Aktien der HypoVereinsbank scheint ein von der Citibank emittierter Put mit Laufzeit bis Ende dieses Jahres sinnvoll. Der Basispreis liegt mit 30 Euro ein ganzes Stück unterhalb des aktuellen Kursniveaus von 33,55 Euro. Bei einem Warrant-Kurs von 0,28 Euro errechnet sich eine implizite Vola von 37 Prozent, die auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Engagements bei Kirch zurückzuführen ist. Zum Hedging von 100 Aktien sind 1000 Warrants oder 280 Euro notwendig.
© 2002 Financial Times Deutschland
Noch hält sich der deutsche Aktienmarkt in einer relativ engen Range von wenigen Hundert Punkten um die Marke von 5000 Zählern. Doch die negativen Nachrichten nehmen scheinbar kein Ende.
Bilanztricksereien jenseits und schwache Finanztitel diesseits des Atlantiks drücken auf die Stimmung der Anleger. Während die Optimisten in diesem Stimmungsgemenge den Nährboden für eine neue Aufwärtsbewegung bei heimischen Blue Chips sehen, rechnen die Pessimisten damit, dass die Konjunktur später als erwartet drehen wird und der Dax die seit fast einem halben Jahr währende Seitwärtsrange nach unten verlassen wird. Wenn ein Durchbruch erfolgt, so könnte dieser, aus technischer Sicht, uns noch einmal auf die Tiefs vom Herbst des vergangenen Jahres zurückführen.
Vorsichtige Anleger sichern ihre Depotbestände in diesen rauen Börsenphase daher ab. Bei dieser Ausgangslage empfiehlt sich die statische Hedging-Methode. Im Gegensatz zur dynamischen Variante ist hier nicht jede kleine Bewegung, sondern nur das Worst-Case-Szenario abgesichert. Die Absicherung greift also erst ab einem gewissen Niveau, vergleichbar einer Versicherung mit Selbstbeteiligung. Die Kosten für das statische Hedging sind dementsprechend auch geringer als bei der dynamischen Methode.
Absicherung mit Optionsscheinen
Zur Absicherung eignen sich Verkaufsoptionsscheine mit einer etwas längeren Laufzeit und einem Basispreis, der leicht aus dem Geld liegt. Das bedeutet, dass der Basispreis des Warrants unter dem aktuellen Kurs der Aktie liegt. Ab diesem Basispreis greift später auch die Absicherung. Für den Deutschen Aktienindex Dax erscheint ein von der Dresdner Bank emittierter Put mit einem Basispreis bei 4600 Punkten attraktiv. Der Warrant läuft noch bis zum 19. Dezember 2002, und das Bezugsverhältnis liegt bei eins zu 100. Daher sind zur Absicherung von jeweils 4600 Euro Depotwert 100 Warrants notwendig.
Eine Wende der europäischen Konjunktur ist vor allem für BASF wichtig. Der Chemieriese gehört zu den deutschen Blue Chips, die eher zyklisch sind. Die Aktie dürfte entsprechend negativ reagieren, wenn die Wirtschaft wieder Erwarten im zweiten Halbjahr dieses Jahres nicht anspringen sollte. Zur Absicherung der BASF-Aktien empfiehlt sich ein Put mit Basis 42 Euro und einer Laufzeit bis zum 20. Dezember 2002. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 42,66 Euro kostet der Warrant derzeit 0,43 Euro. Das jährliche Aufgeld des Scheins ist mit 13 Prozent nicht gerade gering. Allerdings sollten Investoren eines beachten: BASF schüttet Anfang Mai eine attraktive Dividende von voraussichtlich 1,30 Euro aus. Dies führt am Tag des Dividendenabschlags zu einem Kursrückgang in etwa dieser Größenordnung und begünstigt Put-Besitzer. Diese können aber keinen Profit daraus ziehen, da in den Preisen für die BASF-Warrants diese Ausschüttung bereits enthalten ist.
So schnurstracks wie es bei Siemens nach dem Herbsttief aufwärts ging, fällt der Kurs auch seit einigen Wochen wieder. Ein Ende dieses Trends ist nicht abzusehen. Daher dürften Anleger auch mit dem von Sal. Oppenheim begebenen Put gut fahren. Auf Grund der stärkeren Schwankungsbreite des Siemens-Papiers ist die implizite Volatilität mit 41,1 Prozent nicht gerade gering. Das macht die Puts relativ teuer.
Die Probleme der Kirch-Gruppe hängen derzeit wie ein Damoklesschwert über der Aktie der HypoVereinsbank. Zum Hedging von Aktien der HypoVereinsbank scheint ein von der Citibank emittierter Put mit Laufzeit bis Ende dieses Jahres sinnvoll. Der Basispreis liegt mit 30 Euro ein ganzes Stück unterhalb des aktuellen Kursniveaus von 33,55 Euro. Bei einem Warrant-Kurs von 0,28 Euro errechnet sich eine implizite Vola von 37 Prozent, die auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Engagements bei Kirch zurückzuführen ist. Zum Hedging von 100 Aktien sind 1000 Warrants oder 280 Euro notwendig.
© 2002 Financial Times Deutschland