2:3 im UEFA-Cup-Finale - Schwere Krawalle in Rotterdam
Schade, Borussia!
Schade, Borussia! Schade, Jürgen Kohler
Von ROMAN EICHINGER
Nach der Meisterschaft gab es keine Zugabe. 2:3 im UEFA-Cup-Finale in Rotterdam. Den Pokal gewinnt die Heimmannschaft – Feyenoord Rotterdam.
Besonders bitter: Ausgerechnet Vorstopper-Legende Jürgen Kohler (36) wurde zur tragischen Figur. Im letzten Spiel seiner Karriere. In seinem 77. Europacup-Einsatz.
Es war die 31. Minute. Spielstand noch 0:0. Kurz vor dem eigenen Strafraum unterläuft Kohler ein Fehler bei der Ballannahme. Feyenoords Tomasson geht dazwischen, Kohler grätscht hinterher...
Doch die letzte Grätsche seines Lebens trifft nicht den Ball. Tomasson fällt. Elfer für Rotterdam. Rot für Kohler. 1:0 durch van Hooijdonk.
Jürgen Kohler nach dem Spiel: „Die Rote Karte ist absolut in Ordnung. Für die Mannschaft und die Fans tut es mir Leid. Ich habe jetzt einen kleinen schwarzen Fleck auf meiner weißen Weste.“
Dortmund hält nach dem Rückstand wütend dagegen, hat sofort wieder zwei Chancen. Aber nur sieben Minuten nach der Führung trifft van Hooijdonk per Freistoß aus 24 Metern zum 2:0.
Der Hexenkessel "De Kuip" (die Schüssel) kocht: 46 000 Zuschauer. Bengalische Feuer, Rauchschwaden, Riesen-Stimmung trotz der Gedenkminute für den am Montag ermordeten Rechtspopulisten Pim Fortuyn. 15 000 BVB-Fans unterstützen ihre Mannschaft. 30 000 fiebern zu Hause im Westfalenstadion mit, schauen gebannt auf zwei Videoleinwände.
Anpfiff: Der BVB beginnt zunächst sicher, hat die erste Chance durch Rosicky. Doch nach 15 Minuten wird Feyenoord stärker. Dann der erste Schreck: Freistoß-Hammer von van Hooijdonk. Lehmann regungslos, der Ball knallt an den Pfosten.
Dann die bittere 31. Minute...
In der zweiten Halbzeit noch mal Hoffnung bei den Dortmund-Fans. Schwalbe von Amoroso im Strafraum, Schiedsrichter Pereira pfeift. Der Brasilianer verwandelt den Elfer – nur noch 1:2 (47. Minute).
Doch die Hoffnung währt nur drei Minuten. Schneller Konter von Feyenoord, Tomasson lässt Wörns stehen – 3:1.
Wieder hält Dortmund dagegen, Koller verkürzt mit einem herrlichen Schuss aus 18 Metern auf 2:3 (57. Minute).
Zehn Borussen geben alles, selbst Torwart Lehmann stürmt in der Schlussphase mit. Doch es reicht nicht mehr zum Ausgleich. Den Cup holt Rotterdam.
In Dortmund dürfte die Enttäuschung Donnerstagmittag vergessen sein. Nach der Rückkehr der Mannschaft feiern die Fans auf dem Borsigplatz offiziell die Meisterschaft. Und nach ein paar Pils dürfte die Niederlage von Rotterdam schnell Nebensache sein...
Und noch ein kleiner Trost: Wenn in drei Wochen die WM beginnt, sitzen die Holländer vor dem Fernseher. Sie sind in Japan und Südkorea nicht dabei.
PS: Nach dem Spiel gab's in Rotterdam schwere Krawalle. Niederländische Hooligans griffen gegen 3 Uhr früh Polizeibeamte mit Steinen an und zerstörten Schaufensterscheiben. Die Einsatzkräfte setzten Wasserwerfer und Schlagstöcke ein. Bis zum Morgen wurden 91 Holländer festgenommen. Die friedlichen Borussia-Fans waren gleich nach dem Schlusspfiff abgereist. Sie werden heute trotzdem feiern: Die offizielle Meisterfeier beginnt um 14 Uhr in der Dortmunder Innenstadt.
Schade, Borussia!
Schade, Borussia! Schade, Jürgen Kohler
Von ROMAN EICHINGER
Nach der Meisterschaft gab es keine Zugabe. 2:3 im UEFA-Cup-Finale in Rotterdam. Den Pokal gewinnt die Heimmannschaft – Feyenoord Rotterdam.
Besonders bitter: Ausgerechnet Vorstopper-Legende Jürgen Kohler (36) wurde zur tragischen Figur. Im letzten Spiel seiner Karriere. In seinem 77. Europacup-Einsatz.
Es war die 31. Minute. Spielstand noch 0:0. Kurz vor dem eigenen Strafraum unterläuft Kohler ein Fehler bei der Ballannahme. Feyenoords Tomasson geht dazwischen, Kohler grätscht hinterher...
Doch die letzte Grätsche seines Lebens trifft nicht den Ball. Tomasson fällt. Elfer für Rotterdam. Rot für Kohler. 1:0 durch van Hooijdonk.
Jürgen Kohler nach dem Spiel: „Die Rote Karte ist absolut in Ordnung. Für die Mannschaft und die Fans tut es mir Leid. Ich habe jetzt einen kleinen schwarzen Fleck auf meiner weißen Weste.“
Dortmund hält nach dem Rückstand wütend dagegen, hat sofort wieder zwei Chancen. Aber nur sieben Minuten nach der Führung trifft van Hooijdonk per Freistoß aus 24 Metern zum 2:0.
Der Hexenkessel "De Kuip" (die Schüssel) kocht: 46 000 Zuschauer. Bengalische Feuer, Rauchschwaden, Riesen-Stimmung trotz der Gedenkminute für den am Montag ermordeten Rechtspopulisten Pim Fortuyn. 15 000 BVB-Fans unterstützen ihre Mannschaft. 30 000 fiebern zu Hause im Westfalenstadion mit, schauen gebannt auf zwei Videoleinwände.
Anpfiff: Der BVB beginnt zunächst sicher, hat die erste Chance durch Rosicky. Doch nach 15 Minuten wird Feyenoord stärker. Dann der erste Schreck: Freistoß-Hammer von van Hooijdonk. Lehmann regungslos, der Ball knallt an den Pfosten.
Dann die bittere 31. Minute...
In der zweiten Halbzeit noch mal Hoffnung bei den Dortmund-Fans. Schwalbe von Amoroso im Strafraum, Schiedsrichter Pereira pfeift. Der Brasilianer verwandelt den Elfer – nur noch 1:2 (47. Minute).
Doch die Hoffnung währt nur drei Minuten. Schneller Konter von Feyenoord, Tomasson lässt Wörns stehen – 3:1.
Wieder hält Dortmund dagegen, Koller verkürzt mit einem herrlichen Schuss aus 18 Metern auf 2:3 (57. Minute).
Zehn Borussen geben alles, selbst Torwart Lehmann stürmt in der Schlussphase mit. Doch es reicht nicht mehr zum Ausgleich. Den Cup holt Rotterdam.
In Dortmund dürfte die Enttäuschung Donnerstagmittag vergessen sein. Nach der Rückkehr der Mannschaft feiern die Fans auf dem Borsigplatz offiziell die Meisterschaft. Und nach ein paar Pils dürfte die Niederlage von Rotterdam schnell Nebensache sein...
Und noch ein kleiner Trost: Wenn in drei Wochen die WM beginnt, sitzen die Holländer vor dem Fernseher. Sie sind in Japan und Südkorea nicht dabei.
PS: Nach dem Spiel gab's in Rotterdam schwere Krawalle. Niederländische Hooligans griffen gegen 3 Uhr früh Polizeibeamte mit Steinen an und zerstörten Schaufensterscheiben. Die Einsatzkräfte setzten Wasserwerfer und Schlagstöcke ein. Bis zum Morgen wurden 91 Holländer festgenommen. Die friedlichen Borussia-Fans waren gleich nach dem Schlusspfiff abgereist. Sie werden heute trotzdem feiern: Die offizielle Meisterfeier beginnt um 14 Uhr in der Dortmunder Innenstadt.