Seit einiger Zeit beobachte ich nun Ferratum um evtl in Zukunft einzusteigen. Obwohl ich eine eigentlich ziemlich positive Meinung bezüglich des Unternehmens habe, sind mir bei genauerer Betrachtung einige Dinge aufgefallen: Für Rückmeldungen und Gegenargumente wäre ich sehr dankbar.
Zum ersten muss gesagt werden, dass verglichen mit anderen Fintechs Ferratum extrem billig bewertet wird: mit einem erwarteten EPS von 1,xx und einem Kurs <10 ist es weitaus billiger als z.B. Flatex, mit einem ähnlichen EPS, jedoch Kurs um die 25.
Nun unterscheidet sich deren Geschäftsmodell jedoch massiv. Während Ferratum im Grunde ganz normales Kreditgeschäft betreibt, verdienen andere ihr Geld mit Dienstleistungen. Erstaunlicherweise schafft Ferratum damit etwas was kaum jemand sonst schaft: Geld damit zu verdienen. Das ist möglich, da Ferratum weitaus höhere Zinsen verlangen kann, weil Kredite kurzfristig und kaum besichert vergeben werden. Aktuell befindet man sich in Zeiten der Hochkonjunktur bei einer Ausfallquote von circa 10%. Ich will mir also nicht vorstellen, wo wir dann in einer Krise stehen. Da schon heute Ausfälle das Ergebnis kräftig drücken, ist man hier der gesamtwirtschaftlichen Lage nahezu schutzlos und überproportional ausgeliefert.
Auf der anderen Seite, muss man sich Fragen inwiefern ein Kredit nach 2008 überhaupt besichert werden muss. Denn scheinbar hilft auch nicht das "supersichere" bündeln von Risiken.
Dennoch sprechen die hohe EK-Quote und das Übereleben der Finanzkrise 2008 aus vermutlich eigenen Mitteln(laut Historie) für Ferratum. Auch ist der große Kundenstamm und die leichte Verfügbarkeit über Smartphones ein großer Pluspunkt. Jedoch fangen mittlerweile die großen Banken an, unbesicherte Kredite zu vergeben, steigen also in Masse in Ferratums Markt ein. Ist nun die Frage wie das doch eher mäßige Management nun damit umgehen wird.
Liebe Grüße
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