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Deutsche wenden sich von Aktien ab


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Nassie:

Deutsche wenden sich von Aktien ab

 
31.07.04 22:45
Deutsche wenden sich von Aktien ab
Die Zahl der Aktionäre und Fondsbesitzer sinkt drastisch. Anleger suchen nach Alternativen
von Frank Stocker
   
Sie gehen ohne große Abschiedsworte. Ein kurzer Anruf bei der Bank genügt. Oder sie rufen nach Monaten endlich mal wieder ihr Online-Depot auf und verkaufen die Restbestände des einstigen Booms. Die Deutschen wenden sich von der Aktie ab.


Am Mittwoch musste Rüdiger von Rosen, Chef des Deutschen Aktieninstituts, eine traurige Bilanz ziehen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Aktienbesitzer in Deutschland im Vergleich zum ersten Halbjahr 2003 um über eine halbe Million zurückgegangen. Dies zeigt die jüngste Infratest-Umfrage im Auftrag des Instituts. Damit hat sich innerhalb eines Jahres fast jeder fünfte Aktionär von dieser Anlageform verabschiedet.


Doch das ist nur ein Teil derWahrheit. Das ganze Ausmaß der Flucht der Anleger aus Aktien ist noch wesentlich größer. Das wird durch einen Blick auf die Geldvermögensstatistik der Deutschen Bundesbank deutlich.


Der Anteil von Aktien am Vermögen der privaten Haushalte in Deutschland lag 2003 um rund ein Viertel niedriger als noch zehn Jahre zuvor. Nicht einmal sechs Prozent ihres Besitzes haben die Menschen hier zu Lande noch in den Anteilsscheinen investiert. 1993 waren es noch knapp acht Prozent. Und damals herrschte wahrlich keine Aktieneuphorie.


Natürlich ist der Verfall der Kurse seit März 2000 ein Grund für den Rückgang des Aktienvermögens in den vergangenen Jahren. Doch 1993 pendelte der Dax erst zwischen 1500 und 2000 Punkten. Ende 2003 lag er doppelt so hoch. Selbst diejenigen, die heute noch Aktien haben, müssen also ihre Depots deutlich verkleinert haben.


Rüdiger von Rosen glaubt, dass die Entwicklung mit den Kurssteigerungen seit dem Frühjahr 2003 zu tun hat. "Bei einem Dax-Stand von über 4000 Punkten haben sich dann viele Anleger entschieden, lieber auszusteigen und Gewinne mitzunehmen", so von Rosen (siehe Interview). Gerade die Kurse der meisten Internet- und High-Tech-Werte waren seither deutlich gestiegen. Anleger, die 1999 oder 2000 in diese Aktien eingestiegen waren und zwischenzeitlich erhebliche Verluste hinnehmen mussten, stießen die Papiere nun wieder ab.


Doch angesichts der niedrigen Bewertung europäischer Aktien und der Aussicht auf ein kräftiges Wirtschaftswachstum wäre es nur logisch, würden die Deutschen nun wieder Aktien kaufen. Das tun sie aber nicht.


Wolfgang Gerke, Professor für Bank- und Börsenwesen an der Universität Erlangen, sieht daher viel weiter gehende Gründe für die aktuelle Entwicklung. "Die Enttäuschung nach dem Ende des Booms im Jahre 2000 hat dazu geführt, dass sich viele Anleger ganz von Aktien abgewendet haben", sagt er. Skandale um manipulierte Kurse, gefälschte Bilanzen und irreführende Ad-hoc-Mitteilungen taten ihr Übriges. Das Vertrauen ist nachhaltig zerstört.


Zwar hat die Bundesregierung inzwischen einiges getan, um den Anlegerschutz zu verbessern. Der Corporate Governance Kodex verschärft beispielsweise die Anforderungen an Vorstände und Aufsichtsräte. "Die Exzesse des Neuen Marktes sind trotz dieser positiven Ansätze noch lange nicht vergessen", sagt jedoch Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Und Wolfgang Gerke ist sicher, dass es "sehr lange dauern wird, enttäuschte Anleger zurückzuholen".


Keine Aussicht auf eine Trendwende also. Doch wenn sich die Deutschen von ihren Aktien trennen, worin investieren sie ihr Geld dann?


In den vergangenen Jahren profitierten eindeutig Investmentfonds. Wie die Bundesbankstatistik zeigt, haben die Deutschen heute fast doppelt so viel Geld in Fonds investiert wie vor zehn Jahren. Die Studien des Deutschen Aktieninstituts zeigen zudem, dass allein die Zahl der Besitzer von Aktienfonds heute drei Mal so hoch liegt wie 1997.


Die Fondsindustrie hat sich in den vergangenen Jahren zu einer bedeutenden Größe im Finanzsektor entwickelt. Die Zahl der Publikumsfonds und des Fondsvermögens verdreifachten sich in den vergangenen zehn Jahren.


Doch nun wenden sich die Anleger auch von den Fonds ab. Die Absatzzahlen brechen drastisch ein. Nach den jüngsten Zahlen des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI) zogen die privaten Investoren in den ersten sechs Monaten diesen Jahres über 1,5 Milliarden Euro aus den Aktienfonds der deutschen Investmentgesellschaften ab. Selbst in den schlimmsten Baisse-Jahren flossen dagegen immer noch mehrere Milliarden Euro an neuen Mitteln zu.


Ein Grund dürften die hohen Kosten sein. Deutsche Aktienfonds verteuerten sich in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 20 Prozent. Rund zwei Prozent jährliche Gebühren nehmen die Anbieter heute im Schnitt von ihren Kunden. "Dieser Gebührengrundstock muss erst mal verdient werden", sagt Kai Wiecking von der Fonds-Rating-Agentur Morningstar. "Viele deutsche Anbieter kleben jedoch gleichzeitig sehr stark an ihrem Vergleichsindex", erklärt er. Die erlaubte Abweichung betrage meistens nur drei oder vier Prozent. "Da ist es schwierig, viel mehr als die Gebühren zu verdienen", so Wiecking.


Doch wenn sie das wenigstens täten. "Nur jeder sechste Fonds, der in europäische Standardwerte investiert, hat in den vergangenen zwölf Monaten seine Messlatte übersprungen", hat der Fondsexperte ausgerechnet. Auch auf Sicht von drei oder fünf Jahren sind die Ergebnisse kaum anders.


Der BVI selbst hat soeben statistisch nachgewiesen, dass Anleger, die in einen Sparplan auf weltweit anlegende Aktienfonds investieren, in den vergangenen zehn Jahren eine durchschnittliche Rendite von gerade mal 0,1 Prozent jährlich erzielten. "Überragend ist das nicht", gibt ein BVI-Sprecher zerknirscht zu.


"Das ist natürlich ein Argument für Index-Zertifikate", sagt Fondsexperte Wiecking. Und genau das finden die Anleger auch. Während den Fonds die Kunden wegrennen, explodiert der Handel mit Zertifikaten. "Der Umsatz hat sich in den vergangenen beiden Jahren vermehrfacht", sagt Dieter Lendle, Chef des Deutschen Derivate-Instituts. Genaue Statistiken dazu gibt es leider nicht. "Die Tendenz ist aber weiterhin stark steigend", so Lendle.


Allerdings machen Index-Zertifikate, die die Entwicklung eines Index genau widerspiegeln, inzwischen nur noch einen Bruchteil des Umsatzes mit Zertifikaten aus. Stattdessen dienen die Banken ihren Kunden immer kompliziertere Produkte an, von Discount- über Knock-out- bis zu Turbozertifikaten. "Die Komplexität der meisten Produkte überfordert Privatanleger deutlich", kritisiert daher Stefan Seip, Hauptgeschäftsführer des BVI, die neue Konkurrenz.


Doch Börsenprofessor Gerke glaubt das nur bedingt. Er sieht vielmehr, dass das Finanzwissen der Anleger in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. "In meinen Vorträgen vor Privatanlegern stelle ich fest, dass heute wesentlich kompetentere Fragen gestellt werden als zu Zeiten des Börsenbooms", sagt er.


Auch der Börsengang der Postbank habe gezeigt, dass die Privatanleger kritischer geworden seien und nicht mehr alles mit sich machen ließen. "Insofern haben wir heute eigentlich eine bessere Aktienkultur als im Jahr 2000", so Gerke, "auch wenn die Zahl der Aktien- und Aktienfondsbesitzer geringer ist."


Artikel erschienen am 1. August 2004
WamS.de
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Parocorp:

...

 
31.07.04 23:03
"Die Enttäuschung nach dem Ende des Booms im Jahre 2000 hat dazu geführt, dass sich viele Anleger ganz von Aktien abgewendet haben"

ganz ehrlich, ich KANN ES NICHT MEHR HÖREN... immer wird hier in deutschland nur geheult und geheult und geheult... jeden tag hat jeder die chance, ein unterbewertetes unternehmen durch "eigenresearch" zu finden... was hatten die taxi fahrer, hausfrauen und nixblicker 2000 denn gedacht? oder anders, hatten die ihrem bankberater vor 2000 auch schon alles abgekauft??? na also... hier wird ein schuldiger gesucht, für eigene fehler. reissleine nicht gefunden, meiner meinung nach "selber schuld"!!

wie der text auch wunderbar belegt... die deutschen waren nie ein aktienvolk und werden es  auch leider nie werden!! bringt euer geld schön für 2% auf die spasskasse und zieht weiter tag für tag eure deprimierten fressen, so holt ihr den karren sicher nicht aus dem dreck.... wenn solch ein volk jahrzehnte lang über den grossen teich blickt und sich keine scheibe vom aktienprimusvolk usa abschneiden kann, dann aber plözlich (gierig wie der mensch halt ist) auf dem all time high (!) volle karacho reingeht, von dem achso fetten kuchen auch ne scheibe will (man könnte denken die deutschen schmollen jetzt, weil  sie sich runtergelassen hatten doch zu investieren und prompt auf die nase gefallen sind, viele hatten es bestimmt gleich gewusst, finger weg von dem teufelszeug), ja so ein volk hat es eigentlich nicht anders verdient.......... verkauft bitte alles!!
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baanbruch:

Find' ick jut, wa !

 
01.08.04 13:23
Unlike Paracorp bin ich nicht der Meinung, dass in erster
Linie die Anleger-Normalos selber die grösste Schuld haben.

Miese Peffersäcke und eklige Lichtgestalten á la Breuer
haben den Karren so grottentief in den Dreck gefahren,
dass es tatsächlich noch sehr lange dauern wird, bis wieder
Abzocke angesagt ist.
Die in diesem Jahr regelmässig gescheiterten Abzocke-Versuche
diverser Banken mit völlig indiskutablen Neuemissionen zeigen
doch deutlich genug, dass die Banken-Mafia sich ihren Ast
selbst abgesägt hat.

Find' ick jut so.
Neuemmissionen, nein danke!
Dax-Unternehmen mit arroganten Nadelstreifen-Versagern á la Schrempp,
nein danke!
Deutsche grössenwahnsinnige Yacht-Käufer á la Haffa, nein danke!

Am schönsten aber ist es, dass dem Fonds-Gesocks die Schlachtlämmer
weglaufen.

Vielleicht macht die Börse uns übrigen bald wieder viel Spass ...
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Timchen:

Find' ick jut, wa !

 
01.08.04 17:33
Wenn Lieschen Müller aussteigt, ist es ein gutes Zeichen, dass die Hausse nicht mehr weit ist. Sonst kann sie ja nicht mehr einsteigen.

Also weiter so und alle raus aus den Aktien

timchen
Antworten
Nassie:

Also ich denke

 
01.08.04 18:37
mit eurer Betrachtung macht ihr es euch ziemlich einfach.
Bei dem Volumen welches aus den Aktien gezogen wurde kann nicht Lieschen Müller die
Ursache sein.
Nach den Skandalen um den neuen Markt und den Vorgängen um die Dt. Telekom etc. haben
viele aus dem Mittelstand eine Menge Geld verloren und das Vertrauen in die Unternehmen
und die Banken welche die Telekom noch bei 100 Euro empfohlen haben hat großen Schaden
genommen.
Große Unternehmen wie die Deutsche Bank und Daimler Chrysler haben durch Missmanagement
das Geld ihrer Aktionäre versenkt und gleichzeitig haben Vorstand und Aufsichtsrat sich
jede Menge Tantiemen und Optionen genehmigt. Wer soll dabei noch Lust haben sein Geld
in solche Unternehmen zu investieren ?
Der Schaden der für die Aktienkultur in unserem Land entstanden ist ist riesengroß
und das Geldumschichten ist die logische Folge.
Antworten
lehna:

Momentan ist der Markt zu riskant...

 
01.08.04 19:23
Totz guter Unternehmenszahlen bröckeln die Kurse,das ist 8 Wochen vorm Angstmonat Oktober für mich ein Alarmsignal.
Vielleicht hatten die Deutschen diesmal den richtigen Riecher zum Ausstieg.
Ich gehör jedenfalls auch dazu und hoffe auf Schnäppchenpreise...

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big lebowsky:

Abgezockt wird doch weiter

 
01.08.04 19:52
Mit Immobilien oder Filmfonds seit Jahren und nun das Zauberprodukt: Hätschfonds. Also keine Sorge; das Spiel geht weiter.

Ciao B.L.
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muller1:

Hallo Big L.

 
01.08.04 19:54
Wie läuft euer Eskivana Depot?
Antworten
big lebowsky:

Ich bin nicht genau im Bilde,

 
01.08.04 20:07
aber der Fachmann würde "seitwärts" sagen.

Ciao B.L.
Antworten
muller1:

thx for answer

 
01.08.04 20:11
Schönen Sonntag Big L
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Depothalbierer:

Vor ein paar Wochen waren wieder so ein paar

 
01.08.04 22:49
dämliche Schlipsträger bei NTV zu sehen, die da was von der Sommerrallye faselten.
also war klar, daß deren Fonds irgendwelchen Müll loswerden mußten.
Und schon stand der Dax nich mehr bei 41 sondern bei 38.

Bei dem Abschaumn, der hier in D gerade das Sagen hat ist mein Vertrauen =0.
Deshalb gibts auch keine Langfristinvestments.

Und son Schwachsinn wie Altersvorsorge fällt völlig aus, denn in 30 Jahren haben wir hier vielleicht die vereinigten Staaten von Rotchina.
Antworten
Nassie:

Auch eine Ursache

 
02.08.04 12:07
Fonds bauen Aktienquoten ab

(©GodmodeTrader - www.godmode-trader.de/)


Die großen Fondsgesellschaften haben ihre Aktienquoten im vergangenen Monat überwiegend zurück geschraubt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Reuters, in der 51 große Finanzgesellschaften weltweit befragt worden sind. Dabei sei der Anteil der Aktien im Gesamtportfolio im Durchschnitt von 61 auf 60,1 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg der Bond-Anteil von 31,4 auf 32,2 Prozent.

Wie Reuters weiter mitteilt, gehen die meisten Großanleger davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum in den nächsten Monaten deutlich verlangsamen könnte. Wenig förderlich für die Aktienmarktentwicklung seien auch die weiter steigenden Ölpreise. Bei großen US-Fonds sei zudem eine gewisse Abkehr von Aktien aus dem eigenen Land und aus den Emerging Markets festzustellen. Stattdessen würden vermehrt Titel aus Europa und Japan gekauft. Fast alle Fondsmanager würden außerdem davon augehen, dass sie in den nächsten drei Monaten weitere Verkäufe vornehmen könnten. Leidglich in Japan glaubt die Mehrheit der institutionellen Investoren, in absehbarer Zeit eher wieder zuzukaufen.


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