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zocki55:

Viel zu Lesen... und was dabei rüber kommt?

 
24.08.26 13:18
Wamuwolle In Frührente
Warum mögliche WaMu-/WMI-Restwerte nach so vielen Jahren noch nicht ausgezahlt worden sein könnten. Ihr wundert euch sicher, dass ich hier schreibe. Ich bin jetzt seit ungefähr vier Monaten Privatier, habe meine geschäftlichen Aktivitäten aufgegeben und habe mir einfach mal die Zeit genommen, dies auszuwerten und ein Fazit zu erstellen. Ihr wisst, wie gesagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Jedoch sollten wir uns damit anfreunden, dass wir bis dahin unser Geld ganz normal weiter verdienen müssen.

Ich habe mir deshalb noch einmal ganz konkret die Frage gestellt, warum mögliche Restwerte aus dem früheren Washington-Mutual-/WMI-Komplex, wenn es sie tatsächlich noch gibt, nach inzwischen fast 18 Jahren noch nicht veröffentlicht oder an die früheren berechtigten Aktionäre ausgezahlt worden sind. Für mich ist das inzwischen eine der wichtigsten Fragen überhaupt. Denn wenn wirklich noch erhebliche Werte existieren, muss es einen nachvollziehbaren rechtlichen, wirtschaftlichen oder technischen Grund dafür geben, weshalb diese bis heute nicht verteilt werden konnten.

1. Das alte WMI-Insolvenzverfahren ist für mich heute nicht mehr der naheliegende Blockierer
Das Chapter-11-Verfahren von WMI ist abgeschlossen. Die Fälle wurden im Dezember 2019 geschlossen, und der WMI Liquidating Trust leitete anschließend seine abschließenden Verteilungen und seine Abwicklung ein. Deshalb halte ich es für wenig überzeugend, heute einfach zu sagen, die alten Milliarden könnten wegen des normalen WMI-Insolvenzverfahrens noch nicht ausgezahlt werden.

Wenn heute tatsächlich noch erhebliche Werte existieren sollten, müssten sie meiner Meinung nach entweder außerhalb des abgeschlossenen WMILT liegen oder es müsste sich um nachträglich entdecktes Vermögen handeln, für das gegebenenfalls ein Verfahren wieder eröffnet werden müsste.

2. Was tatsächlich noch offen ist: die FDIC-Receivership der Washington Mutual Bank
Ein echter noch offener Vorgang ist dagegen die FDIC-Receivership der Washington Mutual Bank. Selbst viele Jahre nach der Schließung der Bank wurden noch Erlöse verteilt. Die FDIC hat auch 2025 noch eine weitere Ausschüttung an vorrangige unbesicherte Gläubiger vorgenommen. Das zeigt mir, dass die Bankabwicklung tatsächlich noch nicht vollständig beendet ist.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass dieses Geld irgendwann bei den früheren WMI-Aktionären landet. Die FDIC muss eine gesetzlich vorgeschriebene Rangfolge einhalten. Solange höher rangige Forderungen nicht vollständig befriedigt sind, kommt Equity nicht zum Zuge.

3. Der gesetzliche Wasserfall ist ein reales Hindernis
Für mich ist der FDIC-Wasserfall eines der wenigen heute wirklich konkret belegbaren Hindernisse. Erst müssen die vorrangigen Forderungsklassen bedient werden. Nachrangige Forderungen und schließlich Equity stehen weit hinten. Die FDIC selbst geht derzeit nicht davon aus, dass die vorhandenen beziehungsweise noch zu realisierenden Mittel bis zu Equity reichen werden.

Sollte allerdings wider Erwarten ein sehr großer zusätzlicher Recovery entstehen, müsste auch dieser zunächst durch den gesamten gesetzlichen Wasserfall laufen. Erst danach könnte überhaupt eine Equity-Ebene erreicht werden.

4. Selbst ein FDIC-Equity-Recovery würde nicht automatisch direkt an die alten WMI-Aktionäre gehen
Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich, dass die einzelnen WMI-Aktionäre nicht unmittelbar Aktionäre der Washington Mutual Bank waren. Die Bank gehörte der Holding WMI. Selbst wenn die FDIC-Receivership irgendwann tatsächlich bis zur Equity-Stufe gelangen würde, müsste deshalb zunächst geklärt werden, welcher Rechtsnachfolger von WMI den Anspruch erhält und wie ein solcher Betrag anschließend nach dem alten Plan beziehungsweise nach anderen fortbestehenden Rechten zu behandeln wäre.

5. Anders könnte es bei eigenständigen Trust- oder Residual-Rechten aussehen
Interessanter finde ich weiterhin die theoretische Möglichkeit, dass außerhalb des WMILT eigenständige Mortgage-, Securitization- oder andere Truststrukturen bestehen, an denen WMI oder ein Rechtsnachfolger ein konkretes Restrecht besaß. Ein solcher Trust kann durchaus 20 oder 30 Jahre laufen. Dass die Bank oder die Holding längst abgewickelt ist, beendet einen rechtlich selbstständigen Trust nicht automatisch.

6. Langlaufende Hypotheken könnten eine Verzögerung erklären
Wenn ein Mortgage Trust beispielsweise in den Jahren 2005 oder 2006 mit 30-jährigen Hypotheken ausgestattet wurde, können einzelne Cashflows noch viele Jahre weiterlaufen. Ein Residual Holder erhält möglicherweise erst spät Geld, weil zunächst die vorrangigen Zertifikatsinhaber bedient werden müssen.

Das wäre für mich eine nachvollziehbare Erklärung für eine sehr lange Wartezeit. Es wäre etwas völlig anderes als die Vorstellung, dass seit 2008 ein fertiger Milliardenbetrag auf einem Konto liegt und lediglich geheim gehalten wird.

7. Auch innerhalb eines Trusts kann es einen eigenen Wasserfall geben
Bei einer Securitization können Senior Certificates, Mezzanine-Positionen, subordinierte Zertifikate und erst ganz am Ende Residual Interests stehen. Wenn die ehemaligen WMI-Strukturen tatsächlich nur eine nachrangige Restposition gehalten hätten, könnte eine Auszahlung davon abhängen, dass sämtliche vorrangigen Verpflichtungen des jeweiligen Trusts erfüllt sind.

8. Rückstellungen, Holdbacks und Rechtsstreitigkeiten können eine Schlussverteilung verhindern
Ein Trustee kann vorhandenes Geld nicht immer sofort verteilen. Er kann verpflichtet sein, Reserven für Rechtsstreitigkeiten, Steuern, Repurchase Claims, Servicing-Verpflichtungen, Trustee-Kosten oder andere ungeklärte Ansprüche zurückzuhalten. Solche Holdbacks können bei komplexen Abwicklungen sehr lange bestehen.

Wenn also tatsächlich ein externer Trust mit einem WMI-bezogenen Restrecht existiert, wäre ein noch offener Prozess oder eine notwendige Reserve grundsätzlich ein plausibler Grund dafür, warum ein Restbetrag noch nicht freigegeben werden konnte.

9. Steuerfragen könnten ebenfalls eine Rolle spielen
Auch steuerliche Prüfungen können eine endgültige Verteilung verzögern. Ein Liquidating Trust oder ein anderes Abwicklungsvehikel muss sicherstellen, dass Steuern bezahlt, mögliche Audits abgeschlossen und ausreichende Reserven gebildet sind. Auch beim früheren WMILT waren solche steuerlichen und administrativen Fragen Teil der Abwicklung.

10. Die ehemaligen Begünstigten müssten eindeutig identifiziert werden können
Selbst wenn heute plötzlich ein großer Betrag für frühere WMI-Aktionäre vorhanden wäre, müsste rechtlich eindeutig feststehen, wer ihn erhält. Für mich stellen sich dabei Fragen nach Class 19 und Class 22, nach den damaligen Releases, den Stückzahlen, den alten CUSIPs, den Escrow-Markern, Depotüberträgen, Erbfällen und der Frage, welches Record Date maßgeblich wäre.

Technisch könnte eine solche Auszahlung über Trustee, DTC/Cede & Co. und die damaligen beziehungsweise heutigen Broker erfolgen. Aber dafür müsste zuerst eine klare rechtliche Distribution Instruction existieren.

11. Genau deshalb finde ich die CUSIP- und Trustee-Spur von AZ Cowboy interessant
AZ Cowboy argumentiert nach meinem Verständnis, dass die damaligen CUSIPs und Releases die wirtschaftlich Berechtigten identifiziert hätten und bestimmte Truststrukturen außerhalb des WMILT weiterbestanden hätten. Wenn das tatsächlich so wäre und ein Trustee die entsprechende Beneficiary-Struktur bis heute fortgeführt hätte, wäre eine spätere Auszahlung technisch nicht ausgeschlossen.

Was mir aber weiterhin fehlt, ist die aktuelle Corporate Action, Trustee-Mitteilung, DTC-Anweisung oder ein vergleichbares Dokument, das genau diese heutige Berechtigung bestätigt.

12. Eine für mich plausible Möglichkeit: Der Restwert war früher kaum bewertbar
Eine Erklärung halte ich für besonders interessant. Ein mögliches Residual Interest könnte 2008 oder 2012 wirtschaftlich nahezu wertlos oder zumindest extrem unsicher gewesen sein. Damals herrschte Finanzkrise, die erwarteten Kreditausfälle waren enorm und niemand konnte sicher wissen, welche Cashflows nach Jahrzehnten tatsächlich übrig bleiben würden.

Wenn sich später herausgestellt hätte, dass Kreditausfälle geringer waren, Recoveries höher ausfielen, Rechtsstreitigkeiten gewonnen wurden oder Reserven nicht mehr benötigt werden, könnte ein ursprünglich kaum bewertbares Restrecht später einen Wert entwickeln. Diese Möglichkeit halte ich für deutlich plausibler als einen seit 2008 bekannten und geheim gehaltenen Milliarden-Cash-Pool.

13. Welche Voraussetzungen müssten für eine Auszahlung erfüllt sein?
1. Der konkrete Vermögenswert oder Trust müsste eindeutig identifiziert sein.
2. Es müsste feststehen, dass WMI oder ein relevanter Rechtsnachfolger tatsächlich ein wirtschaftliches Interesse daran besitzt.
3. Vorrangige Forderungen, Kosten, Steuern, Litigation und notwendige Reserven müssten erledigt oder ausreichend abgesichert sein.
4. Es müsste rechtlich feststehen, dass die ehemaligen Releasing Class-19-/Class-22-Inhaber Begünstigte dieses konkreten Restwerts sind.
5. Die Verteilungsformel müsste bestimmt sein, beispielsweise pro rata, 75/25 oder nach einer anderen vertraglichen Regel.
6. Ein Trustee, Transfer Agent oder anderer Verantwortlicher müsste die rechtliche Befugnis zur Distribution erhalten.
7. DTC, Cede & Co. und die Broker müssten anschließend die technische Weiterleitung an die wirtschaftlich Berechtigten durchführen.
14. Müsste das alte Chapter-11-Verfahren wieder geöffnet werden?
Wenn ein heute neu entdeckter Vermögenswert tatsächlich Eigentum der ehemaligen WMI-Insolvenzmasse wäre, könnte eine Wiedereröffnung des geschlossenen Verfahrens erforderlich werden. Das amerikanische Insolvenzrecht kennt einen solchen Mechanismus für neu entdecktes Vermögen oder andere ausreichende Gründe.

Wenn es sich dagegen um einen wirklich eigenständigen externen Trust handelt und ein fortbestehendes Recht bereits außerhalb des WMILT geregelt wurde, könnte eine Auszahlung möglicherweise ohne Wiedereröffnung des WMI-Verfahrens erfolgen. Genau diese Variante wäre für mich die stärkste mögliche Grundlage der AZ-Cowboy-Theorie.

15. Das größte Problem der Restwerttheorie nach fast 18 Jahren
Je länger ich mich damit beschäftige, desto wichtiger wird für mich ein einfacher Umkehrschluss: Wenn tatsächlich seit Jahren erhebliche Milliardenbeträge eindeutig für Class 19 und Class 22 bereitstehen, müsste man inzwischen auch den konkreten Grund nennen können, warum sie nicht ausgezahlt werden.

Man müsste beispielsweise sagen können: Dieser Prozess muss noch beendet werden. Diese Senior Notes müssen erst vollständig bezahlt sein. Dieser Trust terminiert an einem bestimmten Datum. Dieser Tax Audit ist noch offen. Oder diese konkrete Reserve muss erst freigegeben werden.

Bei der FDIC-Receivership kann man solche Hindernisse tatsächlich benennen. Bei einem angeblichen externen Milliarden-Trust für ehemalige WMI-Aktionäre sehe ich bisher keinen vergleichbar konkreten und dokumentierten Blocker. Das ist für mich ein erhebliches Gegenargument gegen die Vorstellung einer bereits feststehenden großen Auszahlung.

16. Meine drei denkbaren Szenarien
Erstes und für mich derzeit wahrscheinlichstes Szenario: Es existiert kein erheblicher zusätzlicher Equity-Wert. Dann gibt es auch nichts, was seit Jahren auf eine Freigabe wartet.

Zweites Szenario: Es existieren einzelne schwer bewertbare, nachrangige oder langfristige Residual-/Trustrechte. Diese könnten von Cashflows, Senior Claims, Litigation, Reserven oder Laufzeitbedingungen abhängig sein. Eine sehr lange Abwicklungsdauer wäre dann grundsätzlich erklärbar.

Drittes Szenario: Es existieren bereits seit Jahren große Milliardenwerte, die eindeutig den früheren Releasing Shareholders gehören, aber bewusst zurückgehalten oder verborgen werden. Für dieses Szenario müsste nach meiner Meinung mittlerweile ein sehr konkreter rechtlicher oder vertraglicher Grund für die Nichtauszahlung nachweisbar sein. Diesen sehe ich bislang nicht.

17. Mein abschließendes Fazit
Wenn tatsächlich noch etwas für die früheren Aktionäre existiert, glaube ich inzwischen nicht, dass das normale alte WMI-Chapter-11-Verfahren der eigentliche Grund für die Verzögerung ist. Real und nachweisbar offen ist vor allem die FDIC-Receivership. Dort steht Equity aber sehr weit hinten im gesetzlichen Wasserfall.

Die andere für mich grundsätzlich denkbare Möglichkeit sind eigenständige Trust- oder Residual-Rechte. Dann müsste es aber einen konkreten Trust, ein konkretes fortbestehendes WMI-Interesse und einen konkreten noch nicht erfüllten Termination- oder Distribution-Trigger geben.

Meine persönliche Schlussfolgerung ist deshalb: Die Hoffnung auf einen Restwert gebe ich nicht vollständig auf. Ich sehe aber derzeit keinen Beweis dafür, dass bereits ein großer Betrag zur Auszahlung bereitsteht und nur noch auf einen geheimen Termin wartet. Wenn AZ Cowboy mit seiner Trust-Theorie recht haben sollte, muss sich die Wahrheit letztlich in den konkreten Trust-Dokumenten, den Trustee-Unterlagen, den CUSIPs und einem nachvollziehbaren Distribution-Trigger finden lassen. Genau dort liegt für mich inzwischen der entscheidende Prüfpunkt.

Bis dahin gilt für mich genau das, was ich am Anfang geschrieben habe: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber wir sollten unser Leben und unsere finanzielle Planung nicht von einer möglichen WaMu-Auszahlung abhängig machen und unser Geld bis zu einem wirklichen, dokumentierten Nachweis ganz normal weiter verdienen.
wamu wolle, 24.08.26 08:32
Nur kurz noch...
Habe gestern Abend geschrieben war müde und die Augen wollen nicht mehr so.

Eigentlich wollte ich mich auf ihub von den guten Tipps vor allem durch AZ Cowboy - ron schreiben...aber leider vergessen -
dies hat nun wamu wolle perfekt übernommen..!

Also ich war eigentlich immer ein Fan von AZC über einige Jahre .
.dann irgendwann in ab den 2020 er hat Er sich gedreht und nur noch negativ geschrieben vor allem gegen LG  !!

Aber seit RKT ist Er wieder zurück auf Cash für CLASS 19 22...
noch im unteren Level aber je näher der Termin PAC kommt könnte dieser auf fifty/ fifty gehen !


Die  class 17-18 ? oder wamkq war auch für einige hier anscheinend der Einsteiger und um Cash zu machen..zb
Stay Long  ist der bekannteste , es wäre interessant etwas darüber von ihm selbst zu erfahren... zu den CLASS       K -  P -  UQ


Grüße zocki 55
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