Amis legen Grundstein für Arbeitslosigkeitabbau. Während die Kritiker (meist Mikroökonomen) die Gesundheistreform in den USA verteufeln, feiern die anderen. Doch was steckt hinter dieser Reform und warum ist gerade sie und nicht die Zahlen von Intel der eigentliche Auslöser für den Börsenschub der Bullen?
Die Gesundheitsreform und ihre Signale für den Wirtschaftsstandort USA
Deutschland, ich beschreibe die Zeit vor dem 20ten Jahrhundert. In den 80gern des 19. Jahrhunderts ruft Otto von Bismark den deutschen Sozialstaat aus, den ersten Sozialstaat in der Welt. Es ging damals vor allem darum, den >>unteren Schichten<< einen gesicherten Lebensabend und angemessenen Schutz bei Erwerbsunfähigkeit zu verschafffen.
USA, 21tes Jahrhundert, in seinen Anfängen. Obama will nicht den amerikanischen Sozialstaat ausrufen, er will ein >>Gutsherrensystem<< ausrufen. Abgesichert werden sollen alle Amerikaner mit einer Grundabsicherung als Schutz bei Erwerbsunfähigkeit. Ähnlich wie in Deutschland kopieren die Amis das System aus Deutschland, welches mit ein Pfeiler war für den starken deutschen Wirtschaftsaufschwung, seit der Zeit seiner Einführung.
Wie das System aus meiner Sicht funktioniert
Dieses System ist nicht in der Markt- und Geldwirtschaft integriert. Keiner kann das Geld für Leistungen im nächsten Supermarkt ausgeben, aber trotzdem wird es die Arbeitslosigkeit in den USA stark bekämpfen, denn es gleicht einem Konjunkturprogramm mit einem Schwerpunkt Gesundheitswesen.
Knapp 50 Millionen Amerikaner sind gegenwärtig nicht versichert. Dem Entwurf zufolge müsste sich künftig jeder amerikanische Bürger versichern lassen. Verweigerer müssten 750 Dollar Strafe zahlen.
Damit werden, nach meinen Rechnungen, um die ca. 2 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen. Einkommen von denen dann andere Berufsgruppen auch profitieren werden, somit kann man indirekt mit sicher noch mehr weniger Arbeitslosen rechen.
Zuständig für die Kranken der Grundabsicherung werden die Kassenärtze sein. Jeder wird eine Grundabsicherung haben, welche optional er aufbessern kann. Der Arbeitgeber, welcher bis jetzt in den USA den Angestellten das Geld für seine Krankenabsicherung bezahlt - ähnlich dem eines Patron - wird sich die Kosten der Grundabsicherung mit dem Staat zukünfitg teilen. Zusatzleistungen kann man dann noch optional dazu wählen, auf die eigenen Kosten der Angesellten ( so wie vorher). Die Entlastungen in den Betrieben werden als Standortpluspunkt für die USA sich auswirken. Das Potzenzial an gesunden Arbeitskräften steigt zudem. Das Potzenzial an Unruhen nimmt ab. Die soziale Stabilität nimmt zu.
Die Kranken werden in zukunft einen Krankenschein oder Krankenkarte von ihren Krankenkassen erhalten, mit diesen Zahlen sie dann beim Krankenkassenartz. Er ist wie Bargeld im wert, man kann ihn aber nicht an der Kneipe ausgeben.
So sehe ich das Ergebnis
Ich habe schon eben oben beschrieben, dass die Bruttokosten für den Arbeitgeber sich in ihrer Art verändern werden, sich aber in der Summe nur geringfügig. Denn die Bruttokosten enthaltenen Gesundheitskosten für die Belegschaft waren schon immer fester Bestandteil in den zu finanzierenden Arbeitskosten. Diese Kosten werden nur nun aus Lohnnebenkosten, also Zuschüsse zu Sozialbeiträgen wie Krankenkassenkosten, plus ihren Nettolohn und plus Steuern errechnet. Was der Arbeitgeber jetzt spart ist ein Anteil den der Pflichtversicherte zahlen werden muss, nur diesen Anteil zahlt er dann wieder in seinen Nettolohn drauf. Am Ende ist es ein Nullsummenspiel, bei dem die Kosten für die Betriebe die gleichen bleiben.
Warum die US-Gesundheitsreform Gift für die Bären ist
Ein Streit um Lohnnebenkosten, wie Gesundheitskosten, ist makroökonomisch gesehen der um die Gesamthöhe der Löhne. Diese stehen immer in Relation zu den Kapitalkosten. Die Kapitalkosten sind in den USA mit einem Zinssatz von 0,25% quasi bei Null.
Der niedrige Zins wird die Anhebung der unteren Löhne kompensieren. Dann wird es dazu kommen das die niedrigen Zinsen und Anhebung der unteren Lohngruppen die Investitionen, Konjuntur und den Arbeitsmarkt beleben, weil auch die produtkiven Arbeitergruppen zu hohen Bruttolöhnen genügend freie Stellen finden werden.
Nun gilt es, dass der Staat nicht eine zukünfitg verfehlte Wirtschaftspolitik später voll mitträgt.
Gruß Marlboromann