...dass eine "überkauft"-Situation überschießend nach unten korrigiert wurde (aus der Vola-bedingten Schwankung nach unten herausgefallen, das wurde korrigiert).
Aber die Tatsache, dass die Abwärtsbewegung momentan komplett abgefangen wurde durch ein neues Moment nach oben, ist nicht zu leugnen. Ob das nur eine Korrektur eines überschießenden Abwärtstrends war, sehen wir erst dann, wenn der MDAX an deinem Kurskanal oben abprallt. Dann, und genau dann, ist der Einstieg für short gegeben, und zwar zu einem ziemlich optimalen Zeitpunkt.
Natürlich kann der Index dann auch noch jederzeit drehen. Das ist allerdings wenig wahrscheinlich. Deswegen ja auch die besondere Bedeutung von Doppel-Tops oder SKS-Formationen, weil hier Trendwechsel bestätigt werden.
Zur Zeit daher "long" , wenn man bereits bei DAX 5500 (resp. MDAX-Wert) long war, evtl. mit Teilherausnahme der Long-Posi (etwa bei DAX 4650) aber sofort nachlegen, wenn der Index wieder nach oben dreht.
Das ganze läuft darauf hinaus, z.B. ein Long- oder Short- Zerti zu halten mit einer Aufteilung in Anteile z.B. 5 min, 15 min, 1h. Die einzelnen Anteile werden je nach long - oder short Signal gekauft oder verkauft. Natürlich muss man sich für eine Hauptrichtung entscheiden. Die Hauptrichtung wird durch die längstfristige Zeitkomponente vorgegeben. Wenn aber Signal im 4h zB. short, und Trading wg. 1h long-Sig. long, hat man die 4h Komponente verlassen und das Trading auf kurzfristigere Signale heruntergebrochen. Das kann man machen. Man muss sich dessen nur bewusst sein.
Der Stoch hat übrigens das Problem, dass er stark momentumabhängig ist. Für jede Momentumänderung reagiert er sehr schnell, aber den Trend kann man mit dem Stoch nicht erkennen. Der DSS Bressert erkennt den Trend im Stoch gegen dessen Volatilität und damit auch die Volatilität des Momentums. Der Trend des Stoch ist aber nicht der Trend :)
Da das Momentum im Seitwärtsmarkt stark schwankt, wird der Bressert im Seitwärtsmarkt auf die Mitte zulaufen. Daraus kann aber umgekehrt nicht geschlossen werden, dass der Trend "vorbei" ist. Im Trend kann der Bressert auch fallen, wenn die Vola zunimmt. Dann die Position glattzustellen, mag je nach Tradingstrategie gerechtfertigt sein. Der Bressert wird aber dann versagen, wenn es darum geht, in den Trend wieder einzusteigen. Stattdessen wird dann eine charttechnische Neupositionierung fällig. Bei Re-Entry wird man die Zeitstruktur regelmäßig auf kürzere Intervalle hin untersuchen müssen.
Turbodepot fällt deswegen so häufig auf die Schnauze, weil zwar sicher eine ganze Batterie von Indikatoren auf den Index losgelassen wird, aber die Integration der Indikatoren auf unterschiedliche Zeitstrukturen nicht gelingt. Um das mathematisch vernünftig handzuhaben, wird man sich auf wenige Indikatoren beschränken müssen ( also keine "Indikatorenbatterie"). Der von dir favorisierte Stoch (der letztlich nur ein aufgebohrter Williams ist) bzw. dessen Variante Bressert ist mathematisch kaum aufschließbar. Bollinger-Bänder schneiden da weitaus besser ab, weil diese mit einem linearen Modell korrespondieren.