IHS iSuplli prgnostiziert einen Solarzubau in diesem Jahr von 35 GW. Auch die Deutsche Bank, HSBC Trinkhaus oder die Citigroup erwarten in diesem Jahr einen Solarzubau von 34 bis 35 GW und damit ein zweistelliges Branchenwachstum.
Schaut man sich mal bestimmte Zubauzahlen in den ersten Monaten dieses Jahres an, dann könnten aber auch so 37 bis 38 GW raus kommen. So wurden in Griechenland bis Ende Februar sehr stattliche 534 MW an Solar verbaut, das sind jetzt schon 61% des griechischen Solarzubaus des gesamten Jahr 2012 mit 880 MW, und in Großbritannien wird für Q1 ein Solarzubau von 500 MW erwartet, was die Hälfte des Solarzubaus 2012 von Großbritannien entsprechen würde mit knapp 1 GW. Auch in Deutschland ist es in den ersten beiden Monaten mit einem Zubau von 486 MW gar nicht so übel gelaufen wie das Skeptiker dachten. In Japan boomt der Solarmarkt aber richtig. Deshalb hat Bloomberg New Energy Finance ihre 2013er Zubauprognose für Japan von 3,2 bis 4 GW auf 6,1 bis 9,4 GW signifikant erhöht.
Nach der IHS-Prognose wird China mit 6 GW die Nr. 1 werden in diesem Jahr vor Japan und Deutschland mit jeweils 5,3 GW. Damit ist IHS für den deutschen Solarmarkt von den Solaranalysten am optimistischsten, denn das Gros der Schätzungen für Deutschland liegt zwischen 3,5 bis 4 GW. Für den chinesischen Solarmarkt ist IHS gegenüber den anderen Solaranalysten aber pessimistischer, denn IHS rechnet "nur" mit 6 GW, während der Rest der Solaranalysten von 7 bis 10 GW ausgehen.
Nicht überraschend geht IHS davon aus, dass der asiatische Solarmarkt kräftig wachsen wird um satte 7 GW bzw. 88% auf 15 GW. Dieses asiatische Wachstum von satten 7 GW wird nach IHS-Angaben großteils von China (+ 2 GW bzw. + 50% gg. 2012) und Japan (+ 2,8 GW bzw. 112% gg. 2012) gespeist werden.
Der europäische Solarmarkt wird laut IHS in diesem Jahr deutlich Federn lassen müssen und er soll um 5 GW bzw. 28% rückläufig sein, wobei für den Rückgang nach IHS-Angaben großteils Deutschland ( - 2,3 GW bzw. - 30% gg. 2012) und Italien (- 1,8 GW bzw. - 50%) verantwortlich sind.
IHS iSuppli erwähnt zusätzlich, dass der Photovoltaik-Markt sich weiter diversifizieren wird und das ist für die Solarbranche wohl auch das Wichtigste, denn dann wird Solar endlich bzw. endgültig unabhängig von einzelnen Ländern.
Die Nachfrage nach Solar ist voll im Takt und das ist auch mittlerweile kein Geheimnis und wenn es für Solar optimal läuft, dann ist auch ein Zubau von um die 38 GW gar nicht so unrealistisch in diesem Jahr und da in 2014 neue größere Solarmärkte dazu kommen werden wie z.B. im Mittleren Osten (vor allem Saudi Arabien und Katar), in Lateinamerika (Chile, Brasilien, Peru, Mexiko), in Asien (z.B. Pakistan, Philippinen, Vietnam) und in Europa die Türkei, könnte es in 2014 sogar zu einem Zubau von über 40 GW kommen.
Ich denke mal die Nachfrage wird für die einzelnen Solarunternehmen nicht das große Problem sein, zumal man davon ausgehen kann, dass noch einige PV-Unternehmen in die Pleite schlittern werden. Das ganz große Problem für fast alle produzierenden Solarunternehmen sind die Preise und die sind sehr schwer bzw. manchmal gar nicht auf Sicht von 6 Monaten zu prognostizieren. Zumal ja auch die Modulpreise von Region zu Region unterschiedlich sind. So kann man in Japan derzeit die Module am teuersten an den Mann bringen, zumindest noch, in den USA sind die Modulpreise um rd. 10% höher wie in Europa und in China sind sie nochmal um 10% günstiger wie in Europa. Zudem reagieren die Modulpreise auf Senkungen von staatlichen Subventionen zumeist recht schnell wie man an Australien im Laufe des Jahres 2012 gesehen hat. Da wurden nämlich die Einspeisevergütungen sehr schnell und überraschend radikal um über 50% gesenkt und die Modulpreise gingen daraufhin in Australien Ruck Zuck in den Keller. Hat man auch am Conergy-Ergebnis von 2012 sehr gut sehen können, denn Conergy Australia hat einen Nettoverlust von knapp 10 Mio. € eingefahren.
Die größte Risiken für das Solar-Wachstum und somit auch für die Prognosesicherheit sind mangelnde Finanzierungen, ein unzureichend ausgebautes Stromnetz und natürlich politische Risiken, da die Anpassungen von Subventionen zu unvorhersehbaren Schwankungen beim Absatz führen können und das Einführen von Anti-Dumpingzölle, was ja in der EU und in Indien aktuell angedacht ist. Nach der Bekanntmachung Anfang März, dass alle chinesischen Solarimporte in die EU registriert werden müssen um eventuell rückwirkende Zölle erheben zu können, sind in Italien die Modulpreise um 20% gestiegen, was selbstredend der Nachfrage in Italien mal sicher nicht gut tun wird.
Hier der Link zur IHS Prognose:
www.solarserver.de/solar-magazin/...n-fuehrt-den-markt-an.html
("Weltweiter Photovoltaik-Markt wird 2013 um 12 % auf 35 Gigawatt wachsen")