22.5.2009 15:00Pleitebanken und passende Prognosen
Ein genauer Blick in die Zahlen des Stress-Test für US-Banken zeigt: die Prognosen könnten kaum unrealistischer sein. Während aber Großbanken Milliarden einsammeln, gehen amerikanische Regionalbanken reihenweise bankrott. Jüngster Fall: Bank United in Florida.
Die Finanzkrise muss ein großes Missverständnis gewesen sein: Das zumindest vermitteln die Ergebnisse des Stresstests der US-Regierung für die 19 führenden Banken des Landes. Die Resultate kamen mit ein paar Tagen Verspätung. Ein paar übereifrige Stresstester von der Fed hatten sich nach Meinung einiger Bankchefs verrechnet. Das musste noch korrigiert werden.
Beispiel Citigroup: Nicht 35 Milliarden Dollar, wie zunächst kalkuliert, sondern lediglich 5,5 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital braucht das Institut angeblich, um 2009 und 2010 theoretisch Verluste von 104,7 Milliarden Dollar wegstecken zu können. Hohe Verluste drohten laut Fed aber ohnehin nur, wenn ganz üble wirtschaftliche Rahmenbedingungen eintreten. Die Stresstester von der Fed rechnen in ihrem Worst-Case-Szenario für 2009 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 3,3 Prozent, mit einer Arbeitslosenrate von 8,9 Prozent sowie mit einem Rückgang der Häuserpreise um 22 Prozent aus. Problem nur: Was ist daran, bitte, Worst Case?
Auf Kosten der Allgemeinheit
Hand aufs Herz! Die Fed hat die Ergebnisse des Stresstests auf Druck von Wall-Street-Banken passend gemacht.
Immer mehr bestätigt sich der Eindruck, dass sich in den USA eine Finanzoligarchie, gedeckt von Regierung und Notenbank, auf Kosten der Allgemeinheit bereichert. In dieses Bild passt auch der Plan von US-Finanzminister Tim Geithner, der es Finanzinvestoren und Hedgefonds ermöglichen soll, nahezu risikolos, über Steuergelder abgesichert, den Kreditmüll der Banken zu entsorgen.
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Link:
mobile.wiwo.de/7val.fit/...93/9f2f9ec71f07aeb5314849c158829a85
Ein genauer Blick in die Zahlen des Stress-Test für US-Banken zeigt: die Prognosen könnten kaum unrealistischer sein. Während aber Großbanken Milliarden einsammeln, gehen amerikanische Regionalbanken reihenweise bankrott. Jüngster Fall: Bank United in Florida.
Die Finanzkrise muss ein großes Missverständnis gewesen sein: Das zumindest vermitteln die Ergebnisse des Stresstests der US-Regierung für die 19 führenden Banken des Landes. Die Resultate kamen mit ein paar Tagen Verspätung. Ein paar übereifrige Stresstester von der Fed hatten sich nach Meinung einiger Bankchefs verrechnet. Das musste noch korrigiert werden.
Beispiel Citigroup: Nicht 35 Milliarden Dollar, wie zunächst kalkuliert, sondern lediglich 5,5 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital braucht das Institut angeblich, um 2009 und 2010 theoretisch Verluste von 104,7 Milliarden Dollar wegstecken zu können. Hohe Verluste drohten laut Fed aber ohnehin nur, wenn ganz üble wirtschaftliche Rahmenbedingungen eintreten. Die Stresstester von der Fed rechnen in ihrem Worst-Case-Szenario für 2009 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 3,3 Prozent, mit einer Arbeitslosenrate von 8,9 Prozent sowie mit einem Rückgang der Häuserpreise um 22 Prozent aus. Problem nur: Was ist daran, bitte, Worst Case?
Auf Kosten der Allgemeinheit
Hand aufs Herz! Die Fed hat die Ergebnisse des Stresstests auf Druck von Wall-Street-Banken passend gemacht.
Immer mehr bestätigt sich der Eindruck, dass sich in den USA eine Finanzoligarchie, gedeckt von Regierung und Notenbank, auf Kosten der Allgemeinheit bereichert. In dieses Bild passt auch der Plan von US-Finanzminister Tim Geithner, der es Finanzinvestoren und Hedgefonds ermöglichen soll, nahezu risikolos, über Steuergelder abgesichert, den Kreditmüll der Banken zu entsorgen.
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