
Dax & Co. dürften freundlich starten
Nach Tagen der Tristesse hat die Wall Street am Dienstag, angestachelt durch ein besser als erwartet ausgefallenes Verbrauchervertrauen, mit schönen Gewinnen geschlossen. Technologietitel erholten sich deutlicher als Standardwerte, gleichwohl stieg der Dow Jones über die psychologisch wichtige Grenze von 10.000 Punkten. Die freundliche Tendenz hatte zuvor schon dem deutschen Aktienmarkt aufgeholfen und den Dax über der Marke von 3.800 Zählern schließen lassen. Die großen asiatischen Börsen mit Tokio an der Spitze haben am Mittwoch die guten Vorgaben aufgegriffen. Diese Gemengelange dürfte dem deutschen Aktienmarkt zu einem guten Start in den Mittwoch verhelfen, passend zum Sommerwetter.
Anleger warten auf Quartalszahlen einer Reihe großer europäischer Unternehmen wie Telefonica, Renault und HBOS, vor allem aber auf neue Konjunkturdaten aus Amerika: Zuerst kommen am Nachmittag neue Angaben zum Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter, am Abend nach Börsenschluß in Deutschland dann das Beige Book der amerikanischen Notenbank mit allgemeinen Einschätzungen zur Konjunktur.
Anleihemarkt dürfte sich leichter zeigen
Der Anleihemarkt hat am Dienstag der verbesserten Stimmung um Aktien seinen Tribut gezollt und Abgaben gesehen. Der für den deutschen Markt wegweisende Terminkontrakt Bund-Future verlor knapp 0,2 Prozent auf 113,52 Prozent. Am Mittwoch sieht er sich wiederum schwachen Vorgaben aus Amerika gegenüber; Konjunkturdaten sind höher als erwartet ausgefallen. Wenn neue Konjunkturdaten ebenso besser als erwartet ausfallen sollten, könnte der Bund-Future weiter abgeben.
Euro zum Dollar kaum verändert
Der Dollar hat nach positiven amerikanischen Konjunkturdaten am Mittwoch in Fernost zum Euro kaum verändert notiert. Der Euro lag bei 1,2063 Dollar und damit nur leicht über dem im späten amerikanischen Handel am Dienstag erreichten Kurs von 1,2059 Dollar. Zum Yen lag der Dollar bei 111,05 Yen nach 110,93 Yen. Analysten rechnen mit einem steigenden Dollar in den nächsten Tagen. Doch dürfte der Anstieg gezügelt ausfallen, da der Markt zunächst die amerikanischen Arbeitsmarktdaten für Juli in der kommenden Woche abwarte, sagten Händler.
Börse Japan fester und baut Gewinne aus
Beflügelt von positiven Vorgaben der Wall Street haben die Kurse an der Tokioter Börse am Mittwoch wieder angezogen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg im Verlauf um 1,2 Prozent auf 11.164 Punkte und hat bis 7.00 Uhr die Gewinne ausgebaut. Der breiter gefaßte Topix-Index stieg um 0,82 Prozent auf 1.123 Zähler. „Der Kursaufschwung heute folgte einfach der Wende bei den amerikanischen Aktien", sagte Masaaki Higashida von Nomura Securities. Dennoch bleibe die Unsicherheit, wie sich die US-Wirtschaft und auch die japanische Konjunktur im nächsten Jahr entwickeln werde. Zu den Kursgewinnern gehörte Seiko Epson, der zweitgrößte Printer-Hersteller der Welt, dessen Papiere um 6,4 Prozent zulegten. Aktien des Unterhaltungselekronik-Konzerns Sony stiegen um 2,34 Prozent. Die Aktien an der New Yorker Wall Street hatten nach mehreren Wochen mit Kursverlusten am Dienstag wieder zugelegt. Sie profitierten dabei von positiven Daten zur Entwicklung von Unternehmen und Konjunktur. Der Standardwerteindex Dow Jones gewann 1,2 Prozent auf 10.085 Punkte. Die Technologiebörse Nasdaq stieg um 1,65 Prozent auf 1869 Zähler.
Börse Hongkong gut behauptet
Im Sog der positiven Vorgaben von Wall Street präsentiert sich der Aktienmarkt in Hongkong am Mittwochmittag etwas fester. Die meisten Blue Chips legen zu. Der Hang Seng Index steigt zum Ende der 1. Sitzungshälfte 0,3 Prozent oder 36 Punkte auf 12.338. An der Spitze der Gewinner stehen die Titel von exportorientierten Unternehmen, nachdem das Verbrauchervertrauen in Amerika besser als erwartet ausgefallen ist. Johnson Electric steigen 1,3 Prozent, Li & Fung 1,9 Prozent und Esprit 1,5 Prozent. CNOOC dagegen geben 1,3 Prozent ab. Als Ursache machen Beobachter Gewinnmitnahmen aus, nachdem die Titel am Vortag auf ein Rekordhoch geklettert waren.
Kursbewegungen und Neuigkeiten nach Börsenschluß
Die Kurse an der Nasdaq präsentierten sich am Dienstag nachbörslich einen Hauch schwächer. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator verlor verglichen mit dem offiziellen Handelsschluß 0,1 Prozent auf 1.390,1 Punkten.
PeopleSoft haben am Dienstag im nachbörslichen Geschäft auf der Handelsplattform nasdaq.com bis 18.29 Uhr Ortszeit 0,7 Prozent auf 17,20 Dollar abgegeben. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, die Ziele, die für dieses Jahr gesetzt sind, nicht zu erreichen. Das Unternehmen begründete dies mit dem feindlichen Übernahmegebot der Oracle Corp und dem darauf folgenden Kartellrechtsprozeß. Wegen des ungewissen Ausgangs des Prozesses hätten viele Kunden Bestellungen aufgeschoben, erklärte CFO Kevin Parker. Neue Prognosen gab das Unternehmen, das am Dienstag auch Zahlen zum 2. Quartal vorgelegt hatte, nicht.
Electronic Data Systems (EDS) verloren bis 18.25 Uhr 3,8 Prozent auf 16,65 Dollar. EDS hatte erklärt, die Quartalsdividende auf 0,05 Dollar von 0,15 Dollar zu senken. Mit deutlichen Kursaufschlägen haben dagegen die Anleger die Nachrichten von Monster Worldwide belohnt. Die Mutter der Online-Jobbörse Monster.com hatte für das 2. Quartal einen Gewinn von 0,14 Dollar je Aktie ausgewiesen, Analysten hatten im Schnitt mit 0,13 Dollar gerechnet. Vor einem Jahr hatte das Ergebnis noch bei 0,08 Dollar je Aktie gelegen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 26 Prozent auf 209,4 Millionen Dollar. Die Titel verteuerten sich bis 18.10 Uhr um 3,5 Prozent auf 23,10 Dollar.
Im Minus notierten hingegen UTStarcom, die bis 18.29 Uhr um 15 Prozent auf 21,96 Dollar nachgaben. Das Ergebnis des Unternehmens lag im 2. Quartal mit 0,32 Dollar je Aktie einen Cent unter den Erwartungen des Marktes. Der Umsatz jedoch stieg um 70 Prozent auf 689,6 Millionen Dollar und fiel damit besser als erwartet aus.
Kurse an der Wall Street knapp behauptet
Sorgen der Anleger im Blick auf die Gewinnaussichten im Geschäftsjahr 2004 haben die Kurse an der New Yorker Wall Street am Montag ins Minus gedrückt.
Der Standardwerteindex Dow Jones, der im Handelsverlauf zwischen 9.913,92 und 10.003,80 Zählern schwankte, erholte sich im späten Handel und schloß mit einem knappen Minus von 0,3 Stellen auf knapp 9.962 Punkte. Der breiter gefaßte S&P-500-Index verlor 0,2 Prozent auf 1.084 Punkte. Die Technologiebörse Nasdaq büßte ein halbes Prozent auf 1.839 Zähler ein.
Gute Unternehmenszahlen der vergangenen Wochen haben nach Einschätzung von Michael Vogelzang, Präsident von Boston Advisers, nicht ausgereicht, die Zweifel der Anleger in Hinblick auf die Entwicklung im Gesamtjahr zu verdrängen. „Einige Unternehmensvertreter reden die Erwartungen für das dritte Quartal herunter", erläuterte Vogelzang. „Auch wenn sie gute Ergebnisse im zweiten Quartal erzielen, reden sie die Jahresbilanz herunter.“
Darüber hinaus machten Marktteilnehmer Befürchtungen im Zusammenhang mit Sicherheitsfragen, mit der politischen Entwicklung und der Geldpolitik in Amerika als Belastungsfaktoren für die Börse aus. „Die 'Makro'-Wolken müssen sich erst einmal etwas verziehen, sagte Jeffrey Kleintop von PNC Advisors.
Den Leitindex Dow Jones belasteten vor allem die Aktien des Pharmakonzerns Pfizer, die 1,7 Prozent auf 31,74 Dollar abgaben. Die Aktien gerieten Marktteilnehmern zufolge unter Druck, nachdem die Konkurrenten Merck und Schering- Plough die amerikanische Zulassung für das Cholesterin-Medikament Vytorin erhielten. Schon geringe Dosen dieses Medikaments sollen die gleiche Wirksamkeit haben wie das umsatzstarke Pfizer- Produkt Lipitor. Während die Papiere von Merck 0,4 Prozent auf 45,00 Dollar verloren, stiegen die von Schering-Plough 4,3 Prozent auf 19,56 Dollar.
Zu den Gewinnern gehörten die Aktien von King Pharmaceutical, die 24,3 Prozent auf 12,89 Dollar stiegen. Der Generika-Hersteller Mylan Laboratories wird das angeschlagene Unternehmen für vier Milliarden Dollar übernehmen. Dessen Aktien verloren mehr als 16 Prozent auf 15,51 Dollar.
Ebenfalls zulegen konnten die Papiere des Telekom-Konzerns BellSouth nach ermutigenden Quartalszahlen. Sie kletterten um 3,5 Prozent auf 26,81 Dollar. Die Aktien von Microsoft verteuerten sich um 2,3 Prozent auf 28,66 Dollar. Das Anlegermagazin „Barron's“ hatte die Papiere angesichts erwarteter Umsatz- und Gewinnanstiege als „attraktiv bewertet“ eingestuft.
1,6 Prozent auf 48,90 Dollar gewannen die Aktien von American Express. Der Finanzdienstleister verbuchte im zweiten Quartal dank eines Rekord-Einsatzes von Kreditkarten einen etwas stärker als erwarteten Gewinnanstieg und erzielte Rekordumsätze.
Amerikanische Anleihen schließen leichter
Nach unerwartet guten Konjunkturdaten und einer überraschend großen Auktion neuer Titel haben die amerikanischen Anleihen am Dienstag im New Yorker Handel deutliche Kursverluste aufgewiesen. Im späten Geschäft fielen zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,750 Prozent um 30/32 auf 101-4/32. Die Rendite lag damit bei 4,479 Prozent nach 4,603 Prozent. Der mit 5,375 Prozent verzinste 30jährige Treasury sank um 1-17/32 auf 100-27/32 und rentierte mit 5,203 Prozent nach 5,313 Prozent. Nach Bekanntgabe der Konjunkturdaten hätten Verkäufe eingesetzt, berichteten Marktteilnehmer. Die Auktion 20,5jähriger, an den Inflationsindex gebundener Notes habe dann den Druck verstärkt. Das Emissionsvolumen von elf Milliarden Dollar sei überraschend hoch gewesen, hieß es.
Vor allem aber der Index des Verbrauchervertrauens überraschte, der im Juli auf 106,1 kletterte und damit den höchsten Stand seit Juni 2002 erreichte. Volkswirte hatten im Schnitt einen Stand von 102,0 erwartet. Die Marktteilnehmer am Anleihemarkt hätten durch die Daten den Eindruck gewonnen, daß sich die leichte Abkühlung der Konjunktur im zweiten Quartal nicht bis in das dritten Quartal erstrecken werde, erklärte ein Analyst die Reaktion am Anleihemarkt. Zudem wies Morgan Stanley auf die Beschäftigungskomponente des Index hin. Deren Stärke untermauere die Ansicht, daß die Schwäche des Arbeitsmarktes im Juni nicht der Beginn eines neues Trends, sondern vielmehr eine Abweichung gewesen sei, so Morgan Stanley.
Zudem war die Zahl der Neubauverkäufe im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent gefallen. Analysten hatten mit einem deutlich höheren Minus von 7,2 Prozent gerechnet.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.