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The trend is your friend!
Charttechnik:
Silber:
Silber begab sich am Mittwoch – als Dritter im Bunde – also nun auch in den Abwärtstrendmodus. Die Steilvorlage dazu lieferte die Bilderbuch-belt-hold-Kerze am Montag mit einem Ausmass von satten 3 %, das entspricht zur Zeit einem halben Dollar. Vorläufiges Resultat: die Aufwärtstrendlinie 12/2016 wurde pulverisiert, ihr Startpunkt – das 12/2016-Tief – unterschritten. Bemerkenswert dabei, dass sich dieses ganze Spektakel unter ohnehin schon in den Keller geprügelten abgeleiteten Indikatoren RSI und SSTOC ereignet hatte. Die Freitagskerze zum grossen Teil aus dem BB herausragend ist nur ein weiterer Indikator dafür, dass sich dieser Kursverfall unter extremen Verhältnissen vollzogen hat. Auch hat sich Silber bereits so weit von der EMA 200 entfernt, dass, – zumindest in einem gesunden Trend – nun eine Korrekturbewegung anstünde, auch wenn sie sich "nur" als Seitwärtsbewegung materialisieren sollte.
Gold:
Gold schaffte am Montag nur eine 0,5 %-belt-hold-Kerze; jedoch gab es als Draufgabe ein falling window. Auch Gold verlor am Freitag den Kampf mit der 01/2017-Aufwärtstrendlinie. Doch damit nicht genug: Das DT-Aktivierungsniveau wurde aktiviert. Dass es nicht unmittelbar kräftig südwärts ging, war möglicherweise dem BB zu verdanken, welches einem sofortigen Kursrückgang ein wenig bremsend entgegenwirkte. Kursziel für das aktivierte DT ist das 12/2016-Tief. Doch auch hier sind die abgeleiteten Indikatoren bereits ziemlich überreizt, sodass eine Gegenbewegung – und sei sie lediglich seitwärts – charttechnisch zumindest erwartbar wäre.
Barrick Gold:
Bei Barrick sind windows in der letzten Zeit keine Seltenheit: sie tauchen auf, wechseln ihre Farbe und verschwinden wieder. Alleine in dieser Woche gab es gezählte 5 solcher Aktionen. Der fallende Keil ist noch immer nicht (vorzugsweise nach oben) aufgelöst, jedoch wurde die 12/2016-Aufwärtstrendlinie auch hier zerstört, lediglich das Unterstützungsfenster aus dieser Zeit ist noch unbeschädigt. Jedoch der HUI (auch hier RSI und SSTOC im Keller) im allgemeinen sowie Barrick im besonderen stehen an der Klippe vor weiteren deutlichen Kursrücksetzern, sollten die Minen (bzw. die Edelmetalle) nicht bald in die Gänge kommen. Als Barrick Mitte 2015 damit begann, sein pan bottom (Umkehrformation) auszubilden, war dabei ein signifikanter Anstieg des Handelsvolumens zu beobachten, und das über die gesamte Dauer dieser Umkehrformation, die erst 6 Monate nach dem Beginn vollendet war. Derzeit ist eine solche Volumenzunahme nicht erkennbar. Das gilt allerdings auch für die Abwärtsbewegung, die unter relativ niedrigem Volumen vonstatten geht.
Fazit:
Nun sind also wiederum alle 3 Werte in einem Abwärtstrend auf Tagesbasis. Eine erstaunliche Zurückhaltung also bei den Edelmetallen, wenn man sich die prekäre, sehr phantasiereiche Bewertung zahlreicher anderer Assetklassen bzw. des Finanz-(Schulden-)systems vor Augen führt. Die Drei haben nun die schwierige Aufgabe, gegen den derzeit vorherrschenden Trend (the trend is your friend) anzukämpfen. Dass sie ihn bezwingen können, hatten sie ja bereits vor 1½ Jahren eindrucksvoll bewiesen. Die Börse ist eben keine Einbahnstrasse (… ausser vielleicht für die von der Notenbank gestützten und von deren Mitgliedern regelmässig mit Honig-ums-Maul-beschmierten Akienindizes). Barrick fährt managementtechnisch immer noch einen positiven Kurs und erzeugt einen positiven free cash flow ab Goldkursen grösser als 1.000 USD; die Aktie wird derzeit von den Edelmetallen runtergezogen. Was hier zur Zeit fehlt, ist das Kapital, welches in die Aktie fliesst, wo wie es vor ein wenig mehr als einem Jahr der Fall war. Dass mittels der Edelmetallkurse derzeit so massiv eine positivere Weltlage (wirtschaftlich, schuldentechnisch, geopolitisch usw.) vorgegaukelt wird, ist immerhin sehr beachtlich und lässt mich persönlich vermuten, dass es ordentlich in der Hütte brennen muss.
Netto Longs der Spekulanten.
Wie sieht die Sentiment Lage aus?
Sie wird negativer, aber die Extrem-Stimmung der depressiven Zeiten des Jahres 2015 ist noch nicht erreicht!
Das könnte weitere Kursabschläge durch Spekulanten bedeuten.
Aber bis Freitag sollten noch weitere Long-Spekulanten das Handtuch geworfen haben.
Es fallen immer mehr Zittrige raus. Der Bär erledigt seit dem Sommer 2016 (extreme Euphorie; siehe COT; ich war damals wegen dieser neuen Euphorie sehr besorgt) wieder seine Arbeit!
Manisch-depressiv, so könnte man einen typischen Bärenmarkt in Gold bezeichnen...
Dieser wird getrieben von den Spekulanten, aber nicht von eiern positiven Grundstimmung wie sie in einem Bullenmarkt vorherrscht.
Die Werteeinstellungen nehme ich für alle Zeitperioden unverändert gleich an, da sie sich ja nur auf die Perioden selbst beziehen und nicht auf eine absolute Zeiteinheit, also egal ob Minute, Stunde, Tag od. Woche usw.
Grundsätzlich verwende ich die Voreinstellungen vom Chartprogramm, die da sind:
Beim BB: gleitender Durschnitt von 20 Perioden; Standardabweichung mit Faktor 2 multipliziert.
MACD: 12/26/9
SSTOC: %K 5, %D 5, Glättungsfaktor 3.
Diese Indikatoren signalisieren gewisse Charteigenschaften und daraus sich wahrscheinlich ergebendes weiteres Kursverhalten. Je mehr solcher abgeleiteter Indikatoren und Kerzensignale bzw. Trendlinien Signale gleicher Art aussenden, umso handfester ist deren Aussagekraft; auch kann man sie als Divergenzindikator heranziehen, wenn also zB. abgeleitet Indikatoren andere Signale aussenden als Kerzenformationen bzw. Kursverläufe.
Wird aber in den Chart derart eingegriffen, dass Kapitalströme hinein- bzw. herausfliessen, die entgegen den Signalen wirken, dann sind diese Signale hinfällig.
Aktuell ist die Lage beim Gold sehr angespannt:
Zum Einen wurde das doppeltop (auch per Schlusskurs) aktiviert, allerdings gab es nicht unmittelbar einen Abverkauf (der durchaus in den nächsten Tagen noch folgen kann). Charttechnisch ergäbe der Abverkauf ein Mindestkursziel von der Doppeltophöhe (mittleres lokales Tief bis Hochpunkt gemessen vom Ausbruchspunkt nach unten, das sind in etwa 80 USD, also 12/2016-Tief.) Verstärkt wird diese Wahrscheinlichkeit durch das falling window am Montag, das zusammen mit dem 05/2017-Fenster eine Inselumkehr anzeigt. Andererseits hatte auch Barrick ein Inselumkehrsignal, das dann nicht wirklich schlagend wurde. Mit der Aktivierung des DT (= Unterschreiten des letzten lokalen Tiefs) ist auch der untergeordnete Aufwärtstrend der Regressionsbewegung Geschichte und damit ist also auch von dieser Bewegung keine Energie zu erwarten. Eventuell ist diese Aktivierung aber auch ein Fehlsignal … RSI, SSTOC und MACD zeigten bei der jüngsten Abwärtsbewegung keine Divergenz auf, jedoch sind sie bereits im Extrembereich angekommen, sodass man mit einer Erholungsbewegung rechnen kann, die allerdings bei zuwenig zugeführter Energie auch schon wieder bei USD 1.240 zum Stillstand kommen könnte, da dort 2 Widerstandsfenster liegen. Auch die 10/2012-Abwärtstrendlinie könnte dort dann nachhaltig überwunden worden sein. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das zum jetzigen Zeitpunkt gewünscht sein kann bzw. erlaubt werden wird.
Silber:
Hier auch aufgrund der abgeleiteten Indikatoren wahrscheinliche Erholungsbewegung, ansonsten aber dominiert auch hier der Abwärtstrend.
Barrick:
Hier hat sich das BB stark zusammengezogen, dh. grössere Bewegung steht an. Barrick wird vermutlich der Goldbewegung folgen … Sollte sich Gold bis zu den kommenden Q-Zahlen der Miners halten können und diese Zahlen gut ausfallen, wäre das eher positiv für die Gesamtsituation. Der HUI steht jetzt leider wirklich an der Klippe. Geht es hier einen Schritt weiter, dann kann es ziemlich heftig runtergehen. Auch HUI's abgeleitete Indikatoren haben Extremwerte angenommen, das könnte unterstützen, jedoch gibt es hier kerzentechnisch nicht das geringste Anzeichen einer Umkehrformation. Das müsste unbedingt am Montag od. Dienstag kommen, sonst kann es ordentlich krachen.
Was den Ölpreis betrifft: Ich denke, dass auch hier sehr schlagkräftige (auch verbale) Argumente bzw. Werkzeuge gibt, die den gewünschten Preis herbeiführen können.
Schönes Wochenende!
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