Die ES Gesundsheit wird ebenfalls an der Börse ausgesetzt, allerdings nicht wegen Insolvenz, sondern weil gerade eine Übernahmeschlacht eines mexikanischen Unternehmens läuft. Der Kurs ist auf Allzeithoch.
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Ich hätte erwartet, dass man mir sagt, wie es weitergeht. Ich weiss nur , ich bin Miteigentümer der Bad Bank. Aber in welcher Form ? Was passiert mit meinen Aktien ? Und...und..
Wenn Du Deine Fragen präzisierst, könnte man sie vielleicht beantworten. Ja, Du bist Miteigentümer der Bad Bank. Die bad bank wird abgewickelt, d.h. ihre Vermögenswerte werden über die Zeit verkauft, sie darf keine neuen Aktivitäten beginnen, da sie aufsichtsrechtlich insolvent ist. Die Erlöse aus den Vermögenswerten (das inkludiert auch eventuell Forderungen gegen Unternehmen der Gruppe oder bestimmter beteiligter Personen, insofern durchsetzbar) kommen zur Verteilung. Dabei wird zuerst an die Gläubiger verteilt, und danach, wenn noch was übrig ist, an die Aktionäre. Die Frage "was passiert mit meinen Aktien" ist also so beantwortbar: zunächst einmal gar nichts, vermutlich für Jahre gar nichts, irgendwann dann, wenn fertig abgewickelt ist, werden sie gelöscht.
Pfandbrief sag mir nur eins, findest du die Vorgehensweise hier korrekt ?
Was unterm Heiligen Geist passierte, war sicher nicht "korrekt". Die resolution dürfte nach Recht und Gesetz abgelaufen sein (man kennt noch nicht alle Details dazu).
Bin ich als Aktionaer Eigentümer oder nicht ?
Ja bist Du. Aber: Eigentum bringt Verantwortung. Magst Du vielleicht nicht hören, trifft aber ganz speziell für das Eigentum an Bankaktien zu.
Hätte man nicht eine KE versuchen müssen ?
Natürlich wäre eine KE für alle Beteiligten die bevorzugte Vorgangsweise gewesen. Leider war es offenbar so, dass die Großaktionäre dazu nicht bereit (Credit Agricole) bzw. in der Lage (Hlg. Geist) waren. Es gab auch offenbar keinen weißen Ritter, der hier schnell eingesprungen wäre. Die Betonung liegt auf SCHNELL: man kann in so einer Situation nicht Wochen und Monate die Bank im Niemandsland hängen lassen. Es muss schnell gehen, wenn es nicht schnell geht, geht es gar nicht.
Und selbst eine Riesenverwässerung wäre doch besser als Totalverlust !
Ganz fix ist ein Totalverlust ja noch nicht. Und eine Riesenverwässerung, etwa bei Emission zu 1 Cent, wäre ebenfalls eine Katastrophe für die Altaktionäre gewesen. Der Unterschied ist nicht groß; der entscheidende Fehler im Ablauf hier war halt, das überhaupt zu kaufen. Sorry wenn das hart ist, aber so stellt sich das dar.
Wer kauft denn noch BankAktien, wenn er über Nacht seinen kompletten Einsatz verlieren kann
Es gibt zwei Typen: Leute die nicht wissen dass das so ist, und solche die es wissen, die aber sich überlegen wie groß das Risiko hierfür ist, und es mit den Chancen der Bank sorgsam vergleichen. Ich hoffe Du zählst in Zukunft zu letzterer Gruppe.
primär ist es wichtig
das der Handel wieder aufgenommen wird.
Jede Insobude ist handelbar, verstehe nicht
warum der Handel nicht längst wieder aufgenommen wurde.
Das ist nur in Deutschland und, eingeschränkterweise, da dort kein Börsehandel sondern nur OTC, in USA so. In fast allen anderen Ländern wird in solchen Fällen eingestellt oder zumindest mal ausgesetzt. Aus der Sicht von jemand der schon drin ist ist das selbstverständlich ärgerlich. Aber die Handelsmöglichkeit würde nicht die tatsächlich gegebene Situation verbessern, sondern lediglich die Möglichkeit eröffnen, das Zeugs jemand anders "anzudrehen". Irgendwer muss die Aktien immer halten. Die Börse bzw. der Regulator stehen auf dem Standpunkt, dass sie das Publikum vor dem Kauf einer Aktie, über die man notwendige Details nicht kennt, schützen muss. Das hat durchaus seine Logik. Ist einmal Spaltungsbilanz usw. veröffentlicht, wird hier ja vermutlich ohnedies wieder der Handel aufgenommen werden.
Ich weiß nicht, was wann von wem gesagt wurde, klar ist aber dass alles was ein Notenbankchef sagt, sich an die KUNDEN (inklusive GLÄUBIGER) der betroffenen Bank richtet. Zu Bankaktionären spricht so ein Funktionsträger überhaupt nie, das ist nicht seine Aufgabe. Und die normalen Gläubiger dieser Bank haben keinen Cent verloren, ganz wie es den beruhigenden Worten entsprach.
Einen solchen Beruhigungsversuch wird es JEDESMAL geben wenn sowas passiert, denn das entscheidende Problem in so einer Situation ist die Möglichkeit des "bank runs", der die Wirtschaft des ganzen Landes runterziehen kann. Die Interessen der Eigenkapitalgeber der Bank (=Aktionäre) treten demgegenüber total in den Hintergrund. Es ist das Problem der Newstrader, dass sie jede News auf sich selbst beziehen.
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