Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES
HAMBURG (Dow Jones)--Die Thomas Cook Group plc wird wahrscheinlich demnächst von der Deutschen Lufthansa AG die Anteile des Ferienfliegers Condor übernehmen. Möglich wird dies durch einen bereits Ende Dezember 2006 geschlossenen Vertrags zwischen der Arcandor-Vorgängerin KarstadtQuelle und Lufthansa. Thomas Cook gehört mehrheitlich zur Arandor AG, Essen.
Nach dem Vertrag kann Thomas Cook jederzeit nach dem 9. Februar 2009 eine Kaufoption über das bei Lufthansa liegende Condor-Paket ausüben. Diese Kaufoption verpflichtet Lufthansa, ihre Anteile an dem Ferienflieger für 77,19 Mio EUR an den Reisekonzern zu verkaufen.
Thomas-Cook-CEO Manny Fontenla-Novoa hatte am 2. Dezember 2008 gesagt, man wolle diese Option ziehen. Er zeigte sich bei der Vorlage der Zahlen für 2007/08 sehr zufrieden mit der Entwicklung der Airline und stellte das Ziehen der Option für Anfang dieses Jahres in Aussicht. Am Freitag wollte sich der britische Reiseanbieter dazu allerdings zunächst nicht äußern.
Lufthansa verfügt nach dem Vertrag über eine entsprechende Verkaufsoption für die Condor-Anteile. Sie berechtigt Deutschlands größte Airline, ihren Condor-Anteil jederzeit nach dem 9. Februar 2009 an Thomas Cook zu verkaufen.
Lufthansa bestätigte am Freitag diesen Ablauf der Haltefrist am 9. Februar. Sprecherin Claudia Lange machte jedoch auf Anfrage keine Angaben darüber, ob und wann Lufthansa ihre Verkaufsoption ziehen werde.
Allerdings hat der Lufthansa-Vorstand seit Abschluss des Vertrags mit Thomas Cook Ende 2006 zu erkennen gegeben, dass er an einem Ausbau des Engagements bei Condor nicht interessiert sei. Der Vertrag billigt Lufthansa nämlich auch ein Vorkaufsrecht für die bei Thomas Cook liegenden 75,1% der Condor-Anteile zu, sollte der Reisekonzern diese an einen Dritten verkaufen wollen.
Als Thomas Cook mit Air Berlin eine enge Kooperation plante, die auch die Einbringung der Condor-Anteile beinhalten sollte, hatte Lufthansa auf dieses Vorkaufsrecht verzichtet. Der Vertrag zwischen Thomas Cook und Air Berlin kam vor allem wegen kartellrechtlicher Bedenken nicht zustande.
Ende 2006 hatten die Arcandor-Vorgängerin KarstadtQuelle und Lufthansa den Verkauf des bei der Airline liegenden 50%-Pakets von Thomas Cook an den Warenhauskonzern beschlossen. Lufthansa hatte in diesem Zusammenhang ihre Beteiligung an Condor von 10% auf 24,9% aufgestockt. Dieser Anteil wird auch aktuell noch gehalten.
Quelle:
Webseiten: www.lufthansa-financials.de www.thomascook.com -Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/cbr Besuchen Sie unsere neue Webseite www.dowjones.de
(END) Dow Jones Newswires