Eliot Spitzer, Gouverneur von New York, bevor er über seine amoureusen Eskapaden stolperte, war der Schrecken der Wall Street. Keine Firma zu gross, kein Manager zu mächtig als dass er vor ihm sicher war. Schade eigentlich, dass er zur Unzeit das Feld räumen musste. Zu gern hätte ich gewusst, wie er heute handeln würde. Zum Glück hat ein Journalist nachgefragt.
Besonders interessant fand ich die folgende Passage aus dem Interview mit Eliot Spitzer, die viel über die Mentalität des AIG-Chefs aussagt:
AIG wurde dominiert von Greenberg. Er war involviert in jede signifikante Transaktion, in jeden grossen Vertrag, auch in die Kreation und die Präsentation der vierteljährlichen Bilanzen. Ein Autokrat, rigoros und verlangend.
Einmal rief Greenberg mich an. Es ging um einen Vertrag, in dem sich die Citibank gegen Betrug versichern wollte. Das ist unmöglich nach New Yorker Recht, es gibt hier keine Versicherung gegen Betrug. Also schrieb Greenberg in den Vertrag, dass dieser nach den Gesetzen der Isle of Men aufgesetzt sei. Sieben Jahre lang zahlte Citibank brav die Prämien, nun gab es einen Betrugsfall, deshalb wollte Citibank die Entschädigung.
Greenberg sagte zu mir: Die Versicherung ist ja nicht legal nach New Yorker Recht, Sie müssen dagegen angehen.
Ich sagte: Moment. Sie haben diese Versicherung persönlich abgeschlossen, nach Gesetzen der Isle of Men?
Greenberg: Ja.
Ich: Sie haben sieben Jahren lang die Prämien kassiert?
Greenberg: Ja.
Ich: Und jetzt wollen Sie nicht zahlen?
Greenberg: Ja.
Ich: Sie wollen, dass ich einen Vertrag nach New Yorker Recht für ungültig erkläre, den Sie nach dem Recht der Isle of Men selbst verfasst haben?
Greenberg: Ja.
Denn so war Maurice Greenberg, genau so. Prämien kassieren und sich dann im Schadensfall drücken - so wurde Greenberg reich, so wurde AIG gross."
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