Überraschung am Ölmarkt: Nahost-Exporte erreichen 98 Prozent des Vorkriegsniveau

Markus Weingran Markus Weingran
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Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.

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Luftaufnahme Ölraffinerie, Raffinerieanlage, Raffineriefabrik
©iStock
Die Rohölexporte aus dem Nahen Osten haben sich überraschend stark erholt. Laut J.P. Morgan liegen die Mengen bereits wieder bei 98 Prozent des Vorkriegsniveaus. Allerdings bleibt die Lage bei Diesel, Benzin und Kerosin angespannt.
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Die Rohölexporte aus dem Nahen Osten nähern sich trotz der weiter angespannten Sicherheitslage wieder dem Niveau vor dem Iran-Krieg. Nach Berechnungen von J.P. Morgan lagen die Ausfuhren im Zehn-Tage-Durchschnitt zuletzt bei 17,5 Millionen Barrel pro Tag. Das entspricht 98 Prozent des Vorkriegsniveaus.

Geholfen haben dabei vor allem die wiederhergestellten Lieferungen über Saudi-Arabiens Ost-West-Pipeline sowie alternative Exportrouten. Auch Daten des Schiffstrackers Kpler zeigen eine deutliche Erholung. Im September verließen demnach mindestens 16,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag die Golfregion. Ohne den Iran entsprach das wieder dem Niveau vor Kriegsbeginn und lag 10,5 Millionen Barrel über dem Monatsdurchschnitt vom März.

Besonders stark verändert hat sich der Transportweg. Vor dem Krieg liefen 83 Prozent des Rohöls aus dem Nahen Osten durch die Straße von Hormus. Im September wurden laut Kpler dagegen rund 40 Prozent der Mengen exportiert, ohne die Meerenge zu passieren.

60 Prozent des Rohöls liefen weiterhin direkt durch Hormus. Weitere 23 Prozent wurden außerhalb der Meerenge, vor allem vor dem Golf von Oman, verladen. 17 Prozent gelangten über das Rote Meer auf den Weltmarkt. Ein Teil des Hormus-Transports erfolgt inzwischen außerdem über Pendeltanker und Umladungen von Schiff zu Schiff.

Werte aus dem Artikel:
Brent Crude Ölpreis 109,645 $ +0,47%

Der Iran fällt dagegen nahezu vollständig als Lieferant aus. Die Rohölverladungen sanken im September von rund 250.000 Barrel pro Tag im August auf null. Vor dem Krieg hatte das Land etwa 1,7 Millionen Barrel täglich exportiert. Auch Kpler und Vortexa registrierten im September keine neuen Verladungen.

Öl aus schwimmenden Lagern östlich von Singapur erreichte zwar weiterhin einige chinesische Raffinerien. US-Finanzminister Scott Bessent erwartet jedoch, dass diese Vorräte noch im Oktober aufgebraucht sein könnten.

Die Rückkehr großer Rohölmengen nimmt etwas Druck vom Weltmarkt. Die November-Futures auf West Texas Intermediate sind bereits zwei Wochen in Folge gefallen.

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Von einer vollständigen Normalisierung kann dennoch keine Rede sein. Vor allem bei Ölprodukten bleibt das Angebot knapp. J.P. Morgan beziffert die Exporte von Diesel, Benzin und Kerosin aus dem Nahen Osten wegen beschädigter Infrastruktur und höherer Brandrisiken auf lediglich 3 Millionen Barrel pro Tag. Das sind erst 58 Prozent des Vorkriegsniveaus.

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Redaktion Ariva/MW


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