dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 371

Trump fordert Rücktritt von Vorstandsmitglied der Notenbank

WASHINGTON (dpa-AFX) - Mit einer weiteren Rücktrittsforderung will US-Präsident Donald Trump Einfluss auf die Besetzung des Vorstandes der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) nehmen. "Cook muss zurücktreten, jetzt!!!", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social und verlinkte einen Medienbericht. Der Fed-Gouverneurin Lisa Cook wird darin vorgeworfen, falsche Angaben gemacht zu haben, um bessere Kreditbedingungen bei Immobiliengeschäften zu bekommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen Brief des Chefs der staatlichen Häuserfinanzierungsbehörde, Bill Pulte, an die US-Justizministerin Pam Bondi - beide stehen Trump nah. Bislang wurde keine Anklage erhoben.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Seit Monaten setzt Trump die Fed unter Druck mit dem Ziel, eine Senkung des Leitzinses zu bewirken. Vor allem der Fed-Chef Jerome Powell ist immer wieder ins Visier des Präsidenten geraten - erst am Dienstag machte er ihn abermals für die Situation in der Immobilienbranche verantwortlich. Denn solange der Leitzins wie bislang auf einem hohen Niveau verharrt, haben es US-Amerikaner deutlich schwerer, sich ein Eigenheim zu finanzieren. Trump will den Leitzins zudem senken, um die Wirtschaft anzukurbeln und der Regierung viele Milliarden beim Schuldendienst zu ersparen.

Ist eine Senkung des Leitzinses wirklich sinnvoll?

Nach Ansicht von Ökonomen könnte eine Senkung des Leitzinses allerdings auch die Inflation anheizen - auch, weil die Folgen der Zollpolitik Trumps noch nicht absehbar sind. Powell widersetzt sich deswegen bislang den Forderungen. Auch wenn Trump es gerne anders darstellt, entscheidet über den Leitzins nicht Zentralbank-Chef Powell allein, sondern der gesamte Zentralbankrat. Der Fed-Vorstand macht den Großteil des Rates aus.

Eine Senkung des Leitzinses scheint inzwischen bei der kommenden Sitzung im September möglich. Beim vergangenen Zinsentscheid ohne Zinsänderung gab es zwei abweichende Stimmen im Zentralbankrat. Ferner nominierte Trump nach dem Rücktritt der Fed-Vorständin Adriana Kugler seinen Wirtschaftsberater Stephen Miran als Übergangslösung./ngu/DP/nas

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend