Trump fordert Rücktritt von Vorstandsmitglied der Notenbank
WASHINGTON (dpa-AFX) - Mit einer weiteren Rücktrittsforderung will US-Präsident Donald Trump Einfluss auf die Besetzung des Vorstandes der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) nehmen. "Cook muss zurücktreten, jetzt!!!", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social und verlinkte einen Medienbericht. Der Fed-Gouverneurin Lisa Cook wird darin vorgeworfen, falsche Angaben gemacht zu haben, um bessere Kreditbedingungen bei Immobiliengeschäften zu bekommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen Brief des Chefs der staatlichen Häuserfinanzierungsbehörde, Bill Pulte, an die US-Justizministerin Pam Bondi - beide stehen Trump nah. Bislang wurde keine Anklage erhoben.
Seit Monaten setzt Trump die Fed unter Druck mit dem Ziel, eine Senkung des Leitzinses zu bewirken. Vor allem der Fed-Chef Jerome Powell ist immer wieder ins Visier des Präsidenten geraten - erst am Dienstag machte er ihn abermals für die Situation in der Immobilienbranche verantwortlich. Denn solange der Leitzins wie bislang auf einem hohen Niveau verharrt, haben es US-Amerikaner deutlich schwerer, sich ein Eigenheim zu finanzieren. Trump will den Leitzins zudem senken, um die Wirtschaft anzukurbeln und der Regierung viele Milliarden beim Schuldendienst zu ersparen.
Ist eine Senkung des Leitzinses wirklich sinnvoll?
Nach Ansicht von Ökonomen könnte eine Senkung des Leitzinses allerdings auch die Inflation anheizen - auch, weil die Folgen der Zollpolitik Trumps noch nicht absehbar sind. Powell widersetzt sich deswegen bislang den Forderungen. Auch wenn Trump es gerne anders darstellt, entscheidet über den Leitzins nicht Zentralbank-Chef Powell allein, sondern der gesamte Zentralbankrat. Der Fed-Vorstand macht den Großteil des Rates aus.
Eine Senkung des Leitzinses scheint inzwischen bei der kommenden Sitzung im September möglich. Beim vergangenen Zinsentscheid ohne Zinsänderung gab es zwei abweichende Stimmen im Zentralbankrat. Ferner nominierte Trump nach dem Rücktritt der Fed-Vorständin Adriana Kugler seinen Wirtschaftsberater Stephen Miran als Übergangslösung./ngu/DP/nas
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