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ROUNDUP/Philippinen: Zehntausende bei Protesten in Hauptstadtregion

MANILA (dpa-AFX) - Zehntausende Menschen haben auf den Philippinen gegen die Korruption bei staatlich finanzierten Projekten protestiert. In der Hauptstadtregion des südostasiatischen Inselstaats kamen Veranstalterschätzungen zufolge rund 130.000 Demonstranten im zentralen Luneta Park von Manila sowie einem Denkmal in Quezon City zusammen. Verwaltungsbehörden gingen von rund halb so vielen Teilnehmern aus.

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Ein Mann liest Wirtschaftsnachrichten (Symbolbild).
Quelle: - pixabay.com:

Bei den Protesten kam es laut Behörden zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Mindestens 70 Polizisten seien verletzt worden, darunter mehrere, die mit schweren Schnittwunden an Armen und Beinen ins Krankenhaus gekommen seien, sagte ein Polizeisprecher. Ihm zufolge wurden 49 Personen unter anderem wegen Gewalthandlungen wie Steinwürfen und Brandstiftung festgenommen. Die Sicherheitskräfte hielten einige Demonstranten davon ab, vom Luneta Park Richtung Präsidentenpalast zu ziehen. Die Polizei setzte demnach auch Tränengas ein.

Grund der Proteste ist der Korruptionsskandal um Hochwasserschutzprojekte im Wert von mindestens 500 Milliarden Pesos (7,4 Mrd. Euro). Untersuchungen haben ergeben, dass viele Aufträge nur Scheinprojekte waren und andere mangelhaft ausgeführt wurden. Vermutet wird, dass die Gelder in die privaten Taschen der Auftragnehmer wanderten. Informationen von Whistleblowern legen zudem nahe, dass einige Politiker und Beamte in die Unregelmäßigkeiten verwickelt sind und Schmiergelder kassierten.

Laut den Veranstaltern handelt es sich um die bislang größten Demonstrationen wegen des Skandals. Demonstranten trugen Plakate und Transparente mit Aufschriften wie "Korruption tötet" und "Wir waten durch Fluten, ihr verschwendet unser Geld!"

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer forderten, diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die die öffentlichen Gelder eingesteckt hätten. "Bei den für diese Projekte bereitgestellten Mitteln sollte es keine Überschwemmungen mehr geben, aber es gibt immer noch Überschwemmungen", sagte ein Teilnehmer der Nachrichtenagentur dpa.

Der zweite Versammlungsort verlieh dem Anliegen der Demonstranten zusätzlich Gewicht: Das EDSA People Power Monument in Quezon City, eine gewaltige Skulptur, erinnert an einen Volksaufstand im Jahr 1986, in dessen Folge der mittlerweile verstorbene Vater des amtierenden Präsidenten wegen massiver Korruption und Menschenrechtsverletzungen abgesetzt wurde.

Demonstranten vor Ort sagten, dass der jetzige Präsident zwar die Proteste unterstützte, seine Familie aber dennoch für die Missetaten während der 21-jährigen Herrschaft seines Vaters zur Verantwortung gezogen werden müsse./gal/DP/stw

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