BERLIN (dpa-AFX) - Der Spitzenverband der Krankenversicherung warnt davor, dass im kommenden Jahr mehrere Pflegekassen vor der Zahlungsunfähigkeit stehen. Sie müssten mit Nothilfen vor der Pleite gerettet werden - trotz Darlehen in Milliardenhöhe für die gesetzliche Pflegeversicherung.
Die Darlehen des Bundes von inzwischen 4,2 Milliarden Euro deckten 2026 zwar annähernd das Defizit, sagte Verbandschef Oliver Blatt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Weil die Finanzierung derart auf Kante genäht ist, gehen wir davon aus, dass einzelne Pflegekassen im kommenden Jahr Liquiditätshilfen benötigen werden", sagte er aber. "Dafür gibt es zwar ein geregeltes Verfahren, doch es zeigt, wie stark der Reformbedarf ist." Im Februar 2025 hatte demnach erstmals eine Pflegekasse Liquiditätshilfen aus dem sogenannten Ausgleichsfonds der gesetzlichen Pflegeversicherung beantragen müssen.
Ab 2027 seien die Kredite aufgebraucht, und es entstehe eine Finanzierungslücke, die rund 0,3 Beitragssatzpunkten entspreche. "Ohne Reformen kann die Pflegeversicherung das also gar nicht leisten", mahnte der Verbandschef. Mit Blick auf eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Pflegereform, die magere Ergebnisse vorgelegt hatte, kritisierte er: "Ich habe den Eindruck, die Brisanz der Lage ist immer noch nicht allen Beteiligten klar."/bw/DP/he
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