WASHINGTON/THESSALONIKI (dpa-AFX) - Bei dem dramatischen Zwischenfall auf einem Ryanair-Flug von Thessaloniki nach Memmingen haben Teile eines ausgefallenen Triebwerks den Rumpf der Boeing 737 durchschlagen und einen Druckabfall in der Kabine ausgelöst. Das teilte die US-amerikanische Behörde zur Untersuchung von Verkehrsunfällen NTSB in einem vorläufigen Bericht mit. Die Rede war von einem "Fan Blade Out" beim Steigflug. Die Ursache dafür ist weiterhin Gegenstand von Ermittlungen.
Für dich zusammengefasst:
Teile eines Triebwerks durchschlugen den Rumpf der Boeing 737.
Ein Passagier wurde schwer verletzt und steckte fest.
Die US-Behörde untersucht den Vorfall und die Ursache.
Bei dem Vorfall Anfang Juli war einer der 149 Passagiere schwer verletzt worden. Die Crew habe in etwa fünf Kilometern Höhe eine Warnanzeige wegen starker Vibrationen am Triebwerk Nr. 2 erhalten. "Die Piloten hörten einen lauten Knall", hieß es. "Während die Flugbesatzung den Zustand des Triebwerks überprüfte, ertönte der Warnalarm für einen Luftdruckabfall in der Kabine. Die Piloten setzten ihre Sauerstoffmasken auf, erklärten einen Notfall und leiteten einen sofortigen Sinkflug ein."
Schwerverletzter Passagier steckte in Fenster fest
Auch im Kabinenraum hätten Passagiere ihre Sauerstoffmasken aufgesetzt. "Ein Flugbegleiter bemerkte, dass der Passagier auf Sitz 11F teilweise in einem beschädigten Kabinenfenster feststeckte und das gesamte Fenster fehlte." Passagiere hätten den Verletzten zurück in die Kabine gezogen. Ein unter den Fluggästen anwesender Arzt habe sich dann um den Mann gekümmert. Das herausgebrochene Fenster sei mit einer Metallbox abgedeckt worden und die Maschine nach Thessaloniki zurückgekehrt.
An dem betroffenen Triebwerk hätten Ermittler Vogelreste gefunden. Ob ein Vogelschlag zu dem Zwischenfall führte, ist aber unklar. In den vorangegangenen zwölf Monaten seien vier Vogelschläge für das gleiche Triebwerk gemeldet worden, ein Schaden habe aber nicht festgestellt werden können. Es seien auch Merkmale, die auf Materialermüdung hinweisen könnten, gefunden worden.
Die US-Behörde untersuche den Vorfall, weil die zuständige griechische Behörde den Fall an das NTSB abgegeben habe, hieß es in dem Bericht. Neben dem Fenster sei auch die Rumpfhaut des Fliegers beschädigt worden./apo/DP/mis
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