Zahlentrick: Big-Tech-Gewinne sind weniger stark als gedacht
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Die Magnificent 7 melden 118,5 Prozent Gewinnwachstum. Doch ohne Sondereffekte bei Alphabet und Amazon bricht der Wert massiv ein. Gleichzeitig holt der Rest des S&P 500 auf.
Für dich zusammengefasst:
Die Magnificent 7 erzielten 118,5 Prozent Gewinnwachstum.
Ohne Alphabet und Amazon liegt das Wachstum nur bei 43,2 Prozent.
Die restlichen 493 S&P 500-Unternehmen wachsen um 31,8 Prozent.
Die Magnificent 7 haben im 2. Quartal deutlich stärker verdient als erwartet. Nach den Nvidia-Zahlen liegen inzwischen die Ergebnisse aller 7 großen US-Technologiekonzerne vor. Doch ein großer Teil des außergewöhnlichen Wachstums geht auf Sondereffekte bei Alphabet und Amazon zurück, wie FactSet zeigt.
Ende Juni hatten Analysten für die Gruppe noch ein Gewinnwachstum von 30,8 Prozent erwartet. Tatsächlich stiegen die Gewinne um 118,5 Prozent. Das ist laut FactSet die höchste Wachstumsrate seit mindestens dem vierten Quartal 2020.
6 der 7 Unternehmen übertrafen die Erwartungen beim Gewinn je Aktie. Insgesamt lagen die gemeldeten Gewinne 66,2 Prozent über den Schätzungen.
Der starke Anstieg hat jedoch einen wichtigen Hintergrund. Alphabet verbuchte 98 Milliarden US-Dollar sonstige Erträge, vor allem aus nicht realisierten Gewinnen mit Aktieninvestments. Amazon erzielte 53,4 Milliarden US-Dollar sonstige Erträge, die überwiegend auf die Beteiligung an Anthropic zurückzuführen waren.
Ohne Alphabet und Amazon würde das Gewinnwachstum der Magnificent 7 von 118,5 Prozent auf 43,2 Prozent sinken. Die Gewinnüberraschung würde von 66,2 Prozent auf lediglich 4,4 Prozent zurückgehen.
Auch die übrigen 493 Unternehmen im S&P 500 entwickeln sich stärker. Ihr Gewinnwachstum liegt im 2. Quartal bei 31,8 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit dem 4. Quartal 2021.
Für das 4. Quartal 2026 erwarten Analysten laut FactSet sogar, dass die übrigen 493 Unternehmen mit 26,8 Prozent stärker wachsen als die Magnificent 7 mit 23,2 Prozent. Damit könnte sich das Gewinnwachstum am US-Aktienmarkt zunehmend verbreitern.
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