Milliarden-IPO auf wackligem Fundament: SoftBanks riskantes Spiel

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Der Chart einer Aktie (Symbolbild).
© deepblue4you / iStock / Getty Images Plus / Getty Images
SB Energy soll mit 50 Milliarden US-Dollar bewertet an die Börse gehen, verbucht aber erst 269 Millionen US-Dollar Umsatz bei 7 Milliarden Verlust. Warum SoftBank trotzdem alles auf OpenAI und Nvidia setzt.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Die Unsicherheit über den Zeitpunkt des Börsengangs von OpenAI erhöht laut einem Bericht der Financial Times den Druck auf SoftBank, den eigenen Rechenzentrumsentwickler SB Energy zügig an die Börse zu bringen.

Wie unsicher der Zeitplan von OpenAI tatsächlich ist, zeigte sich erst im August: OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar erklärte, das Unternehmen werde frühestens im Jahr 2027 an die Börse gehen, nachdem OpenAI-Chef Sam Altman einen Börsengang bereits für das laufende Jahr als verfrüht bezeichnet hatte.

SB Energy soll einer mit der Sache vertrauten Person zufolge mit rund 50 Milliarden US-Dollar bewertet werden, obwohl das Unternehmen bislang kein einziges Rechenzentrum in Betrieb genommen hat. Der geplante Börsengang, für den bereits eine Registrierung bei der US-Börsenaufsicht vorliegt, soll in den kommenden Wochen zwischen fünf und sieben Milliarden US-Dollar einbringen.

Nach einem Bericht von Bloomberg soll parallel dazu in Japan ein weiterer Teilbetrag von 500 Millionen US-Dollar platziert werden.

Werte aus dem Artikel:
CoreWeave Aktie 86,49 $ +1,24%
Nvidia Aktie 228,66 $ +0,56%
SoftBank Group Aktie 38,15 € +2,07%

SB Energy ist die zentrale Wette von SoftBank-Gründer Masayoshi Son auf die steigende Nachfrage nach künstlicher Intelligenz. Mit einem Auftragsbestand von 439 Milliarden US-Dollar, der vor allem aus langfristigen Mietverträgen über 8,8 Gigawatt Rechenzentrumskapazität besteht, steht das Unternehmen bei der Entwicklung von Rechenkapazitäten für Dritte nur hinter CoreWeave.

Der Haken dabei 

Zentrale Projekte wie ein acht Gigawatt großer Campus in Ohio befinden sich noch im Bau, weshalb von den vertraglich gesicherten Einnahmen voraussichtlich erst ab dem Jahr 2034 357 Milliarden US-Dollar verbucht werden können.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres kam SB Energy lediglich auf 138,7 Millionen US-Dollar Umsatz aus dem bisherigen Solargeschäft, bei einem operativen Verlust von 551,6 Millionen US-Dollar. Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate summierte sich der Nettoverlust sogar auf 7,01 Milliarden US-Dollar, bei einem Umsatz von lediglich 268,84 Millionen US-Dollar.

Wie eng die Zukunft von SB Energy mit anderen KI-Schwergewichten verknüpft ist, zeigt der Bericht der Financial Times: OpenAI tritt als Hauptmieter der großen Pipeline-Projekte auf und ist zugleich Investor, während Nvidia eine Garantie über 105 Milliarden US-Dollar für die erste Ausbauphase in Ohio übernommen hat und zusätzlich für 1,5 Milliarden US-Dollar stimmrechtslose Aktien der Klasse N zum Ausgabepreis zeichnen will.

Genau diese Nähe zu OpenAI nennt SB Energy selbst als Risiko: In einem Prospekt warnt das Unternehmen, dass seine kurzfristige finanzielle Gesundheit und die Projektfinanzierung stark von der anhaltenden Leistungsfähigkeit von OpenAI abhängen. Marktanalystinnen und Marktanalysten sowie Investorinnen und Investoren verweisen zudem auf die hohe Kundenkonzentration und den immensen Kapitalbedarf als mögliche Bewertungshürden.

Um die eigene Projektpipeline aufzubauen, muss SB Energy dem Bericht zufolge Investitionsausgaben von mehr als 170 Milliarden US-Dollar stemmen. Damit der übliche Eigenkapitalanteil von zehn Prozent bei der Projektfinanzierung erhalten bleibt, dürfte das Unternehmen laut Analystenschätzungen zusätzlich zu den Erlösen aus dem Börsengang weitere sieben Milliarden US-Dollar an Eigenkapital sowie erhebliche Fremdmittel benötigen.

Trotz dieser hohen Anforderungen gibt sich SoftBank zuversichtlich, gestützt auch auf die eigene Börsenbilanz: Der Börsenwert der Konzernmutter liegt inzwischen bei rund 204,76 Milliarden US-Dollar und damit gut 38 Prozent höher als vor einem Jahr, Rückenwind, der Sons Ruf als erfolgreicher Begleiter großer Börsengänge zusätzlich stützt.


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