STOCKHOLM (dpa-AFX) - Der Modekonzern H&M hat auch im zweiten Geschäftsquartal das schwache Konsumklima zu spüren bekommen. In den drei Monaten bis Ende Mai sank der Umsatz um 3 Prozent auf 54,8 Milliarden schwedische Kronen (rund 4,95 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten hingegen mit einem geringeren Rückgang der Erlöse gerechnet. Belastet wurde das Geschäft erneut auch von negativen Währungseffekten. Die Gewinnentwicklung der Schweden enttäuschte ebenfalls. Die Aktie reagierte zuletzt mit einem Minus von rund 2,5 Prozent auf die Zahlenvorlage.
Für dich zusammengefasst:
H&M Umsatz fiel im Q2 um 3 Prozent auf 54,8 Mrd SEK.
Der Gewinn lag mit 3,96 Milliarden Kronen über dem Vorjahr.
H&M konnte zwar sein operatives Ergebnis trotz Restrukturierungskosten mit gut 5,9 Milliarden Kronen nahezu stabil halten, von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Experten waren jedoch im Schnitt von einem Anstieg auf 6,35 Milliarden ausgegangen. Unter dem Strich lag der Gewinn mit 3,96 Milliarden Kronen hauchdünn über dem Vorjahresniveau.
Konzernchef Daniel Ervér zeichnete ein gemischtes Bild des Jahresviertels. Die Verkäufe hätten sich zwar etwas schlechter entwickelt als ursprünglich geplant, erklärte er laut Mitteilung, andererseits komme H&M bei seinen Bemühungen um eine höhere Profitabilität weiter voran. Die operative Marge war im zweiten Quartal auf 10,8 Prozent gestiegen, nach 10,4 Prozent im Vorjahresquartal.
Zugleich räumte der Manager Probleme im Warenmanagement ein. So habe der seit geraumer Zeit betriebene Abbau der Lagerbestände in einigen Fällen dazu geführt, dass Kundenwünsche nicht bedient werden konnten, so der Manager. Hier müsse H&M in Zukunft besser werden und Angebot und Nachfrage stärker ausbalancieren.
H&M steht im Konkurrenzkampf mit Billiganbietern wie Shein und Primark stark unter Druck und hatte zuletzt auch im direkten Wettbewerb mit dem Zara-Eigentümer Inditex (Inditex Aktie) das Nachsehen. Seit seinem Amtsantritt 2024 arbeitet Ervér daran, das Produktangebot zu verbessern, die Preisgestaltung zu schärfen und die Lieferzeiten zu verkürzen. Zugleich verkleinerte der Konzern auch im zweiten Quartal sein Filialnetz weiter. Diese Maßnahmen haben zur Erholung der Margen beigetragen, doch die Nachfrage bleibt in mehreren wichtigen Märkten fragil. So rechnet H&M auch für Juni lediglich mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau./tav/lew/stk
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