Eli Lillys neues Abnehmmittel könnte Ozempic alt aussehen lassen

Julian Schick Julian Schick
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Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Das Eli Lilly and Company Hauptquartier in Indianapolis, USA. (16. April 2016)
©iStock
Eli Lilly hat auf dem größten Diabeteskongress der Welt Daten präsentiert, die die Adipositas-Pipeline des Konzerns in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen.
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Auf dem Jahreskongress der American Diabetes Association hat Eli Lilly vergangenes Wochenende klinische Daten vorgelegt, die den Wirkstoff Retatrutid deutlich breiter positionieren könnten als bislang erwartet. Besonders eine niedrige Dosierung sorgte für Aufsehen: Patienten, die lediglich vier Milligramm des Präparats erhielten, verloren im Schnitt rund ein Fünftel ihres Körpergewichts.

Das entspricht etwa der Wirksamkeit, die bislang nur bei der höchsten verfügbaren Tirzepatid-Dosis beobachtet wurde. Zugleich brauchte es bei Retatrutid nur eine einzige Dosissteigerung, um den therapeutischen Zielbereich zu erreichen, während das Konkurrenzpräparat fünf solcher Schritte erfordert.

Was die Daten zusätzlich aus der Masse hebt: Die Abbruchrate wegen Nebenwirkungen lag in der Vier-Milligramm-Gruppe unter dem Wert der Placebo-Gruppe. Ein Befund, der in der klinischen Forschung außergewöhnlich ist und auf eine sehr gute Verträglichkeit hindeutet.

Bei der höchsten getesteten Dosis von 12 Milligramm zeigte Retatrutid nach rund zwei Jahren Behandlungsdauer Gewichtsreduktionen von bis zu 30 Prozent, was einem Ergebnis entspricht, das sonst nur bei magenverkleinernden Operationen erzielt wird. Knapp die Hälfte der Patienten in dieser Gruppe verlor mehr als 30 Prozent ihres Ausgangsgewichts, zwei Drittel unterschritten einen Body-Mass-Index von 30.

Werte aus dem Artikel:
Eli Lilly and Aktie 1.002,8 € +0,66%

Goldman Sachs hatte Retatrutid bislang vor allem als Präparat für Patienten mit sehr hohem BMI modelliert, mit einem erwarteten Spitzenumsatz von rund 3 Milliarden US-Dollar. Angesichts der neuen Niedrigdosis-Daten dürften diese Schätzungen nach oben korrigiert werden. Das Unternehmen will die Zulassung in den Indikationen Adipositas, Arthrose und Schlafapnoe noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 beantragen, die Marktzulassung könnte 2027 folgen.

Parallel treibt Lilly den Amylin-Agonisten Eloralintid voran, der in einer Phase-II-Studie mit der mittleren Dosis Gewichtsverluste von 12,4 Prozent bei placeboähnlicher Verträglichkeit erreichte, ganz ohne Eindosierung. Lilly hat inzwischen fünf Phase-III-Studien für Eloralintid gestartet und bezeichnet das Entwicklungsprogramm intern als eines der umfangreichsten in der Unternehmensgeschichte. Kombinationsdaten mit Tirzepatid werden noch für dieses Jahr erwartet, ein Marktstart ist für 2028 geplant.

Goldman Sachs bewertet die Aktie mit Kaufen und einem Zwölf-Monats-Kursziel von 1.283 US-Dollar, knapp über dem aktuellen Kursniveau von 1150 US-Dollar.

Autor: Julian Schick


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