- Getreidelogistik wird durch Niedrigwasser erschwert.
- Binnenschiffe können weniger Ladung transportieren.
- Ernteerträge in Bayern sind unter dem Durchschnitt erwartet.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Die Agrarlogistik stehe vor Herausforderungen angesichts des Niedrigwassers auf wichtigen Wasserstraßen wie Main, Donau und Rhein, teilte eine Sprecherin des Unternehmens Baywa (BayWa Aktie)
Alternative Transportwege können Schiffe nicht ersetzen
Ergänzend setze man auf alternative Transportwege, hieß es. Allerdings könnten diese nur in geringem Maße fehlende Schiffstransporte ausgleichen. "Für das aktuelle Erntezeitfenster haben wir beispielsweise Ganzzüge organisiert, um Kunden am Niederrhein sowie in den Benelux-Staaten zu versorgen und die Wasserstraßen teilweise zu entlasten."
Der Agrarhandel ist ein wesentlicher Pfeiler des Baywa-Konzerns. Das Kerngeschäft des Agrarhandels ist nach eigenen Angaben die Erfassung und Vermarktung von Getreide, Leguminosen und Ölsaaten sowie der Vertrieb von Saatgut, Betriebsmitteln und Futtermitteln.
Wer Platz hat, lagert erst einmal ein
Der Schiffstransport des Brot- und Futtergetreides werde zunehmend unrentabel, betonte eine Sprecherin des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Die Schiffe könnten nicht mehr voll beladen werden wegen des Niedrigwassers. "Zusätzlich zu den niedrigen Erzeugerpreisen fallen jetzt daher oft noch höhere Logistikkosten für den Transport auf der Straße an." Wer Kapazitäten habe, lagere zunächst direkt am Betrieb das Getreide ein.
Bei Niedrigwasser können Güterschiffe nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Donau MDK in Nürnberg nicht mehr voll beladen werden, so dass für die gleiche Transportmenge mehr Fahrten nötig sind.
An den bayerischen Häfen an Main, Main-Donau-Kanal und Donau gibt es Kapazitäten, um Getreide zu lagern. Das spiele in der aktuellen Situation eine wichtige Rolle, teilte Bayernhafen mit. Zur Bayernhafen-Gruppe gehören die Binnenhäfen Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau. 2025 wurden an den Standorten den Angaben zufolge knapp 750.000 Tonnen Agrargüter einschließlich Düngemittel per Binnenschiff umgeschlagen, per Bahn rund 170.000 Tonnen. Insgesamt brachte es die Gruppe im Vorjahr auf 8,37 Millionen Tonnen umgeschlagene Güter per Schiff und Bahn.
Ernte unter dem Durchschnitt erwartet
Abschließende Zahlen, wie viel Getreide in Bayern heuer von den Landwirten geerntet wurde, gibt es noch nicht. Die vielerorts anhaltende Trockenheit deutet aber auf schwächere Erträge hin. Beim Winterweizen gebe es in allen bayerischen Regierungsbezirken außer Schwaben Erträge unter dem Durchschnitt, hieß es beim BBV.
Im Vorjahr hatten Bayerns Bauern rund 6,4 Millionen Tonnen Getreide geerntet, vier Millionen davon entsprachen laut Landesamt für Statistik den Kriterien für Brotgetreide./zk/DP/zb
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