BERLIN (dpa-AFX) - Die Verbraucherzentralen warnen vor einer unterschwelligen Beeinflussung bei angezeigten Trinkgeld-Optionen auf Kartenlesegeräten in Restaurants und Cafés. Die Chefin des Bundesverbands, Ramona Pop, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es muss auf den ersten Blick erkennbar sein, wie Gäste Trinkgeld ablehnen oder die Höhe selbst festlegen können." Der Verband setze sich daher für ein Verbot "manipulativer Designtricks" auf europäischer Ebene ein, wie sie auch von Webseiten oder Apps bekannt seien.
Für dich zusammengefasst:
Verbraucherzentralen warnen vor Einfluss bei Trinkgeld-Optionen.
Der Bundesverband fordert ein Verbot manipulativer Designtricks.
Drei Viertel der Befragten wollen sichtbare Optionen für kein Trinkgeld.
"Bei der Kartenzahlung liegen sie vor, wenn die Option, kein Trinkgeld zu geben, versteckt oder schlechter sichtbar ist", sagte Pop. Dabei geht es um Terminals für Kartenzahlung, bei denen auf dem Display Vorschläge fürs Trinkgeld wie 10 Prozent, 15 Prozent oder 20 Prozent angetippt werden können. Teils sind diese Felder größer oder farblich auffälliger als das Feld für "Kein Trinkgeld" oder ein Feld, bei dem man selbst einen Euro-Betrag eingeben kann.
Manipulation für mehr Trinkgeld?
"Viele Menschen geben gerne und freiwillig Trinkgeld, um guten Service wertzuschätzen", sagte Pop. Problematisch werde es, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher zum Trinkgeldgeben gedrängt oder sogar manipuliert würden. "Niemand ist verpflichtet, Trinkgeld zu geben."
Laut einer Umfrage im Auftrag des Verbands befürworten es drei Viertel (76 Prozent), dass die Möglichkeit, kein Trinkgeld oder weniger Trinkgeld zu geben, ebenso sichtbar und leicht auswählbar sein sollte wie vorgeschlagene Beträge.
Gezielt gefragt, ob man sich durch auffälliger dargestellte Prozent-Vorschläge zum Trinkgeldgeben gedrängt fühle, bejahte dies gut die Hälfte - voll und ganz stimmten 36 Prozent zu, eher stimmten 16 Prozent zu. Tendenziell nicht dazu gedrängt sehen sich 42 Prozent. Für die Umfrage befragte das Institut Forsa den Angaben zufolge vom 3. bis 5. August 1.009 Menschen ab 18 Jahren./sam/DP/stk
Hinweis:
ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen.
Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich
dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch
eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link
„Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für
diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.