Siemens vor dem Jahresabschluss: Starke Nachfrage, schwankende Aufträge

Julian Schick Julian Schick
Julian Schick Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Siemens Konzernzentrale in München, Deutschland
©iStock
HSBC hebt das Kursziel für Siemens auf 310 Euro an und bleibt bei Kaufen. Rechenzentren sorgen für volle Auftragsbücher, die Automatisierung zieht wieder an. Richtig spannend wird aber der Ausblick des neuen Finanzchefs.
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HSBC bleibt bei Siemens (Siemens Aktie) optimistisch, bestätigt das Kaufvotum und erhöht das Kursziel von 300 auf 310 Euro. Ausgehend vom Schlusskurs von 278,30 Euro am 25. September ergibt sich ein Aufwärtspotenzial von gut elf Prozent.

Rückenwind kommt aus der Automatisierung. Im August lief das Geschäft in China ordentlich, in Deutschland hellt sich die Stimmung auf. Für die Sparte Digital Industries rechnen die Experten im vierten Quartal mit Aufträgen etwa auf Vorjahresniveau von 5,5 Milliarden Euro. Die Automatisierung dürfte zulegen, Software dagegen wegen eines sehr starken Vorjahres schwächer ausfallen. Der Umsatz soll vergleichbar um fünf bis sieben Prozent wachsen.

Bei Smart Infrastructure bleibt die Nachfrage von Rechenzentrumsbetreibern enorm. In den ersten neun Monaten haben sich die Bestellungen aus diesem Bereich mehr als verdoppelt. Weil Großaufträge aber unregelmäßig eingehen, dürfte der Auftragseingang im vierten Quartal zwar über dem Vorjahr, aber unter dem Vorquartal liegen. Der Umsatz soll vergleichbar um zehn bis elf Prozent steigen, die Marge zwischen 18,5 und 19,5 Prozent liegen. Die Bahnsparte Mobility verbuchte zuletzt mehrere Großaufträge.

Mit Spannung blicken die Analysten auf den Ausblick für 2027. Der neue Finanzchef müsse Risiken wie steigende Zinsen, Unruhen im Nahen Osten und höhere Kosten gegen gute Gewinnaussichten abwägen. Bei Digital Industries sehen sie mehrere Hebel: Der Konzernumbau ist abgeschlossen, Integrationskosten aus Übernahmen laufen aus und die Umstellung auf Softwareabos belastet nicht mehr.

Werte aus dem Artikel:
Siemens Aktie 279,00 € +1,45%

Positiv wertet HSBC zudem die geplante Abspaltung von Siemens Healthineers, die bis Februar 2027 steuerschonend über die Bühne gehen soll. Einen Konglomeratsabschlag setzen die Experten deshalb nicht mehr an. Sorgen, künstliche Intelligenz könne das Softwaregeschäft gefährden, halten sie für übertrieben. Für das laufende Jahr erwarten sie eine Dividende von 5,55 Euro, vier Prozent mehr als im Vorjahr.


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