ROUNDUP/Streit mit Großaktionär: Hugo Boss braucht neuen Aufsichtsratschef

dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 438
A-
A+
Lesemodus
playAudio
playTeilen
Hugo Boss ist ein renommiertes deutsches Modeunternehmen, das für seine hochwertige Herrenbekleidung und eine Vielzahl von Luxusmodemarken bekannt ist.
- ©unsplash.com

METZINGEN (dpa-AFX) - Nach der gescheiterten Übernahme durch die Frasers Group räumt der Aufsichtsratschef des Modekonzerns Hugo Boss seinen Posten. Stephan Sturm habe sich entschieden, sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats zum 15. Oktober niederzulegen, teilte das Unternehmen am Montag in Metzingen mit. Die Entscheidung folge auf "konstruktive Gespräche vor dem Hintergrund der jüngsten Veränderungen in der Aktionärsstruktur". Frasers teilte zudem mit, einen zweiten Sitz im Aufsichtsgremium besetzen zu wollen. Anleger an der Börse reagierten entspannt.

Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Die Frasers Group hatte in den vergangenen Monaten versucht, bei Hugo Boss ans Ruder zu kommen. Die Übernahme scheiterte knapp, doch hielten die Briten zuletzt fast 48 Prozent an dem Modehaus. Anfang September erklärte Frasers, weitere Boss-Aktien kaufen zu wollen. Ziel sei, die Schwelle von 50 Prozent der Anteile und Stimmrechte zu überschreiten. Zugleich stellte sie ihre Unterstützung für Sturm als Aufsichtsratschef in Frage.

Das Verhältnis zwischen Großaktionär und Unternehmensführung war schon länger angespannt: Frasers hatte Aufsichtsratschef Sturm Ende vergangenen Jahres das Vertrauen entzogen. Streit gab es unter anderem um die Dividendenzahlung.

Sturm war Mitglied und Chef des Gremiums seit Mai 2025. Hugo Boss will nun einen Nachfolger für ihn suchen. Dabei dürfte Frasers ein Wörtchen mitreden wollen.

Der Großaktionär besetzt mit Michael Murray bereits einen Sitz im Aufsichtsrat. Nun soll Robert Palmer ebenfalls in das Gremium rücken, wie Frasers am Montag mitteilte. Demnach habe es mit Sturm eine einvernehmliche Verständigung darauf gegeben, dass er sein Amt als Vorsitzender und Mitglied des Gremiums niederlegt. Beide Seiten seien "gemeinsam der Auffassung", dass nun "ein geeigneter Zeitpunkt" für einen Wechsel im Vorsitz des Aufsichtsrats sei und eine zweite von Frasers vorgeschlagene Person Mitglied werden soll, hieß es in der Mitteilung weiter.

Werte aus dem Artikel:
Frasers Group Aktie 9,55 € 0,00%
Hugo Boss Aktie 37,77 € -0,21%

Die Hugo-Boss-Aktie notierte am Montagvormittag geringfügig im Minus. Seit dem Jahreswechsel steht momentan ein Plus von gut 5 Prozent auf dem Tableau. Ihr Kurs war Mitte Juni angesichts der Offerte kurzzeitig auf über 40 Euro gesprungen. Von diesem Niveau hatte es sich aber rasch wieder entfernt und bei um die 38 Euro eingependelt, die Frasers den Aktionären zuletzt auch geboten hatte.

Die Frasers Group gehört mehrheitlich dem britischen Milliardär Mike Ashley. Die wichtigste und bekannteste Marke des Unternehmens ist die Einzelhandelskette Sports Direct. Darüber hinaus hält das Unternehmen zahlreiche Beteiligungen - etwa am Onlineshop Asos ./lew/stw/men


Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.

Themen im Trend

Weitere Vorteile:

  • Kursalarme
  • Watchlists & Musterdepots
  • Börsenspiele & Community-Forum
  • Historische Kurse im CSV-Format
  • News & Themen abonnieren