FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem Dämpfer im dritten Quartal dürfte sich die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank zum Jahresende positiver entwickeln. "Nach dem deutlichen Anstieg in den beiden Vorquartalen wird das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Quartal saisonbereinigt nur leicht expandieren", heißt es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Zentralbank. "Im vierten Quartal sollte die deutsche Wirtschaft wieder stärker zulegen."
Für dich zusammengefasst:
Die deutsche Wirtschaft verliert im dritten Quartal an Fahrt.
Produktion und Exporte stagnieren aufgrund hoher Energiepreise.
Die Teuerungsrate liegt im August 2,9 Prozent über Vorjahr.
"Es wird dabei aber auch darauf ankommen, wie sich der Konflikt im Nahen Osten entwickelt und wie schnell sich die Pegelstände wichtiger Wasserstraßen normalisieren", schreiben die Experten der Bundesbank. Sie bekräftigten damit frühere Aussagen. Die Dürre und das Niedrigwasser im Sommer dürften demnach zur Folge haben, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) saisonbereinigt zum Vorquartal nur leicht zulegen wird. "Die deutsche Wirtschaft wird damit allerdings den eingeschlagenen Erholungskurs grundsätzlich nicht verlassen." In den ersten beiden Vierteljahren 2026 hatte es ein Plus von 0,4 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent gegeben.
Hohe Energiepreise bremsen privaten Konsum
Das Niedrigwasser im Rhein bremst im laufenden dritten Quartal die Produktion der Industrie. Die Exporte tragen nach Einschätzung der Bundesbank zudem voraussichtlich weniger zum Wirtschaftswachstum bei. Zudem dürfte der private Konsum verhalten bleiben, auch weil hohe Energiepreise infolge des Iran-Kriegs die Kaufkraft der Menschen hierzulande schmälern.
Nach Auslaufen des damaligen Tankrabatts Ende Juni kletterte die allgemeine Teuerungsrate wieder deutlich nach oben: Im August lagen die Verbraucherpreise um 2,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.
Teuerungsrate bleibt vorerst erhöht
Rasche Entspannung ist nicht in Sicht: "Die Inflationsrate dürfte vorerst erhöht bleiben", schreibt die Bundesbank. "Die aktuell starke Verteuerung von Energie könnte sich noch einige Zeit weiter fortsetzen." Auch andere Preise könnten infolge der höheren Energiepreise steigen, weil Transport und Produktion teurer geworden sind. "Länger anhaltend hohe Preise nicht nur für Rohöl, sondern auch für Gas und Strom könnten direkte und indirekte Effekte verstärken und die Rückkehr der Inflationsrate zu zwei Prozent verzögern."
Bei einer Teuerungsrate von mittelfristig 2,0 Prozent sieht die Europäische Zentralbank (EZB) ihr wichtigstes Ziel erfüllt: für einen stabilen Euro zu sorgen und so die Kaufkraft der Menschen zu erhalten.
Zuletzt hatte führende Forschungsinstitute ihre Prognosen für die deutsche Wirtschaft wegen anziehender Exporte und der staatlichen Milliardenausgaben angehoben. Das Ifo-Institut etwa erwartet für 2026 ein Wachstum um 1,4 Prozent. 2025 hatte das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 Prozent zugelegt./ben/DP/jkr
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