Roboter-Chaos bei Walmart: Geht die Milliardenwette gegen Amazon schief?

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Navigation eines Roboters. (Symbolbild)
© JIRAROJ PRADITCHAROENKUL / iStock / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de
Kartons zu groß, Roboter kaputt, Stromrechnung verdreifacht: Walmarts Lager-Revolution stottert. Derweil zieht Amazon davon. Lohnt sich die Walmart-Aktie trotzdem noch?
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Hinweis

Walmart baut seine Lager zu Roboterfabriken um, doch der Umbau knirscht. Kartons passen nicht in die Anlagen, Roboter fallen aus, Hundefuttersäcke sind zu groß. "Wir befinden uns gewissermaßen auf dem Höhepunkt der Komplexität", sagte Rob Montgomery, der den Umbau der rund 200 Standorte in den Vereinigten Staaten leitet, dem Wall Street Journal. Das Schwierige daran: Walmart rüstet die Lager im laufenden Betrieb um.

Die Ausgaben für den Umbau sollen in diesem und im nächsten Jahr ihren Höhepunkt erreichen. Langfristig braucht der Konzern weniger der heute mehr als 140.000 Lagerarbeiterinnen und Lagerarbeiter. Entlassungen soll es wegen der hohen Fluktuation aber nicht geben.

09.10.26 - ARIVA.DE Redaktion

Werte aus dem Artikel:
Amazon Aktie 234,20 € +3,13%
Symbotic Aktie 38,07 € +1,87%
Walmart Aktie 99,29 € +0,72%

Roboter mit Kinderkrankheiten

Wichtigster Partner ist Symbotic, an dem Walmart 12,6 Prozent hält. Bis etwa 2030 sollen dessen Systeme in allen 42 Verteilzentren für haltbare Waren laufen. Doch Symbotic tat sich schwer, das geforderte Tempo zu erreichen. Schon Staub legt die kleinen Transportroboter lahm. Im vergangenen Jahr standen weniger als zehn Prozent gleichzeitig in der Werkstatt, inzwischen sind es laut Symbotic rund fünf Prozent.

Teurer wird auch der Betrieb. In automatisierten Lebensmittellagern kann die Stromrechnung in Spitzenmonaten auf 800.000 US-Dollar steigen, nach rund 250.000 US-Dollar im Handbetrieb.

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Fortschritte gibt es trotzdem. Mehr als 65 Prozent der Filialen werden inzwischen zumindest teilweise aus automatisierten Lagern beliefert.

Amazon setzt das Tempo

Den Druck macht Amazon. Der Rivale ist bei der Automatisierung voraus und hat Walmart in diesem Jahr als umsatzstärkstes Unternehmen der Vereinigten Staaten überholt. Investitionen in Automatisierung seien "ein Wettrüsten", sagte Rueben Scriven von Interact Analysis. Wie teuer Fehlschläge sind, zeigt Kroger. Der Supermarktkonzern musste 2,6 Milliarden US-Dollar abschreiben und drei automatisierte Versandzentren schließen.

An der Börse wiegt Amazon mit 2,7 Billionen US-Dollar mehr als dreimal so viel wie Walmart mit 834 Milliarden US-Dollar. Walmart ist dennoch teurer bewertet. Laut MarketScreener liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das laufende Geschäftsjahr bei 36,5, Amazon kommt für 2027 auf rund 24. Seit Jahresbeginn liegt die Walmart-Aktie leicht im Minus. Die 43 Analystinnen und Analysten raten im Schnitt zum Kauf. Ihr mittleres Kursziel von 127,42 US-Dollar liegt knapp 20 Prozent über dem Kurs. Am 19. November legt Walmart Zahlen vor.

Fazit

Die Roboter sollen Walmart schneller und günstiger machen, doch bis dahin kosten sie Geld und Nerven. Wer investiert ist, braucht Geduld. Die Quartalszahlen im November werden zeigen, ob erste Effizienzgewinne in der Marge ankommen.


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