Renk erhöht Produktion von Panzergetrieben deutlich

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RHEINE (dpa-AFX) - Der Rüstungszulieferer Renk schaltet bei seiner Produktion von Panzergetrieben einen Gang hoch. "2023 waren wir bei unter 600 Panzergetrieben, dieses Jahr sind es mehr als 800 und 2030 werden es mehr als 2000 sein", sagte der Operativ-Vorstand des Konzerns, Emmerich Schiller, in Rheine. Angesichts der von der Politik ausgerufenen "Zeitenwende" seien die Perspektiven für Rüstungsgeschäfte sehr gut. Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine rüsten Nato-Staaten auf und bestellen viel mehr Panzer und andere Waffensysteme als früher.

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Renk will bis 2028 in Deutschland bis zu 325 Millionen Euro in die Digitalisierung und den Kapazitätsausbau in Deutschland investieren. In Rheine weihte der Manager neue Maschinen ein, die die Produktion von Getriebeteilen beschleunigen sollen. Im Vergleich zu früher sinke die Arbeitszeit, die für die Bauteile - sogenannte Planetenträger - nötig ist, dadurch um circa 60 Prozent.

Man schalte vom Manufaktur-Betrieb auf eine Kleinserien-Produktion um, sagte Renk-Vorstandsmitglied Schiller. Hierfür wurden in Rheine in den vergangenen Jahren neue Maschinen für 20 Millionen Euro angeschafft, in den kommenden Jahren sollen weitere 20 Millionen Euro folgen.

Defense-Sparte wird gestärkt

Wie andere Industriekonzerne auch schwenkt Renk zunehmend auf die Rüstungsbranche um, weil dort die Nachfrage deutlich höher ist als im zivilen Bereich. Bisher produziert Renk in Rheine fast komplett Bauteile für den zivilen Bereich, etwa Getriebeteile für Containerschiffe. Nun wird das Werk teils auf den militärischen Markt umgestellt, etwa mit Planetenträgern für Panzergetriebe.

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2030 sollen bis zu 30 Prozent der Produktion in Rheine bei militärischen Kunden landen, aktuell sind es nur circa fünf Prozent, etwa Getriebegehäuse für Fregatten. Die Mitarbeiterzahl in Rheine soll bis 2030 von derzeit gut 450 auf mehr als 500 steigen. "Wir haben einen signifikanten Bedarf an Spezialisten hier", sagt Schiller. Die Panzergetriebe werden im Stammwerk in Augsburg fertig montiert.

Laufen Drohnen Panzern nicht den Rang ab?

Die Renk-Getriebe werden im Kampfpanzer Leopard und anderen Panzern verbaut. Der Ukraine-Krieg zeigt, dass Drohnen eine viel größere Rolle spielen als früher. Manch Branchenexperte bezweifelt, dass Kampfpanzer im Krieg der Zukunft noch so wichtig sein werden wie derzeit. Stattdessen könnte es zunehmend ein Drohnenkrieg werden - mit Panzern eher in einer Nebenrolle.

Manager Schiller meint trotzdem: "Ich bin fest davon überzeugt, dass man noch jahrzehntelang Kampfpanzer und andere Panzer brauchen wird - mir fehlt die Fantasie, mir vorzustellen, dass man auf dem Gefechtsfeld ausschließlich mit Drohnen operieren kann." Es werde um einen Kampfverbund gehen, in dem Panzer und Drohnen gemeinsam operierten.

Auf dem Gefechtsfeld werde es immer die Notwendigkeit "geschützter Mobilität in gepanzerten Fahrzeugen" geben. Dafür sei nichts besser als ein Kettenpanzer mit Personal. "Wenn man vorn Drohnen hat, braucht man auch Menschen vorn - und dafür braucht man geschützte Mobilität." Schiller sagt zudem, dass sich Drohnen im Ukraine besonders in der Defensive bewährt hätten. In der Offensive hingegen brauche man eine "Durchsetzungsfähigkeit", die Panzer mit sich brächten./wdw/DP/stw


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