Mercedes kappt Gewinnziel: China-Flaute reißt Lücke in die Bilanz
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Mercedes-Benz kappt seine Gewinnprognose für 2026. Schwache Geschäfte in China und höhere Kosten im Schlussquartal drücken die Marge, die Aktie verliert deutlich.
Für dich zusammengefasst:
Mercedes-Benz hat seine Gewinnziele nach unten korrigiert.
Eine schwächere Nachfrage in China belastet die Bilanz.
Die Mercedes-Aktie fiel zeitweise um bis zu 5,5 Prozent.
Mercedes-Benz hat am Dienstag seine Gewinnziele für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Als Gründe nannte der Stuttgarter Autobauer eine schwächere Nachfrage in China sowie zusätzliche Kosten im vierten Quartal. Die Korrektur reiht sich ein in eine wachsende Liste von Belastungen, mit denen deutsche Hersteller derzeit in ihrem wichtigsten Absatzmarkt zu kämpfen haben.
An der Börse reagierten Anleger prompt: Die Mercedes-Aktie verlor zeitweise bis zu 5,5 Prozent und lag gegen Mittag noch rund 4 Prozent im Minus.
Konkret rechnet Mercedes nun für 2026 mit einer bereinigten Umsatzrendite von 2 bis 3 Prozent, nachdem bislang eine Spanne von 3 bis 5 Prozent in Aussicht gestellt worden war. Auch beim operativen Konzerngewinn schraubte das Unternehmen die Erwartungen zurück: Statt eines deutlichen Anstiegs geht man nun von einem Ergebnis aus, das in etwa auf Vorjahresniveau liegen dürfte.
Hintergrund der Entwicklung ist der anhaltende Druck im chinesischen Markt, dem weltweit größten für Automobile. Dort sorgen eine nachlassende Nachfrage und der intensive Wettbewerb mit heimischen Herstellern dafür, dass sowohl Absatz als auch Preissetzungsmacht der etablierten Marken erodieren. Im dritten Quartal sanken die Kernverkäufe von Mercedes um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, belastet durch die schwache Nachfrage in China.
Der Analyst Daniel Schwarz von Metzler sieht China als zentralen Grund für die schwache Entwicklung der deutschen Autobauer. Mercedes sei, ähnlich wie BMW, stark vom chinesischen Markt abhängig. Porsche dagegen, das am selben Tag eine Erholung beim Gewinn meldete, habe seine China-Abhängigkeit reduziert und setze die Marke stärker im Luxussegment. Dadurch sei der Sportwagenbauer weniger anfällig für die Konkurrenz chinesischer Hersteller, die zunehmend auch nach Europa und in andere Märkte expandieren, so Schwarz.
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