Menschen sind höchst individuell und unterschiedlich. Ein Ziel ist dennoch vielen gemeinsam: Sie wollen reich werden. Manche am besten über Nacht, andere einfach nur irgendwie reich werden. Nun definiert jeder von uns das, was „Reichtum“ tatsächlich ist, etwas anders. Doch das Ziel, den eigenen Anteil am Reichtum der Welt in Empfang nehmen und bewahren zu dürfen, das verfolgen mehr oder weniger alle.
Die Wege dahin sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Auch das ist allgemein akzeptiert. Weniger akzeptiert ist, dass einige es am Ende schaffen werden, andere hingegen nicht. Wer es noch nicht geschafft, fragt zwangsläufig nach den Gründen, sucht nach Antworten und Lösungen für sein Problem. Das ist verständlich, führt die meisten aber dennoch nicht zum Ziel.
Fehlende Anstrengung, fehlende Bildung oder fehlende Disziplin sind meist nicht das Problem und somit auch nicht die Lösung. Fortgesetzte Anstrengungen, noch drei Fachbücher und vier Seminare mehr sind auch nicht der Schlüssel, der die Türe zum eigenen Traun öffnen wird, wenn es an am entscheidenden Grundverständnis mangelt.
Reich wird nicht, wer einfach nur Geld anhäuft
Dass es ohne zu sparen, einen Weg zu großem Reichtum gibt, glauben vor allem jene, die hoffen, eines Tages den großen Lottogewinn einstreichen zu können. Alle anderen beginnen früher oder später mit dem Sparen. Die einen, weil sie wissen, dass sie Kapital zum investieren brauchen, die anderen, weil das Gefühl viel Geld auf dem Konto zu haben, einfach besser ist.
Glück beim Lotto und anderen Gewinnspielen haben nur wenige. Die anderen haben die Statistik und den Staat gegen sich, denn dieser betreibt die staatlichen Lotterien vor allem deshalb, weil sie ihm – ganz im Gegensatz zu den Lottospielern - beständig große Gewinne bescheren. Der Staat ist gleichzeitig auch der größte Feind der Sparer, die einfach nur sparen und nicht investieren. Sie packen ihr Geld unter die Matratze oder aufs Konto, kümmern sich ansonsten aber um herzlich wenig, vor allem nicht um die Inflation.
Sie ist eine lautlose zusätzliche Steuer für alle, die nur auf die Zahlenkolonnen auf ihren Auszügen schauen und nicht auf die Kaufkraft, die ihr Geld früher einmal hatte aber jetzt nicht mehr hat. In Deutschland haben wird leider zu viele von ihnen. Auch sie schimpfen derzeit über die hohen Spritpreise und sie werden in Kürze über höhere Preise auch im Supermarkt und allen anderen Bereichen des Lebens lamentieren.
Das mit der Inflation regelt sich von allein? Leider nicht
Ändern werden sie allerdings nichts oder zumindest nicht viel. Vielleicht kommt der eine oder andere auf die Idee länger arbeiten und noch mehr sparen zu müssen. Oder vielleicht doch einmal beim Lotto sein Glück versuchen? Aber investieren? Also sein hart verdientes Geld sinnvoll und mit einer funktionierenden Strategie zu investieren? Das kommt vielen tapferen deutschen Sparern leider ein Leben lang nicht in den Sinn.
Wäre es anders, käme die Bundesregierung nicht auf die Idee, sich an den deutschen Sparguthaben zu vergreifen und den angeblich überforderten Sparern das Investieren abnehmen zu wollen. Ob das die Lösung des Problems ist, darf bezweifelt werden. Zu oft hat der Staat bewiesen, dass er mit Geld nicht umgehen kann. Zu befürchten ist deshalb, dass viele, die an dieser Stelle auf den allwissenden Staat und die Regierung setzen, am Ende vor allem an schlechter Erfahrung reicher geworden sein werden.
Der erste wichtige Schritt
Jeder Anleger, der verstanden hat, dass man durch das beständige Anhäufen von mehr Geld auf dem eigenen Konto nicht wirklich und vor allem nicht auf Dauer reich wird, hat eine der wichtigsten Finanzlektionen des Lebens bereits gelernt. Nun kommt es „nur“ noch darauf an, diese Lektion zu verinnerlichen und die notwendigen Konsequenzen aus ihr zu ziehen.
Wird diese zentrale Lektion hingegen nicht gelernt, ist der Traum vom eigenen Reichtum bereits ausgeträumt bevor er richtig begonnen hat, denn das moderne Papiergeld ist lediglich durch Vertrauen gedeckt. Einen realen inneren Wert hat es nicht. Es kann beliebig vermehrt werden und zieht die Inflation an wie ein Misthaufen die Fliegen.
Frühere Generation wurden mit dieser Herausforderung nicht konfrontiert, wenn sie das Glück hatten, in einer Zeit zu leben, in der die Währungen durch Gold und Silber gedeckt waren. Dieser segensreiche Zustand ist seit dem 15. August 1971 nicht mehr gegeben. Damals beendete US-Präsident Richard Nixon die Möglichkeit, US-Dollar in Gold zu tauschen.
Kaufkrafterhalt oder finanzielle Selbstzerstörung? Jeder Sparer hat die Wahl
Seitdem hat sich die Menge aus ausgegebenen US-Dollar vervielfacht und der Goldpreis stieg im Gegenzug von 35,00 US-Dollar auf seinen heutigen Stand. Der wesentlich jüngere Euro hat eine ähnliche Schwindsucht erlebt. Die 2001 erstmals als Bargeld ausgegebenen Banknoten haben auch heute noch den nominalen Wert von damals, das ist wahr. Geändert hat sich nur die Unterschrift des EZB-Präsidenten.
Doch kaufen können die Europäer mit ihrem Geld nur noch einen Bruchteil dessen, was zu Beginn des Jahrhunderts noch mit dem Euro zu kaufen war. Wie massiv dieser Kaufkraftverlust ausgefallen ist, zeigt das Gold. In den ersten Monaten nach der Euroeinführung auch als Bargeld kaufte man eine Unze Gold noch für durchschnittlich 320 Euro. Heute wird mit diesen 320 Euro nicht einmal eine Zehntel Unze Gold gekauft.
Wer als Sparer an dieser Stelle nicht aktiv gegensteuert, sondern glaubt, die Inflation sei eine vernachlässigbare Größe, verliert nicht nur Geld, sondern wird regelrecht abgehängt – erst nur ein wenig bis mit der Zeit ein nicht mehr aufzuholender Rückstand entstanden ist. Deshalb ist das Nichtstun schon in Zeiten mit mäßiger Inflation eine finanzielle Todsünde. Steigt die Inflation hingegen auf Werte über vier bis fünf Prozent wird Inaktivität zur aktiven finanziellen Selbstzerstörung.
Gold und Silber schützen vor Inflation und Friedrich Merz und Lars Klingbeil
Anleger die einen Anteil von zehn bis 15 Prozent ihrer Ersparnisse in physischem Gold und Silber angelegt haben, bremsen enteignungswütige Politiker bereits aus, bevor diese so richtig in Fahrt gekommen sind. Dieser Teil des eigenen Vermögens liegt nicht mehr „untätig“ auf dem Konto herum, sondern entwickelt sich in Zukunft mit der Inflation.
Zwar schützen Gold und Silber zuverlässig vor der Inflation, doch reich wird man durch den Besitz von Münzen und Barren nicht. Verhindert wird mit diesem Tausch von Geld in Edelmetall jedoch, dass eine schleichende Verarmung durch den beständigen Verlust an Kaufkraft eintritt. Das ist gegenüber dem Sparbuch und Anleihen, die einen Kupon aufweisen, der unter der realen Inflation liegt, zumindest schon einmal ein gewaltiger Vorteil.
Wird das Gold und Silber zusätzlich auch außerhalb der Europäischen Union sicher aufbewahrt, kann ein übergriffiger Staat zudem auch nicht so leicht auf diesen Teil des eigenen Eigentums zugreifen. Dieser Aspekt könnte dann zum Tragen kommen, wenn ein nicht mehr beherrschbares Schuldenproblem seine Lösung einfordert.
Vermögenszuwachs durch strategisches Investieren
Die Kaufkraft des eigenen Geldes zu schützen, ist wichtig. Sie macht aber nicht reich. Wer als Anleger einen echten Vermögenszuwachs anstrebt, muss deshalb nicht nur einfach in irgendetwas investieren, sondern es muss nach Steuern und Gebühren eine Rendite angestrebt werden, die über der realen Geldentwertung liegt. Anleger, die dieses Ziel überwiegend verfehlen, verlieren gegenüber der Inflation und fallen deshalb im Lauf der Jahre immer weiter zurück.
Fragt man Investoren, warum sie an der Börse aktiv sind und warum sie sich dem ständigen Auf und Ab der Kurse tagtäglich aussetzen, wird früher oder später deutlich, dass es darum geht, reich zu werden. Viele ergänzen den Satz noch um die Bemerkung, dass der erhoffte Reichtum, sich bitte recht schnell, am besten über Nacht einstellen soll.
Beide Ansätze führen auf lange Sicht und in den meisten Fällen in einen finanziellen Abgrund. Im ersten Fall wächst zwar das Konto nominal, doch die Kaufkraft schwindet von Jahr zu Jahr. Im zweiten Fall führt die eingebaute Ungeduld sehr oft dazu, dass aus Investieren ein hektisches Zocken wird. Auch diesem ist in den meisten Fällen kein dauerhafter Erfolg beschieden.
Langfristig erfolgreich ist an der Börse nur der Anleger, der beizeiten lernt, strategisch zu agieren. Entweder als kurzfristig orientierter Trader mit klaren Regeln und einem soliden Money- und Risikomanagement oder als strategischer Investor, der mit einem längeren Zeithorizont aber ebenso klaren Regeln und Strategien agiert.
Solange diese klare Positionierung sei es als Trader oder als strategischer Investor nicht vorliegt und keine erprobte Strategie konsequent umgesetzt wird, braucht über die Frage, ob Gold oder Silber, das Öl oder doch der Bitcoin das Anlagevehikel der Wahl ist, gar nicht erst nachgedacht werden.
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