Die Zinsbombe tickt: Profis halten 6 % Rendite für möglich

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen könnte Richtung sechs Prozent klettern, warnen Profis. Gleichzeitig wittern sie Chancen in Japan. Und die Wahl im November wird zum Test für den Boom der Rechenzentren.
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Hinweis

Der Ausverkauf am Anleihemarkt ist womöglich noch nicht vorbei. David Clewell, Co-Portfoliomanager bei der Fondsgesellschaft T. Rowe Price, hält einen Anstieg der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 5,5 bis sechs Prozent für gut begründet. Derzeit liegt sie bei rund 5,3 Prozent.

Die Marke von fünf Prozent galt seit der Pandemie als Deckel. Nach ihrem Bruch hätten systematische Handelsstrategien die Verkäufe verstärkt, erklärt Clewell. Getrieben werde der Ausverkauf vor allem von robustem Wachstum und Inflation, nicht von Zweifeln an der Währung.

Japan lockt Aktienanleger

Dabei blickt Clewell auch nach Japan. Die Bank of Japan hob den Leitzins im September auf 1,25 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1995. Sie müsse die Deflationsmentalität überwinden, ohne die Wirtschaft abzuwürgen. Rund zwei Zinserhöhungen pro Jahr hält Clewell deshalb für vertretbar.

Japanische Aktien stuft er als attraktiver ein. Vor allem solange der US-Dollar mehr als etwa 152 Yen kostet. Mit diesem Kurs planen die großen Unternehmen laut der Tankan-Umfrage der Notenbank. Ein schwächerer Yen stützt die Gewinnprognosen der Exporteure. Derzeit kostet der US-Dollar rund 158 Yen.

Zwischenwahlen als Weichenstellung

Politische Risiken lauern in den Vereinigten Staaten. Gewinnen die Demokraten bei den Zwischenwahlen im November mindestens eine Kammer des Kongresses, müsste die Regierung von Präsident Donald Trump parteiübergreifende Kompromisse schmieden, sagt Gil Fortgang, Washington-Analyst bei T. Rowe Price.

Dann drohe vor allem Streit um die Schuldenobergrenze von 41,1 Billionen US-Dollar, die voraussichtlich 2027 erreicht wird. Behalten die Republikaner beide Kammern, könnten mehr Mittel in Verteidigung und Infrastruktur fließen. In der Handels- und Deregulierungspolitik regiere Trump ohnehin per Erlass.

Die Wahlen gelten zudem als Test für die Politik rund um künstliche Intelligenz. Rechenzentren stehen wegen ihres Wasser- und Stromverbrauchs in der Kritik. Die Gouverneure von Texas und Pennsylvania kündigten strengere Regeln an, die laut Fortgang aber vor allem spekulative Projekte treffen. Betroffen sein könnten Energieversorger sowie Bau- und Ingenieurfirmen. Die Projekte dürften dann in freundlichere Bundesstaaten abwandern.

Fazit

Steigende Renditen bleiben das größte Risiko für Anleihen und Aktien. Japanische Exportwerte bieten eine Alternative, solange der Yen schwach bleibt. Bis zur Wahl im November und zum Streit um die Schuldenobergrenze dürfte die Nervosität hoch bleiben.



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